Leuna – 1921



Bei Leuna sind viele gefallen,

bei Leuna floss Arbeiterblut

Da haben zwei Rotgardisten einander die Treue geschwor'n



Sie schwuren einander die Treue,

denn sie hatten einander so lieb.

Sollte einer von uns beiden fallen,

schreibt der andere der Mutter 'nen Brief”.



Da kam eine feindliche Kugel,

die durchbohrte dem Einen das Herz;

für die Eltern, da war es ein Kummer,

für den “Stahlhelm”, da war es ein Scherz.



Und als nun die Schlacht war zu Ende,

und sie kehrten zurück ins Quartier,

da hatt' sich so Vieles verändert,

er nahm einen Bleistift und schrieb auf Papier.



Und er schrieb es mit tränendem Blick:

Euer Sohn ist vom 'Stahlhelm' erschossen,

liegt bei Leuna, kehrt nimmer zurück”.



Oh, “Stahlhelm”, dir schwören wir Rache

für vergossenes Arbeiterblut !

Es kommen die Zeiten der Rache,

dann bezahlt ihr's mit eigenem Blut !





(Musik nach dem Soldatenlied: “In Frankreich sind viele gefallen”)









Arbeiterroman

von Berta Lask

Leuna 1921”

VKT-Verlag 1973





Das Stück sollte 1927 im Mercedespalast in Berlin Neukölln aufgeführgt werden. Der Berliner Polizeipräsident, der blutige Sozialdemokrat Zörgiebel, verbot die Aufführung.

Das Leuna-Drama wurde aber, wie auch andere Stücke von Berta Lask, auf illegalen Veranstaltungen der revolutionären Arbeiterorganisationen mit großem Erfolg aufgeführt