EINLADUNG

ULM: Datum: 10. April 2011 Zeit:14.00 Uhr

Ort: Mehrzweckhalle am Eselsberg, Weinbergweg 42, 89075 Ulm



13 März 2011

Feiern wir den 20. Jahrestag von AGIF -

Gegen Militarismus, Krieg und Rassismus!



Arbeiter, Werktätige, Freunde!

AGIF, die Föderation der ArbeitsimmigrantInnen in Deutschland, wurde 1991 von Vereinen in verschiedenen Städten gegründet, in denen ArbeitsimmigrantInnen und Werktätige aus der Türkei und Kurdistan und politische Flüchtlinge organisiert waren. Die Vereine taten sich zu einer Föderation zusammen, AGIF, die dieses Jahr das 20. Gründungsjahr hat.

Seit 20 Jahren kämpft AGIF darum, die Aufmerksamkeit auf die Probleme von Migrantenarbeitern und Werktätigen zu lenken, die aus verschiedenen Gründen gezwungen waren, nach Deutschland auszuwandern sowie um die Lösung dieser Probleme.

In diesem Kampf beschränkt sich AGIF dabei nicht nur auf Migranten mit türkischen und kurdischen Wurzeln, sondern versteht die Probleme der Migranten verschiedener Nationalitäten als die eigenen und kämpft auch gegen diese an.

AGIF ist dagegen, dass Migranten rassistischen und diskriminieren Gesetzen ausgesetzt sind, in der Gesellschaft diskriminiert werden und als Bürger 2. oder 3. Klasse behandelt werden. AGIF kämpft seit 20 Jahren gegen rassistische und faschistische Angriffe, die durch diese Gesetze und Fakten geschürt werden, und gegen die Tatsache, dass Migranten bei Wahlen als Mittel bürgerlich-reaktionärer Politik ausgenutzt werden. AGIF kämpft nicht nur für gleiche soziale und politische Rechte von Migranten, sondern auch gegen imperialistischen Krieg und Besatzungen. AGIF zeigt sich international solidarisch mit unterdrückten Nationen und nationalen Bewegungen.

AGIF verteidigt den gemeinsamen Kampf der Migrantenarbeiter und Werktätigen, die seit langer Zeit in Deutschland leben und ein Teil der Arbeiterklasse Deutschlands sind, gegen die kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung.

AGIF kämpft gemeinsam mit einheimischen Arbeitern und Werktätigen gegen die Angriffe auf die Rechte von Arbeitern und Werktätigen, die unter dem Vorwand der kapitalistischen ökonomischen Krise getätigt werden, gegen die Steuern und Abzüge, die von Arbeitern und Werktätigen eingeheimst werden, um Hunderte von Milliarden Euro an die Banken und Monopole liefern zu können, gegen Unterdrückungsgesetze, die jegliche gesellschaftliche Bewegung verhindern sollen, gegen die Kriminalisierung und Überwachung der Gesellschaft sowie Angriffe gegen deren demokratische Rechte.

AGIF hat nun seinen 20. Jahrestag in diesem Kampf erreicht und feiert ihre ihren 20. Jahrestag mit zwei Kulturfesten in Deutschland.

Wir laden die Arbeiter und Werktätige und alle Freunde und Unterstützer dieses Kampfes herzlichst ein, an diesen Kulturfeste teil zunehmen.

AGIF

Programm: Pınar Sağ, Die Bandbreite, Çağdaş und Grup Eylül, Theate Frekans, Filmbeitrag, Wing su - Selbstverteidigungssport, Cultura Volkstanz, Redebeiträge









An die Genossinnen und Genossen von AGIF:

 habt herzlichen Dank für eure Einladung.


Wir bemühen uns, dass ein Genosse zur Veranstaltung nach Ulm kommen kann.



Auf jeden Fall senden wir euch hier unsere Grußadresse:

Grußadresse der KPD (SH) an die AGIF

aus Anlass des 20. Jahrestages

vom 25. März 2011

Liebe Genossen und Freunde der AGIF !



Als Vorsitzender der KPD (SH) überbringe ich euch unsere solidarischen, internationalistischen Kampfesgrüße:



Es lebe die soziale Gleichstellung aller Menschen auf dieser Welt !

Es lebe die internationale Klassensolidarität !

Es lebe der weltweite Kampf für eine klassenlose Gesellschaft !

Es lebe der Weltkommunismus !



Vor allem wünsche ich euch für die nächsten 20 Jahre weitere große Erfolge bei eurer schweren und aufopferungsvollen Arbeit.

Eure selbstlosen, revolutionären Anstrengungen können nicht genug gewürdigt werden. Täglich werdet ihr direkt konfrontiert mit der unerhört erschütterlichen Leidensgeschichte von einzelnen Migrantinnen und Migranten, die ja in ihrer Heimat ihren Anfang genommen hat, sich hier in Deutschland in anderen unglaublich schwierigen Formen fortsetzt und von der niemand weiß, wie sie weitergeht und endet.

Es gibt wohl nur wenige Organisationen, die sich - wir ihr – um die um Hilfe suchenden Migrantinnen und Migranten kümmern, welche in unserer kapitalistischen Gesellschaft auf der alleruntersten Stufe zum größten Teil um ihr reines Überleben bangen müssen. Ihr wisst wie diese Menschen denken und fühlen, kennt ihre Sorgen, teilt ihre Hoffnungen, vor allem aber ihre Enttäuschungen.

Ihr seid es, die ihnen Mut machen und dafür danken wir euch !

Ihr steht in dieser schwierigen Zeit an ihrer Seite und stärkt unentwegt ihr Bewusstsein, diese Ungerechtigkeit nicht länger hinzunehmen.

Ihr stärkt ihre Solidarität.

Ihr helft ihnen, sich gegenseitig zu unterstützen und sich im revolutionären Kampf für ein besseres Leben mit allen Unterdrückten und Ausgebeuteten zu vereinigen.



Was sagen wir Kommunisten zu euch Migrantinnen und Migranten ?

Wir sagen euch :

Ihr seid nicht die entrechtete, ausgestoßene Masse, die das Weltkapital unter sein Joch gezwungen hat und über den ganzen Erdball treibt.

Nein, ihr gehört zu denjenigen, die in der ganzen Welt an vorderster Front stehen werden, um dieses Joch für immer abzuschütteln.

Ihr werdet die Ersten sein, die die nationalen Schranken überwinden und die nationalistischen Vorurteile hinwegfegen, denn ihr seid schließlich diejenigen, die darunter am schwersten zu leiden haben. Ihr seid es, die die Fahne der sozialen Gleichheit in der Welt vorantragen werdet. Kann diese Fahne in besseren Händen sein als in euren ?

Die Ausgestoßenen von heute werden die Schöpfer einer neuen Weltgemeinschaft von Morgen sein, in dem es für Kapitalisten und ihre Lakaien keinen Platz mehr geben wird. Diejenigen, die euch in die Migration getrieben haben, werden eines Tages von euch in die Migration getrieben werden ! Das ist unabänderlich, wird unvermeidlich so kommen.

Wer also die Unvermeidlichkeit der Migration im Kapitalismus für immer beseitigen will, der muss die Ursachen der Migration beseitigen, der muss den Weltkapitalismus zerschlagen, der muss für die klassenlose Gesellschaft, der muss für den Kommunismus kämpfen !

Migration hat es nicht erst seit dem Kapitalismus gegeben, aber in keiner Klassengesellschaft hat die Migration solche unvorstellbar gewaltige und brutale Ausmaße angenommen wie in der kapitalistischen Klassengesellschaft. Besonders durch die globalisierte kapitalistische Produktionsweise ist die Zahl der Migranten enorm angewachsen. Unter den Bedingungen der heutigen Weltkrise ist es sogar zu solchen Erscheinungen gekommen, dass Arbeiter aus einem imperialistischen Land in andere imperialistische Länder auswandern müssen, da ihnen die Existenzgrundlage in der Heimat entzogen worden ist. Nicht wenigen Deutschen geht es also wie euch. Sie teilen euer Schicksal, vergrößern die Armee der Migrantinnen und Migranten auf der ganzen Welt.

Durch die globalisierte kapitalistische Produktionsweise ist eine millionenfache globalisierte Welt-Reservearmee von Migrantinnen und Migranten entstanden, die sich als solche immer mehr bewusst wird und die eine immer stärker werdende Kraft in sich aufsteigen fühlt. Ihr seid nicht nur eine politische Kraft, die sich auf deutsche Grenzen beschränkt, sondern ihr seid Teil der politischen Kraft der Migrantinnen und Migranten in der ganzen Welt. Ihr werdet eine globale, unbesiegbare Kraft sein, wenn ihr den Weg zum Kommunismus beschreitet.

Migrantinnen und Migranten aller Länder – vereinigt euch ! Vereinigt euch mit dem gesamten Weltproletariat zum Sturz des Weltkapitalismus in der sozialistischen Weltrevolution !

Das ist es, was wir Kommunisten euch Migrantinnen und Migranten heute zurufen !



Auf einem Feiertag, wie eurem, gehört es sich auch, dass diejenigen, die viel zu wenig für die Unterstützung eurer Arbeit getan haben, Selbstkritik üben. Uns ist bewusst, dass wir für euch kaum etwas tun. Wir schämen uns für alle Genossen, die unsere Partei, die Partei des Genossen Ernst Aust, verlassen haben, welche sich einst in Deutschland an vorderster Front für die Klassensolidarität mit den ausländischen Kolleginnen und Kollegen eingesetzt , gegen die Ausländergesetze demonstriert, für die Rechte der Migrantinnen und Migranten gekämpft hatte. Heute kann man uns an den 5 Fingern abzählen.

Aber das entmutigt uns nicht. Wir halten die stolze Fahne der KPD/ML weiter hoch. Wir kämpfen weiter für die Verwirklichung unseres alten Parteiprogramms - seit fast 35 Jahren -, in dem es heißt:

In Deutschland werden die ausländischen Arbeiter besonders ausgebeutet und unterdrückt. Die Einheit der Arbeiterklasse ohne oder gar gegen diese ausländischen Arbeiter kann es nicht geben. Das wäre eine bürgerliche, chauvinistische Einheit, wie sie die Bourgeoisie anstrebt. Die deutschen und die ausländischen Arbeiter bilden eine Arbeiterklasse: “Deutsche und ausländische Arbeiter – eine Kampffront! ” Und in unserem Aktionsprogramm fordern wir die vollständige soziale, rechtliche und politische Gleichstellung der ausländischen Arbeiter, fordern wir das Recht auf sofortige Einbürgerung ohne irgendwelche Verpflichtungen, die der deutsche Staat den Migrantinnen und Migranten aufzwingt, fordern wir Arbeit für die Migrantinnen und Migranten und zwar gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

Liebe Freunde und Genossen, gestattet mir zum Schluss noch eine kurze persönliche Danksagung.

Ich möchte euren Festtag zum Anlass nehmen, mich bei jenen alten ausländischen Kolleginnen und Kollegen zu bedanken, die mit dazu beigetragen haben, dass ich genau am gleichen Tag, an dem ihr nun euren 20. Jahrestag feiert, auf 40 Jahre Mitgliedschaft in der KPD/ML zurückblicken kann.

Es war das Jahr 1968, als ich als junger Mensch in Hamburg-Bergedorf an der Krempelmaschine einer alten, vorsintflutlichen Asbestfabrik stand – 12 Stunden Tagschicht; 12 Stunden Nachtschicht. Es waren meine türkischen Kolleginnen und Kollegen, die mir nicht nur beim Vertrautwerden an der Maschine halfen und mir Mut zusprachen, sondern von denen ich auch echte Arbeitersolidarität am Arbeitsplatz lernen konnte. Es waren wunderbare Menschen, von denen ich große Stücke halte. Sie lebten unter unvorstellbar engen Wohnverhältnissen, einem Schlaf”saal” mitten auf dem Fabrikgelände und trotzdem haben sie dort ihre Feste gefeiert, so wir ihr das heute tut. Sie hatten mich zu ihrem Schlaf”saal” eingeladen und ich fühlte mich wie einer von ihnen, als ein Teil der großen stolzen Weltarmee des Proletariats.

Ich habe auch viel von den türkischen und anderen ausländischen Genossen gelernt, mit denen ich das Glück und die Ehre hatte, für die gemeinsame proletarische Sache zu kämpfen. Dafür bedanke ich mich bei ihnen.

In diesem Sinne:

Es lebe die AGIF !



Ich kann an eurer Feier leider nicht persönlich teilnehmen, da ich seit 12 Jahren Migrant bin, so wie ihr es seid.

Wir versuchen, dass ein Genosse von uns eurer Einladung zur Teilnahme am Kulturfest in Ulm folgen kann und eventuell einen Redebeitrag für euch hält.

Als meinen Solidaritätsbeitrag habe ich für euch auf jeden Fall eine Zitaten-Sammlung von Lenin zusammengestellt:


Über die Emigration”.


Diese findet ihr unter folgendem Internet-link:


http://ciml.250x.com/archive/lenin/german/lenin_german_emigration_zitatensammlung.html



Mit weltrevolutionärem Gruß



Wolfgang Eggers


Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (Stalinisten-Hoxhaisten)