KPD
/ ML - Sektion DDR

ERNST
AUST
Das
wahre Gesicht des „realen Sozialismus“
Solidarität
mit den verhafteten Kommunisten in der DDR
Rede
1981 – gehalten in mehreren Städten der Bundesrepublik
im
Rahmen der Solidaritätskampagne mit den inhaftierten Genossen in
der DDR 1981
Diese
Rede wurde später im Jahre 1990 von der KPD/ML in ihrem
Theoretischen Organ „Der Weg der Partei“ (Nr. 2/90)
veröffentlicht – zum Gedenken an seinen 5. Todestag. Die
KPD/ML veröffentlicht diese Rede heute nach 25 Jahren erstmals
im Internet und zwar aus aktuellem Anlass des 30. Jahrestages der
Gründung der Sektion DDR 1975/76 und des diesjährigen 83.
Geburtstages unseres Genossen Ernst (12. 4. 1923).
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Rund
zehn Genossen und Sympathisanten der KPD Sektion DDR wurden im
letzten Jahr in der DDR verhaftet und zum Teil schon zu langjährigen
Freiheitsstrafen verurteilt. Diese Verhaftungen haben zahlreiche
Solidaritätsaktionen sowohl im In – als auch im Ausland
ausgelöst: Protest-Resolutionen, Luftballonaktionen an der
Grenze zur DDR, Informationsstände, Tausende
Protestunterschriften, Sammlungen, Veranstaltungen, Aktionen wie vor
der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn und auf dem
Alexanderplatz in Ostberlin; Proteste vor den DDR-Botschaften auch
im Ausland, Flugblätter, Plakate in Portugal, Dänemark,
Schweden und anderen westeuropäischen Ländern, in Amerika,
Neuseeland, ja selbst in der Dominikanischen Republik.
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Was
zeigt uns die Entwicklung in Polen ?
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Wenn
wir zu diesen Verhaftungen Stellung nehmen, so kommen wir nicht
umhin, uns auch mit grundsätzlichen Fragen zu beschäftigen,
wie zum Beispiel: Was ist das für ein Gesellschaftssystem, das
man in der DDR den „realen Sozialismus“ nennt ?
Hat dort die Arbeiterklasse die Macht ? Wenn nicht, wie kann sie sie
wiedererlangen ? Was zeigt uns die Entwicklung in Polen usw. usf...
Natürlich kann dies keine umfassende Analyse sein, aber
schließlich müssen wir ja einmal beginnen, die Frage der
revisionistischen Entartung der ehemals sozialistischen Länder
grundlegender zu stellen, um aus den Erfahrungen zu lernen, um der
Arbeiterklasse glaubhaft zu zeigen:
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Diese
Entartung, diese Rückkehr zu Verhältnissen der Ausbeutung
und Unterdrückung ist kein Gesetz der Natur, keine
zwangsläufige Erscheinung.
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Die
allgemeine, tief gehende Wirtschafts - und Finanzkrise, die die
gesamte kapitalistische Welt erfasst hat, wirkt sich zunehmend auch
auf die revisionistischen Länder des Ostens aus, verschärft
die Widersprüche zwischen ihnen und treibt sie, wie das
polnische Beispiel zeigt, an den Rand einer wirtschaftlichen
Katastrophe. Die Wiederherstellung des Kapitalismus in allen
Ländern des Warschauer Paktes, die allseitige, Milliardensummen
verschlingende Militarisierung, die Öffnung der Länder
gegenüber dem westlichen Kapitalexport – das alles führte
zu enormen Versorgungsschwierigkeiten, Preissteigerungen und
wachsender Arbeitslosigkeit. Polen, wo sich die Widersprüche
zwischen Lohnarbeit und (Staats-) Kapital bisher am stärksten
zugespitzt haben, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.
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Vor
der Arbeiterklasse der revisionistischen Länder steht als
strategisches Ziel die Wiederherstellung der verratenen Herrschaft
der Arbeiterklasse, der Diktatur des Proletariats. Der Weg zur
Erreichung dieses Ziels wird sicher nicht leicht, voller Windungen,
Schwierigkeiten und auch Rückschläge sein. Wie sehr sich
die Lage in Polen zugespitzt hat, sehen wir nicht nur an den
vielfältigen Kampfaktionen der polnischen Arbeiterklasse, ihrem
spontanen Streben, sich im Kampf zu organisieren, wie es sich in der
Schaffung ihrer Gewerkschaft „Solidarität“
(„Solidarność“) ausdrückt, sondern
auch in der Unfähigkeit der herrschenden Klasse, die Situation
in den Griff zu bekommen, ihrer Drohung mit dem Ausnahmezustand und
dem Streikverbot, ihrer Warnung vor einem Bürgerkrieg.
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Dabei
wirkt sich die Krise in den einzelnen Staaten infolge der
ungleichmäßigen Entwicklung im Kapitalismus graduell
durchaus unterschiedlich aus. Wie in Westeuropa derzeit Länder
wie England, Italien u.a. stärker betroffen sind als
beispielsweise Schweden, die Schweiz und auch noch die
Bundesrepublik, so ist es auch in Osteuropa und auf dem Balkan.
Außer Albanien, das ohne Krise unbeirrt beim Aufbau des
Sozialismus voranschreitet, sind alle Länder mehr wie Polen,
Rumänien, Jugoslawien, die Sowjetunion oder weniger wie Ungarn,
die Tschechoslowakei, die DDR betroffen. In Polen reift, wenn es den
Herrschenden nicht gelingt, die Krise zu meistern -, wozu sie
offensichtlich nicht in der Lage sind – eine revolutionäre
Situation heran.
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Nun
wissen wir als Marxisten-Leninisten, dass eine Revolution, ohne eine
revolutionäre Situation unmöglich ist, wobei nicht jede
revolutionäre Situation zur Revolution führt.
„Damit
es zur Revolution kommt, genügt es in der Regel nicht“,
wie Lenin feststellte, „dass
die ´unteren Schichten` in der alten Weise `nicht mehr leben
wollen` , es ist noch erforderlich, dass die ´oberen
Schichten` in der alten Weise `nicht leben können. -
2.
Die Not und das Elend der unterdrückten Klassen verschärfen
sich über das gewöhnliche Maß hinaus. 3. Infolge der
erwähnten Ursachen steigert sich erheblich die Aktivität
der Massen, die sich in der `friedlichen` Epoche ruhig ausplündern
lassen, in stürmischen Zeiten dagegen sowohl durch die ganze
Krisensituation als auch durch die ´oberen Schichten` selbst
zu selbstständigem historischen Handeln gedrängt werden.
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Ohne
diese objektiven Veränderungen, die unabhängig sind vom
Willen nicht nur einzelner Gruppen und Parteien, sondern auch
einzelner Klassen, ist eine Revolution – in der Regel –
unmöglich“ (Lenin, Band 21, Seite 206/7).
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Aber
wie gesagt – nicht jede revolutionäre Situation führt
auch zur Revolution.
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„Warum?
Weil nicht aus jeder revolutionären Situation eine
Revolution hervorgeht, sondern nur nur aus solchen Situationen,
in der zu den oben aufgezählten, objektiven Veränderungen
noch eine subjektive hinzukommt, nämlich die Fähigkeit der
revolutionären Klasse zu revolutionären Massenaktionen,
genügend stark, um die alte Regierung zu stürzen (oder zu
erschüttern), die niemals, nicht einmal in einer Krisenepoche,
zu Fall kommt`, wenn man sie nicht `zu Fall bringt`“ (Lenin,
Band 21, Seite 207).
-
Was
heißt das nun auf Polen angewandt ? Kann das polnische
Proletariat – sieht man einmal vom Verhalten der sowjetischen
Sozialimperialisten ab, die dann mit Sicherheit eingreifen würden
– zur Revolution kommen, kann es die subjektive Fähigkeit
zu revolutionären Massenaktionen entwickeln, die genügend
stark sind, die alte Regierung zu stürzen ? Sicher kann es das
! Zu behaupten, wie dies manchmal geschieht, nur mit einer
marxistisch-leninistischen Partei an der Spitze, sei eine Revolution
möglich, ist schlichtweg falsch ( wie zum Beispiel die Pariser
Kommune beweist) und eine Leugnung der Gesetzmäßigkeit
der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, des historischen
Materialismus.
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Zu
sagen, dass es in Polen ohne kommunistische Partei nicht zur
Revolution kommen kann, heißt praktisch nichts Anderes, als
dem Proletariat seine Eigenschaft als revolutionäre Klasse
abzusprechen, sein spontanes Streben zum Sozialismus -, das erst die
Tätigkeit der kommunistischen Partei sinnvoll macht-, zu
leugnen. Dass ein solches Streben auch heute noch in der
polnischen Arbeiterklasse vorhanden ist, zeigt sich selbst im
21-Punkte-Programm der „Solidarität“, wo es
neben durchaus berechtigten ökonomischen und demokratischen
Forderungen, solche gibt, die wie die nach Abschaffung von
Privilegien der herrschenden Klasse und ihrer Lakaien, die
Beseitigung der Luxusläden etc. durchaus in Richtung auf die
Wiederherstellung des Sozialismus zielen, auch wenn dies den meisten
polnischen Arbeitern nicht bewusst ist. Und wenn die polnischen
Arbeiter gegen gegen korrupte Partei – und Staatsfunktionäre
vorgehen, wenn sie die Wahl der Fabrikdirektoren durch die
Belegschaft fordern, so sind diese Forderungen, die nicht nur im
Widerspruch zum staatsmonopolistisch-kapitalistischen System in
Polen stehen, sondern sich auch gegen eine Wiederherstellung des
Kapitalismus alter, westlicher Prägung richten.
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Eine
andere Frage ist, was wäre das derzeitige Ergebnis einer
solchen Revolution der polnischen Arbeiterklasse ? Eine Rückkehr
zum Sozialismus ? Sicherlich nicht. Zu stark sind zur Zeit in
Polen – auch innerhalb der Arbeiterklasse, eben infolge des
Verrats der modernen Revisionisten – die Kräfte, die alle
möglichen revisionistisch-kapitalistischen Gesellschaftsmodelle
propagieren oder jene der offenen Reaktion, wie der katholische
Klerus u.a., die eine Wiederherstellung der kapitalistischen
Gesellschaft in alter Form anstreben.
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Doch
was folgt daraus ? Soll man den polnischen Arbeitern raten, auf die
Revolution ( sollte es dazu kommen) zu verzichten ? Einmal
abgesehen davon, dass solch ein Rat völlig nutzlos wäre,
da sich eine revolutionäre Situation eben unabhängig vom
Willen nicht nur „einzelner
Gruppen und Parteien, sondern auch einzelner Klassen“
entwickelt, was sollte das bringen ? Soll man
ihre Revolution, da wir von vornherein wissen, dass sie ohne die
Führung durch eine marxistisch-leninistische Partei nicht zum
Sozialismus führt, als Konterrevolution verurteilen ?
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Was
tun sie anderes, die polnischen Arbeiter, als sich gegen ein
sozialfaschistisches Regime zu wehren, das sie ausbeutet und
unterdrückt. Verurteilten wir etwa den revolutionären
Kampf des nicaraguanischen Volkes, der Arbeiterklasse Nicaraguas,
die sich gegen das faschistische Somoza-Regime erhoben, als
konterrevolutionär, weil er nicht unter der Führung einer
marxistisch-leninistischen Partei, sondern verschiedenster
revisionistischer, bürgerlicher und klerikaler Gruppen erfolgte
? Niemand würde auf solch einen Gedanken kommen. Nein, was die
polnischen Marxisten-Leninisten tun können und tun müssen,
ist, nicht sich abseits zu stellen, sondern durch ihre Teilnahme
am revolutionären Kampf der Arbeiterklasse, durch ihr
vorbildliches Verhalten die korrekte marxistisch-leninistische
Partei schaffen mit dem Ziel, die spontane Bewegung der Arbeiter in
Richtung Sozialismus zu lenken.
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Natürlich
wissen wir, dass dem spontanen Streben der Arbeiterklasse zum
Sozialismus ihre Hinneigung zur bürgerlichen Ideologie, zu der
auch die verschiedenen Spielarten des Revisionismus zählen,
entgegensteht. Trotz ihrer spontanen Hinneigung zum Sozialismus
drängt sich die bürgerliche Ideologie den Arbeitern
spontan am meisten auf, ist sie am weitesten verbreitet. Wäre
dem nicht so, wäre die ganze praktische Arbeit unserer
kommunistischen Partei, ihre kommunistische Agitation und
Propaganda, ja wäre die „Vereinigung von
Arbeiterbewegung und Sozialismus“ überflüssig.
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Der
Genosse Stalin brachte dazu ein anschauliches Beispiel:
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„Was
ist wissenschaftlicher Sozialismus ohne Arbeiterbewegung ? Ein
Kompass, der, macht man von ihm keinen Gebrauch, nur verrosten kann,
und dann müsste er über Bord geworfen werden.
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Was
ist die Arbeiterbewegung ohne Sozialismus ? Ein Schiff ohne Kompass,
das auch so am anderen Ufer landen wird, das jedoch, wenn es einen
Kompass hat, das Ufer bedeutend schneller erreichen und weniger
Gefahren ausgesetzt sein würde.
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Vereinigt
Beides, und ihr erhaltet ein prächtiges Schiff, das direkt nach
dem anderen Ufer steuert und den Hafen unbeschädigt erreicht“
(Stalin, Bd. 1, Seite 88/89).
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Das
heißt, natürlich wird auch ohne die Hilfe der
kommunistischen, der marxistisch-leninistischen Partei die
Arbeiterklasse irgendeines Tages bei der proletarischen Revolution,
beim Aufbau des Sozialismus, des Kommunismus angelangt sein. Aber
unter welch ungeheuren Opfern durch den faschistischen Mordterror,
in imperialistischen Kriegen usw. usf... Sollen wir bis dahin
warten ? Die Hände in den Schoß legen ? Oder sollen wir,
wie es unsere Aufgabe, unsere Pflicht als Kommunisten gegenüber
unserer Klasse ist, diesen Prozess beschleunigen, indem wir die
kommunistische Ideologie, das sozialistische Bewusstsein in die
spontane Arbeiterbewegung hinein tragen, um auf diese Weise dem
Kampf des Proletariats kommunistischen, marxistisch-leninistischen
Charakter zu verleihen ?
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Wie
wichtig dies ist, zeigt uns gerade wieder anschaulich das Beispiel
Polens und der anderen ehemals sozialistischen Länder, lehren
uns die bitteren Erfahrungen der letzten Jahrzehnte. Denn
offensichtlich genügt es nicht, am anderen Ufer zu landen, um
dann den Kompass an Bord zu lassen oder ihn mutwillig zu zerstören,
weil dies eigenen Interessen nützlicher ist. Denn das Neuland,
das wir da betreten, ist noch kein Paradies. Wir müssen es erst
dazu machen. Dazu aber brauchen wir ebenfalls den Kompass, den
wissenschaftlichen Sozialismus, den Marxismus-Leninismus, die
Partei, die ihn in die Massen trägt. Richten wir uns nicht nach
ihm, landen wir im Dschungel, verirren wir uns in der Wüste,
verhungern oder verdursten wir.
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Organisierter
Widerstandskampf gegen den Verrat an den Prinzipien des
Marxismus-Leninismus
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Und
es ist geradezu lächerlich, wenn die Parteibonzen in Polen wie
auch in der DDR den Arbeitern angesichts der Versorgungsengpässe,
steigenden Preise, mangelndem Wohnraum, Korruption, Schieberei etc.
zu erklären versuchen, dabei handele es sich um
„Anfangsschwierigkeiten beim Aufbau des Sozialismus“
- nach 30 Jahren ?? Waren die DDR und Polen etwa unterentwickelte
Länder ? Nein, hier handelt es sich nicht mehr und nicht
weniger, als um bewussten Verrat an den Prinzipien des
Marxismus-Leninismus.
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Dann
ist es natürlich leicht, dass Demagogen kommen und sagen:
„...kommt, lasst uns zurückkehren auf das Schiff,
zurückkehren in die alte Heimat. Da hatten wir, wenn es uns
auch dreckig ging, immer noch mehr als hier. Da brauchten wir nicht
stundenlang Schlange zu stehen, um ein wenig Obst oder Fleisch. Da
konnten wir – wenn auch in Maßen – noch unsere
Meinung sagen.“
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Und
was antwortet die Arbeiterklasse ? Da ist was dran. „Ein
`Sozialismus` ohne ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit
den nötigen Dingen des täglichen Lebens, ohne Demokratie
für die werktätigen Massen, in dem eine neue Schicht
Privilegierter sich auf Kosten unserer Arbeitskraft schamlos
bereichert, kann uns gestohlen bleiben.“ Und die große
Mehrheit sieht nicht, angesichts ihrer täglichen praktischen
Erfahrungen mit dem „realen Sozialismus“, dass
dieser mit Sozialismus im Sinne des Marxismus-Leninismus nicht das
Geringste gemein hat, dass er eine Frucht ist, ein Apfel, der zwar
nach außen hin noch aussieht wie ein Apfel, der aber nach
innen bis aufs Mark verrottet ist.
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Das
ist es, was die Lage in den Ländern des Ostens, des Warschauer
Paktes u.a. so kompliziert macht. Es ist ja nicht so, dass es dort
massenhaft Kommunisten, Marxisten-Leninisten gibt, die sich nur an
die Arbeiterklasse zu wenden brauchen, und schon liefe die Sache,
die Diktatur des Proletariats würde wieder hergestellt. Schon
lange vorbei sind die Zeiten, da wir noch hoffen konnten, innerhalb
der kommunistischen Parteien dieser Länder würde sich ein
ausreichender Widerstand entwickeln, um die Macht des bürokratisch
revisionistischen Apparates zu brechen. 25 Jahre sind seit dem
offenen Verrat der Chruschtschow-Revisionisten an den Prinzipien des
Marxismus-Leninismus vergangen. Eine Generation ist herangewachsen,
die nichts anderes kennen gelernt hat als ihren „realen
Sozialismus“, mit dem sie höchst unzufrieden sind.
Und die alten Bolschewiki ? Sie resignieren oder haben sich
angepasst.
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So
stehen wir im Osten wie im Westen vor einer Situation, vor der
unsere Großväter und Urgroßväter standen,
nämlich: den wissenschaftlichen Sozialismus, den
Marxismus-Leninismus erneut in die Arbeiterbewegung zu tragen, wahre
kommunistische, bolschewistische Parteien zu schaffen, die es
verstehen, sich im Kampf eng mit den Massen zu verbinden und ihr
Vertrauen zu erringen. Wobei unsere Hauptschwierigkeit darin
besteht, die durch den Verrat der modernen Revisionisten
hervorgerufene Resignation in der Arbeiterklasse zu überwinden,
wobei unser Vorteil ist, dass wir uns auf eine Fülle von
Erfahrungen der Geschichte der kommunistischen Bewegung stützen
können. Gelingt es uns, aus ihren Fehlern zu lernen, werden wir
mit Sicherheit unser Ziel: die Errichtung bzw. die Wiedererrichtung
des Sozialismus erreichen. Das gilt für die Bundesrepublik wie
für die DDR.
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Anders
als in den anderen revisionistischen Ländern gibt es in der DDR
heute eine organisierte kommunistische Partei, die Sektion DDR der
Kommunistischen Partei Deutschlands. Sechs Jahre ist es jetzt her,
als um die Jahreswende 1975/76 diese Partei gegründet wurde, in
deren Gründungserklärung es u.a. hieß:
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„Statt
Festigung des Sozialismus verfolgte die SED Ökonomismus, die
Theorie des materiellen Anreizes. Statt ideologischer
Revolutionierung der Massen, Bürokratismus und Förderung
des bürgerlichen Denkens. Die Revisionisten verwandelten die
SED in eine bürgerliche, sozialfaschistische Partei.“
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Die
KPD der DDR organisierte ihren Kampf in tiefer Illegalität. Man
traf sich in kleinsten Gruppen, gab Flugblätter heraus, schrieb
Artikel für das Zentralorgan ihrer Partei, den „Roten
Morgen“ - Ausgabe DDR. Sie verschickten ihn, gaben ihn
interessierten, vertrauenswürdigen Kollegen und Nachbarn. Über
Nacht erschienen Parolen an den Fabrikmauern. Immer häufiger
fanden DDR-Bürger Propagandamaterial der Partei in ihren
Briefkästen, Telefonzellen etc. Zuerst in Ostberlin. Hier
erschien in regelmäßigen Abständen die illegal
herausgegebene, hektografierte Zeitschrift „Der Rote Stachel“.
Kolleginnen und Kollegen des Braunkohlekombinats Schwarze Pumpe und
seiner Versorgungsbetriebe fanden immer öfter die
Betriebszeitung der KPD „Roter Blitz“ an ihrem
Arbeitsplatz [Nach der Revolution in der DDR, nach der Vereinigung
der Sektionen zu einer Partei, wurde zu Ehren der Genossen von der
Sektion DDR der Name unseres Zentralorgans „Roter Morgen“
in „Roter Blitz“ umbenannt bis weit über die Mitte
der 90er Jahre – Anmerkung der Redaktion. Damit wurde viel
zerbrochenes Porzellan wieder etwas gekittet].
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Nach
und nach dehnten sich die Aktivitäten der Partei auf die ganze
DDR aus. Nach Rostock, Magdeburg, Frankfurt/Oder, Karl-Marx-Stadt,
Dresden, Leipzig, Gera, Halle usw. In nahezu allen größeren
Städten der DDR nahmen Kommunisten den Kampf auf gegen das
volksfeindliche Honecker-Regime, das als Lakai von Moskaus Gnaden
seine Macht auf sowjetischen Bajonetten stützt.
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Jahrelang
war es den Staatssicherheitsbehörden der DDR, dem Stasi, nicht
gelungen, der kommunistischen Opposition auf die Spur zu kommen.
Erst zwei Ereignisse veranlassten sie zu erhöhter Aktivität.
Einmal die Ereignisse in Polen, vor deren Auswirkungen auf die
Werktätigen der DDR die SED-Machthaber sich zu fürchten
begannen. Zum Anderen die in diesem Zusammenhang wachsenden
Aktivitäten der Partei, die sich auch in einer Verstärkung
des Kampfes für die Erhaltung des Friedens durch die
Veröffentlichung und Verbreitung des Friedensplanes der KPD
Sektion DDR ausdrückten.
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Die
Genossen der DDR hatten die Lage in Polen durchaus korrekt
eingeschätzt und in proletarischer Klassensolidarität ihre
Aktivitäten entfaltet:
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„Unser
Hauptaugenmerk lag auf der rückhaltlosen Unterstützung der
polnischen Klassenbrüder. Ein Volk hat sich geschlossen und
diszipliniert gegen seine Peiniger erhoben. Erhoben auf
gewerkschaftlicher Eebene – durch Streik ! Wir haben eine
ganze Reihe von Flugblättern, Handzetteln und Plakaten verteilt
und angebracht. Losungen wurden gemalt und in Diskussionen mit
Kollegen wurde der chauvinistischen Hetze der SED konkret entgegen
getreten. Wir haben stets sauber zu trennen verstanden zwischen den
berechtigten Forderungen der polnischen Arbeiter und davon
profitierenden Dissidentengruppen, die auf dem Rücken der
Arbeiter ihr Süppchen kochen möchten.“
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Zur
weiteren Entwicklung in Polen stellten sie fest:
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„Die
PVAP-Bonzen werden versuchen, einige Führer der neuen
Gewerkschaft zu kaufen und andere einzuschüchtern, so dass die
spontane Bewegung sicher nicht über einen begrenzten Rahmen
hinauswachsen wird. Das Fehlen einer wahrhaften Arbeiterpartei, die
sich die Führung des Kampfes erobern müsste, wird den
polnischen Kollegen noch manche bittere Niederlage bescheren. Aber
unsere Partei ist guter Hoffnung, dass auch die revolutionären
Kräfte Polens sich sammeln und organisieren werden“
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(Interview
im „Roten Morgen“ DDR – Ausgabe, Januar 1981). -
Kein
Wunder, dass solche Aktivitäten den Machthabern der DDR, die
durch eine chauvinistische Hetze „die Polen sind faul;
typisch polnische Misswirtschaft; die Polen wollen die DDR leer
kaufen; alles Schieber und Spekulanten“, die Bevölkerung
der DDR gegenüber den Ereignissen in Polen zu immunisieren
versuchten, höchst ungelegen kam. So schlugen sie zu. Es kam zu
den bekannten Verhaftungen von zehn Genossen und Sympathisanten der
KPD der DDR, darunter die Genossen Manfred Wilhelm und Andreas
Bortfeldt, die zur Zeit schon fast ein Jahr in Untersuchungshaft
sitzen.
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Von
Anfang an versuchte die Führung der DDR, den Mantel des
Schweigens über die Verhaftungen auszubreiten, versuchten ihre,
wie auch die bundesdeutschen Massenmedien zu verhindern, dass
bekannt wird, dass es in der DDR eine kommunistische Opposition
gibt, eine Partei, die sich Kommunistische Partei Deutschlands
nennt. Eine Opposition der „kleinen Leute“, denn es
waren und sind ja nicht nur unsere Genossen, die ins Gefängnis
gingen, weil sie gewagt hatten, eine andere als die offiziell
verordnete Meinung zu sagen. Arbeiter, wie die aus den Thüringer
Betrieben, die im Juli, August letzten Jahres verhaftet wurden, weil
sie in Betriebsdiskussionen eine Demokratisierung des Freien
Deutschen Gewerkschaftsbundes gefordert und dabei auf die Bewegung
in Polen verwiesen hatten. Arbeiter wie die Berliner Maurer Detlef
Abramson, der zu zehn Monaten Haft verurteilt wurde, weil er in
einem Gespräch mit Bekannten erklärt hatte: „Wir
müssten das Gleiche machen wie in Polen.“
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Bekannt
in der Bundesrepublik, im Westen, ist die Opposition der
prominennten Leute, bekannter Schriftsteller, Liedermacher,
Wissenschaftler etc. Kaum ein Tag vergeht, dass die bürgerliche
Presse nicht über Leute wie zum Beispiel Sacharow schreibt, der
sich nicht einmal im Gefängnis, sondern „nur“ in
Verbannung befindet. Wer aber schreibt über die vielen tausend
Unbekannten, Arbeiter, Angestellte, Bauern, die sich in den
Gefängnissen ihres „Arbeiter- und Bauernstaates“
DDR befinden ? Da zahlreiche Verhaftungen kaum bekannt werden und
die Prozesse unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden,
ist die Zahl schwer festzustellen. Aber man rechnet mit 3 000 bis 7
000 politischen Gefangenen in der DDR.
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Ihrer
oppositionellen Intelligenz, ihren Intellektuellen gegenüber
gibt sich die DDR „liberal“. Da beschränkt man sich
auf Berufsverbote, Ausweisung, Isolierung und andere Schikanen.
Anders gegenüber den „einfachen Leuten“. Professor
Havemann, Antifaschist und bekannter DDR-Regime-Kritiker in
Ostberlin äußerte sich dazu 1975 in einem Interview:
„Diese so genannten einfachen Leute werden für einen
Bruchteil von dem eingesperrt, was wir jeden Tag sagen und tun.“
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So
ist die DDR nicht nur ein Arbeiter- und Bauerngefängnis, weil
sie durch Mauern und Minen, durch Stacheldraht und
Selbstschussanlagen ihre arbeitsfähigen Bürger –
außer der linientreuen Parteiprominenz – daran hindert,
ihr Land zu verlassen, sondern sie ist es im wörtlichen Sinne.
Denn die Gefängnisse der DDR sind nicht etwa überfüllt
mit Schiebern, Spekulanten etc., sondern eben mit diesen „einfachen
Leuten“, die nichts anderes taten, als Kritik am so genannten
„Arbeiter- und Bauernstaat“ zu äußern, oder
an Jugendlichen, die ihren so genannten Arbeiter- und Bauernstaat
ganz einfach satt hatten und ihn verlassen wollten.
-
Aber
muss nicht jeder Staat – also auch die DDR – auf die
Einhaltung seiner Gesetze achten ? Sicher, nur um welche Gesetze
handelt es sich hier ? Nach welchen Gesetzen wird hier verurteilt ?
Da ist einmal der berüchtigte Paragraph 106,
„staatsfeindliche Hetze“, auf den eine
Gefängnisstrafe bis zu acht Jahren steht. Danach werden
verurteilt die „Diskriminierung gesellschaftlicher
Verhältnisse und Repräsentanten der DDR“
oder „Wer Freundschafts- und Bündnisbeziehungen der
DDR diskriminiert“. Mit diesem, wie auch dem Paragraph
220, „Staatsverleumdung“, lässt sich
praktisch jede Kritik abwürgen.
-
Da
reicht es, Versorgungsengpässe, Antreiberei in den Betrieben,
das süße Leben von Partei – und Staatsfunktionären,
Korruption, Vetternwirtschaft, die Ausplünderung der DDR durch
das sowjetische „Bruder“land etc. zu kritisieren, um für
Jahre hinter Gefängnismauern zu verschwinden. Hinzu kommen
Paragraphen wie 221, „Herabwürdigung ausländischer
Persönlichkeiten“, 217, „Zusammenrottung“,
215, „Rowdytum“, nach dem zum Beispiel die
Mitglieder des Solidaritätskomitees verurteilt wurden,
die mit ihrer Aktion auf dem Alexanderplatz in Ostberlin auf die
Inhaftierung unserer Genossen und Sympathisanten in der DDR
aufmerksam machen wollten.
-
Als
Marxisten-Leninisten wissen wir, dass es kein über den Klassen
stehendes Recht gibt. Das Recht ist immer das Recht der herrschenden
Klasse. Im Kapitalismus dient es der Niederhaltung der
Arbeiterklasse, der Aufrechterhaltung der kapitalistischen
Ausbeuterordnung. Im Sozialismus dient es der Arbeiterklasse, den
Werktätigen und der Niederhaltung der Kapitalisten, der
Ausbeuter alter und neuer Prägung, der Sicherung der Diktatur
des Proletariats.
-
Kann
man aber einen Staat, der seine Bürger, die sich gerade für
die Sicherung der Herrschaft der Arbeiterklasse einsetzen, ins
Gefängnis wirft, noch als sozialistisch bezeichnen ? Nach
Artikel 20 der Verfassung der DDR sind jedem Bürger
dieses Staates „Gewissens – und Glaubensfreiheit
gewährleistet“. Nach Artikel 27 hat „jeder
Bürger der Deutschen Demokratischen Republik das Recht, den
Grundsätzen dieser Verfassung gemäß, seine Meinung
frei und öffentlich zu äußern ... Niemand darf
benachteiligt werden, wenn er von diesem Recht Gebrauch macht.“
-
Niemand
darf benachteiligt werden, wenn er von diesem Recht Gebrauch macht ?
Ein Hohn ! Was anderes haben unsere in der DDR eingekerkerten
Genossen denn gemacht ? Oder ist es etwa gegen die Verfassung
der DDR, in der es so schön heißt, die DDR
„unterstützt die Bestrebungen der Völker nach
Freiheit und Unabhängigkeit“, Solidarität mit
den um ihre demokratischen und ökonomischen Freiheiten
streikenden polnischen Arbeiter- und Klassenbrüdern zu üben.
-
Wobei
sie zugleich vor den westlichen imperialistischen Kreisen, dem
katholischen Klerus und anderen Leuten wie Walesa u.a. warnten, die
versuchen, auf den Rücken der Arbeiter ihr kapitalistisches
Süppchen zu kochen.
-
Oder
ist es gegen die Verfassung der DDR, nach der
„Glaubens-, Rassen – und Völkerhass als
Verbrechen geahndet“ werden, sich gegen die
chauvinistische Propaganda und Hetze der SED - „die Polen
sind faul; typisch polnische Misswirtschaft, die Polen wollen die
DDR leer kaufen, alles Schieber und Spekulanten“ - zu
wenden, gegen den neudeutschen Größenwahn á la SED
?
-
Ist
es gegen die Verfassung der DDR, die sich selbst als
Friedensstaat bezeichnet und sich in ihrer Verfassung „für
die allgemeine Abrüstung“ einsetzt, konkrete Schritte in
diese Richtung zu fordern. Eben nicht nur gegen den so genannten
Nachrüstungsbeschluss im Westen, gegen die Mitgliedschaft der
BRD in der NATO, sondern gleichzeitig auch für den Beginn
einseitiger Abrüstungsmaßnahmen durch die DDR, für
die Erklärung der Neutralität durch die DDR zu sein. Und
darüber hinaus konkrete Vorschläge für die volle
gegenseitige Anerkennung beider deutscher Staaten, für ihr
friedliches Nebeneinanderleben zu machen.
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Oder
ist es nach der Verfassung der DDR, die noch von sich
behauptet, „ein sozialistischer Staat“ zu sein,
in dem „die politische Organisation der Werktätigen in
Stadt und Land, die gemeinsam unter der Führung der
Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei den
Sozialismus verwirklichen“ (Artikel 1), ein
Verbrechen, die Praxis des so genannten „realen Sozialismus“
zu kritisieren und für einen wahren Sozialismus gemäß
den Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin zu kämpfen ?
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Welch
eine Heuchelei zu behaupten, Marxisten-Leninisten, für die
Führung durch die Arbeiterklasse zu sein, gleichzeitig aber
Marxisten-Leninisten, Arbeiter, die für die Einhaltung der
marxistisch-leninistischen Normen, für die Verwirklichung der
Herrschaft der Arbeiterklasse eintreten, ins Gefängnis zu
werfen. Sie wie Schwerverbrecher in strenger Einzelhaft zu
isolieren. Im Zuge der Sippenhaft ihre Angehörigen zu
schikanieren, stundenlangen Verhören zu unterwerfen, zu drohen,
ihnen die Kinder zu nehmen und in Stasi-Erziehungsanstalten
einzuweisen. Sie in Haft – wie in den Kz´s der
Hitler-Faschisten – als Politische der Aufsicht und der
Schikane von Kriminellen zu unterstellen. Ihre Verteidigung durch
die Geheimhaltung der Anklageschrift zu erschweren. Ihre Prozesse
unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen.
-
Warum
werden die Prozesse gegen die Genossen in der DDR unter Ausschluss
der Öffentlichkeit, in Anwesenheit bürgerlicher
Pressevertreter zu führen ? Man hatte nichts zu verbergen.
Haben sie, die führenden Herren der SED etwa Angst, dass die
Angeklagten Manfred Wilhelm, Andreas Bortfeldt u.a. zu Anklägern
werden könnten, zu Anklägern ihres sozialfaschistischen
Herrschaftssystems ?
-
Sozialfaschistisch
?
-
Sicher,
mit der Art des Faschismus Nazi-Deutschlands, lateinamerikanischer
Diktaturen, der Türkei usw., lässt sich das Regime der DDR
nicht vergleichen. Wenn wir von „sozialfaschistisch“
sprechen, dann meinen wir damit jene besondere Art der Diktatur, die
sich aus der Entartung des Sozialismus, dem Entstehen einer neuen
bürgerlichen Klasse, der staatskapitalistischen Herrschaftsform
entwickelte. Mehr oder minder ausgeprägt existiert sie in
allen revisionistischen Ländern. Die Herrschaft der
polnischen Militärkamarilla ist derzeit der höchste
Ausdruck einer sozialfaschistischen Diktatur.
-
Typisch
für den Faschismus ist, dass die Opposition der Arbeiterklasse,
vor allem ihre kommunistische Vorhutpartei, aber auch die
Gewerkschaften, zerschlagen wurden und ihr jedwedes organisierte
Handeln verboten ist. Was nicht ausschließt, dass sich die
Faschisten ihre eigenen pseudo-proletarischen
Arbeiterorganisationen, wie zum Beispiel die Nazis die „Deutsche
Arbeitsfront“ zulegen. Typisch für den
Sozialfaschismus ist das Gleiche, nur dass hier die Errichtung der
staatskapitalistischen Diktatur durch die langsame Umwandlung der
Organisationen der Arbeiterklasse, vor allem ihrer kommunistischen
Vorhutpartei, wie auch den Gewerkschaften und anderer
Massenorganisationen aus Instrumenten zur Sicherung der Diktatur des
Proletariats in Instrumente zu seiner Niederhaltung und
Unterdrückung erfolgte.
-
Die
Außerkraftsetzung des Prinzips des demokratischen Zentralismus
in Partei und Staat hatte zur Folge, dass sich ein Regime des
Kommandierens und Adminstrierens etablierte, das die Arbeiter, die
Werktätigen jeglicher demokratischer Rechte beraubte, wie sie
noch in der Verfassung der DDR verankert sind. Das trifft auch zu
auf die Artikel 28: „Alle Bürger haben das
Recht, sich im Rahmen der Grundsätze und Ziele der Verfassung
friedlich zu versammeln. Die Nutzung der materiellen Voraussetzungen
zur unbehinderten Ausübung dieses Rechts, der
Versammlungsgebäude, Straßen und Kundgebungsplätze,
Druckereien und Nachrichtenmittel wird gewährleistet“,
sowie den Artikel 29: „Die Bürger der DDR haben
das Recht auf Vereinigung, um durch gemeinsames Handeln in
politischen Parteien, gesellschaftlichen Organisationen,
Vereinigungen und Kollektiven ihre Interessen in Übereinstimmung
mit den Grundsätzen und Zielen der Verfassung zu
verwirklichen.“
-
Das
Recht auf Vereinigung in politischen Parteien ? Sicher, die DDR hat
solch ein revisionistisches Recht. Da gibt es bürgerliche bzw.
kleinbürgerliche Parteien wie die „Liberal
Demokratische Partei Deutschlands“ (LDPD),
die „Demokratische Bauernpartei Deutschlands“
(DBD), die „National Demokratische Partei
Deutschlands“ (NDPD). Und alle geben
regelmäßig ihre Presseorgane heraus. Doch eine wirklich
marxistisch-leninistische, eine kommunistische Partei gibt es nicht
– mehr. Warum – wenn schon bürgerliche –
lässt man nicht eine Partei zu, die die Interessen der
Arbeiterklasse vertritt wie die Kommunistische Partei Deutschlands ?
Weil die KPD nicht in Übereinstimmung steht mit den Grundsätzen
und Zielen der Verfassung ?
-
Bitte,
mit welchen denn nicht ? Mit dem Marxismus-Leninismus, der
Verwirklichung des Sozialismus ? „Dass der Mensch im
Mittelpunkt aller Bemühungen der sozialistischen Gesellschaft
und ihres Staates steht“ Dass „ was des Volkes
Hände schaffen, des Volkes eigen sei“ ? Dass die
„Ausbeutung des Menschen durch den Menschen für immer
beseitigt“ sein soll ? Gerade das ist es doch, wofür
unsere Genossen der DDR, wofür unsere Partei mit aller
Entschiedenheit kämpfen.
-
Wer
diese Prinzipien in Frage stellt, verrät, das sind doch
gerade sie, die Honecker und Co. Wie in der Bundesrepublik
klafft auch in der DDR ein Widerspruch zwischen Verfassung und
Verfassungswirklichkeit.
-
Viel
stärker als beispielsweise in der Bundesrepublik, ähnlich
wie zu Zeiten des Hitler-Regimes, ist die Presse, sind die
Massenmedien der DDR gleichgeschaltet. Presseerzeugnisse
dürfen nur mit Lizenz erscheinen, die bei mangelndem
Wohlverhalten gegenüber der neuen Bourgeoisie wieder entzogen
wird. Die Arbeiterklasse kommt nirgendwo zu Wort. Das
höchste, dass man hin und wieder einen kritischen Leserbrief
veröffentlicht. Somit sind all die schönen Worte in der
Verfassung der DDR nichts als Schall und Rauch, dazu bestimmt, den
Werktätigen Sand in die Augen zu streuen. Nimmt jemand die dort
garantierten Rechte wirklich in Anspruch, wie unsere Genossen in der
DDR, so landet er hinter Gefängnismauern.
-
Somit
trifft auf die DDR heute das zu, was für die Grundgesetze aller
bürgerlichen Staaten gilt, und was Lenin wie folgt
formuliert:
-
„Man
nehme die Grundgesetze, die `Gleichheit der Bürger vor dem
Gesetz` - und man wird auf Schritt und Tritt die jedem ehrlichen und
klassenbewussten Arbeiter wohl bekannten Heuchelei der bürgerlichen
Demokratie erblicken. Es gibt keinen einzigen Staat, und sei er auch
der demokratischste, wo es in der Verfassung nicht Hintertürchen
oder Klauseln gäbe, die der Bourgeoisie die Möglichkeit
sichern, bei Verstößen gegen die `Ruhe und Ordnung` - in
Wirklichkeit aber, wenn die ausgebeutete Klasse gegen ihr
Sklavendasein `verstößt` und versucht, sich nicht mehr
wie ein Sklave zu verhalten – Militär gegen die Arbeiter
einzusetzen, den Belagerungszustand zu verhängen u.a.m“
(Lenin, Band 28, S. 243).
-
Militär
gegen Arbeiter, Belagerungszustand, wer denkt dabei nicht an Polen ?
Und Herr Honecker irrt sich gewaltig, wenn er, wie auf dem letzten
Plenum des ZK der SED behauptet, die oppositionellen Kräfte in
Polen und wohl auch in der DDR seien gegen einen Sozialismus mit
Bolschewiki. Das mag auf einen Großteil der Führer der
„Solidarität“, erst Recht auf den
katholischen Klerus, der überhaupt gegen den Sozialismus ist,
zutreffen. Auf uns, auf die Genossen der KPD Sektion DDR, trifft es
überhaupt nicht zu. Im Gegenteil: Wir sind entschieden für
einen Sozialismus mit Bolschewiki ! Nur, dass diese bolschewistische
Partei, diese Partei neuen Typus nach leninschem Muster, eine Partei
der offenen Kritik und Selbstkritik, die aufgebaut ist nach den
Prinzipien des demokratischen Zentralismus in der DDR, nicht die SED
ist, dass es diese bolschewistischen Parteien in den anderen
revisionistischen Ländern nicht mehr gibt !
-
Ohne
eine solche korrekte marxistisch-leninistische Partei, die sowohl
Trupp als auch Vortrupp ihrer Klasse ist, lässt sich –
wie die Ereignisse bewiesen – der Sozialismus nicht
erfolgreich verwirklichen. Bekanntlich fängt der Fisch am
Kopf an zu stinken. Und so ...
-
-
...
begann die revisionistische Entartung,
-
die
Rückkehr zu kapitalistischen Verhältnissen in den Ländern
des Sozialismus stets mit der
-
Entartung
der kommunistischen Parteien.
-
Die
Prinzipien des Demokratischen Zentralismus, sowohl Zentralismus als
auch Demokratie, wurden außer Kraft gesetzt, Kritiken
abgewürgt, Selbstkritik zur leeren Phrase.
-
Bestand
in Kampfzeiten, vor der Revolution, durch die Verfolgungen durch die
Bourgeoisie noch eine natürliche Auslese ihrer Mitglieder, so
drängten sich nach der Errichtung des Sozialismus Karrieristen,
Trittbrettfahrer und andere bürgerliche Elemente in die Partei.
Intrigen und Machtkämpfe wuchsen. Es waren nicht mehr die
Besten, die Vorhut des Proletariats, die da aufgenommen wurden,
sondern die besten Ja-Sager und Anpasser, die sich mit dem
Parteibuch ein schnelles Fortkommen erhofften. Die Opferbereitschaft
sank. Erschwerend für die DDR kam noch hinzu die Vereinigung
der KPD mit der SPD zur SED.
-
Es
war sicher richtig, nach der gemeinsam erlittenen Verfolgung, in der
Zeit des Hitler-Faschismus, zu versuchen, eine einheitliche
Arbeiterpartei zu schaffen. Doch solch eine Partei konnte nur
eine bolschewistische sein. Das heißt, es hätte eine
gründliche ideologische und politische Schulung und Umerziehung
der ehemaligen sozialdemokratischen Genossen erfolgen müssen,
was auch anfangs ansatzweise geschah. In der Perspektive aber setzte
sich mehr und mehr revisionistisches, sozialdemokratisches
Gedankengut durch.
-
Auch
bei den Kadern traten nach 1945 Entartungserscheinungen auf.
Mancher, der unter kapitalistischen Verhältnissen Opfer
gebracht hatte, wollte jetzt die Früchte seines Kampfes ernten.
Nicht im allseitigen Aufbau des Sozialismus, sondern im eigenen
persönlichen Wohlergehen. Man entfernte sich mehr und mehr von
der eigenen Klasse. War es nach 1945 noch zu verstehen, dass
diejenigen, die aus den KZ`s, aus der Emigration heimkehrten, zur
Regenerierung ihrer Kräfte mehr erhielten, als jene, die dem
Hitler-Regime keinen Widerstand entgegengesetzt oder gar von ihm
profitiert hatten, so musste dieser Unterschied beim weiteren Aufbau
des Sozialismus doch nach und nach verschwinden.
-
Das
jedoch geschah nicht. Stattdessen wurden diese Sonderrechte der
Parteiprominenz, der Einkauf in Sonderläden, die bessere
medizinische Versorgung in eigenen Kliniken und Erholungsheimen zur
Regel. Bestimmt war es richtig, die Kapitalisten aus ihre
Luxusvillen und Schlösser zu jagen, soweit sie sich nicht schon
selbst abgesetzt hatten, doch nicht, um sie zu eigenen
Luxusherbergen zu machen, sondern zu Kindergärten,
Erholungsheimen für die Werktätigen, Gästehäusern
usw.
-
Wohin
diese Entwicklung geführt hat, sehen wir heute. Eine Partei –
und Staatsprominenz, die so genannten Wandlitzfürsten Honecker,
Stoph u.a., die ihr Domizil in bester Lage am Wandlitzsee nördlich
von Ostberlin errichteten. Umgeben von Meter hohen Mauern, bewacht
von einem Bataillon von Elitesöldnern. In Luxusvillen mit 10
bis 15 Zimmern, eingerichtet mit Bädern aus Frankreich, Möbeln
aus Italien, Sommer – und Winterdatschas, eigener Ferieninsel,
einem Heer von Bediensteten – vom Butler und Koch bis zum
Zimmer- und Kindermädchen etc. unterscheidet sich das Leben
dieser „crème de la crème“, der
obersten 200 der DDR, in deren Händen sich alle Macht befindet,
nicht mehr vom Leben ihrer kapitalistischen Klassenbrüder im
Westen.
-
Kaum
weniger angenehm lebt die Schicht der oberen 10 000, der Generäle,
hohen Partei – und Staatsfunktionären, Manager,
Direktoren, Technokraten, FDGB-Spitzenfunktionäre,
Chefredakteure, Spitzenmediziner – wissenschaftler, - künstler
etc., auf die sich ihre Herrschaft stützt. Ihre Gehälter,
Prämien und Sondervergütungen betragen das Vielfache eines
Arbeiterlohnes. Sie haben ihre eigenen 1. Klasse- Krankenhäuser,
Erholungsheime und Clubs, zu denen normale DDR-Sterbliche keinen
Zutritt haben. Sie dürfen ins westliche Ausland reisen, ihre
Kinder besitzen besondere Privilegien und werden besonders
gefördert, um später die Plätze ihrer „alten
Herren“ einnehmen zu können.
Das heutige
DDR – SYSTEM:
-
sozialfaschistischer Staatskapitalismus der neuen ostdeutschen
Bourgeoisie
-
Der
Satz der DDR-Verfassung: „Was des Volkes Hände
schaffen, ist des Volkes eigen“, wurde zur Parodie.
Richtig müsste es heißen: „Was des Volkes Hände
schaffen, soll der Bonzen eigen sein“. Kollektiv, über
den Staatsapparat, eignet sich die neue Bourgeoisie der DDR einen
Teil des von der Arbeit der Arbeiterklasse geschaffenen Mehrwerts
an. Zynisch wird von den Machthabern in Ostberlin diese
Ausbeutung der Arbeiter der DDR auch noch mit dem sozialistischen
Leistungsprinzip begründet: Wer der Gesellschaft mehr gibt,
soll auch mehr von ihr erhalten. Wer mehr gibt, das bestimmen
die Herren selbst, Nur, nach welchen Kriterien?
-
Das
sozialistische Prinzip heißt: „Jeder
nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.“
Eben: nach seiner Leistung für die sozialistische
Gesellschaft. Wer aber erbringt die höchste Leistung ? Doch
wohl jene, die seit Jahrhunderten alle Werte, die Fabriken, die
Werke, Maschinen, die Güter, die Häuser, die Straßen
geschaffen haben, die die Kohle, das Erz aus der Erde holen, die
Schiffe bauen, die die Meere befahren usw. usf. Sie waren es, die
den Reichtum der Gesellschaft schufen, nur, dass sie im Kapitalismus
keinen Anteil an diesem Reichtum hatten. Sie sind es, die im
Sozialismus der Gesellschaft am meisten geben, die Arbeiter und
auch die Bauern, die die Ernährung der Gesellschaft sichern.
-
Das
heißt, dass im Sozialismus diejenigen, die oft unter
schwersten körperlichen Bedingungen – wie zum Beispiel
der Bergmann vor Ort, der Arbeiter am Hochofen etc., - den Reichtum
der Gesellschaft schaffen, auch die höheren Löhne
erhalten. So ist es auch im sozialistischen Albanien, wo die
Unterschiede zwischen höchsten und niedrigsten Löhnen
heute 2 : 1 betragen. Hier erhält der Bergmann vor Ort mehr als
der Direktor der Grube, ein Bezirksparteisekretär oder
Minister, der Hochofen-Arbeiter mehr als der leitende Arzt der
betrieblichen Poliklinik oder ein Lehrer.
-
Sagt
man das den Funktionären des „realen Sozialismus“
im Osten, so antworten sie: „Zwei zu eins, das ist doch
`kleinbürgerliche Gleichmacherei`, die schon Lenin
bekämpfte.“ Was bekämpften Lenin und Stalin ?
Sie bekämpften die Illusion, dass ein Staat, vor allem ein
Staat ohne entwickelte Arbeiterklasse, beim Aufbau des Sozialismus
auf die Hilfe von bürgerlichen Kapazitäten und Fachleuten
verzichten könnte. Und sie folgerten, dass man demzufolge, um
sie bei der Stange zu halten, um sie zur Arbeit anzuspornen –
wie sie es gewohnt waren – sie höher bezahlen müsste,
auch wenn dies eine zeitweilige Ungerechtigkeit gegenüber der
Arbeiterklasse war.
-
Soweit
so gut. Doch leben solche bürgerlichen Kapazitäten und
Fachleute ja nicht ewig. Sie werden älter, gehen in Rente, die
dann auch immer noch hoch genug ist. Inzwischen aber bildet der
sozialistische Staat seine eigenen Fachleute und Kapazitäten
heran. Er nimmt sie vorwiegend aus dem Nachwuchs der Arbeiterklasse.
Aber was ist mit ihnen ? Sollen sie, wenn sie ausgebildet sind, die
gleiche hohe Bezahlung erhalten wie die bürgerlichen Fachleute
und Kapazitäten? Nein ! Denn das hieße doch die
zeitweilige Ungerechtigkeit ihrer Bezahlung gegenüber den
Löhnen der Arbeiterklasse fortzusetzen, sie zum Prinzip zu
machen, wie dies in den Ländern des „realen
Sozialismus“ geschah.
-
Das
Prinzip im Sozialismus aber ist, dass sich die Schere zwischen den
anfangs noch hohen Lohnunterschieden nach und nach schließen
muss und nicht erweitern, wie das in den revisionistischen Ländern
geschah. Das Gleiche gilt auch für den so genannten materiellen
Anreiz. Auch er wird zu Beginn des Aufbaus des Sozialismus, zum
Beispiel im sozialistischen Wettbewerb, noch größer sein
als später, wo er zu Gunsten des moralischen Anreizes mehr und
mehr zurücktritt.
-
Doch
Lenin wandte sich nicht nur gegen die kleinbürgerliche
Gleichmacherei, er verlangte noch etwas anderes, nämlich: die
Gehälter von Partei – und Staatsfunktionären sind
den Löhnen der Facharbeiter anzupassen. Wie aber steht es
denn damit in der DDR ? Wir wollen dabei gar nicht einmal von
Honecker und Stoph sprechen, die sowieso schon im Kommunismus
„...jeder nach seinen Bedürfnissen“ ... leben,
sondern von den Ministern, Staatssekretären, hohen
Parteisekretären usw. Ihre Gehälter betragen –
obwohl sie fast alle Parteimitglieder sind – ein Vielfaches
des Facharbeiterlohns. Doch gerade von Kommunisten muss man
verlangen, dass sie auch auf diesem Gebiet Vorbild sind !
-
In
der DDR sind sie es – trotz ab und zu stattfindender
Parteisäuberungen – nicht. Hier ist das Parteibuch
Voraussetzung für die Karriere. Nicht die Besten, die Vorhut
des Proletariats in der Partei ( die ist eher im Gefängnis),
sondern vor allem solche Menschen, die auf ihr persönliches
Fortkommen bedacht sind. Nicht ihre Leistungen für den Aufbau
der sozialistischen Gesellschaft sind das Kriterium für ihren
Parteieintritt, sondern ihre Fähigkeit, sich best möglichst
den Anweisungen der herrschenden anzupassen. Deswegen ist das
Ansehen der SED, wie das der revisionistischen Parteien in anderen
Ländern des „realen Sozialismus“ bei den
werktätigen Massen gleich Null.
-
Wie
anders doch im sozialistischen Albanien. Dort wird von den
Parteimitgliedern verlangt, dass sie beim Arbeitseinsatz an der
Spitze stehen und auch im persönlichen Leben Vorbild sind. Dort
werden beim Parteieintritt eines Arbeiters die Kollegen befragt, ob
er auch wirklich der Beste ist, ob sie ihn für fähig und
würdig halten, Mitglied der kommunistischen Partei zu sein.
Dort kommt kein Intellektueller, sei er Lehrer, Wissenschaftler,
Professor etc. in die Partei, ohne nicht zumindest drei Jahre
körperliche Arbeit im Betrieb zu leisten. Dort hat die Partei
verschiedene Maßnahmen wie Kader-Rotation etc. ergriffen, um
eine Verbürokratisierung, das Entstehen von Vetternwirtschaft
schon im Ansatz zu verhindern.. Wie alle Büro – und
Verwaltungsangestellten müssen erst recht die Genossen, die
nicht in der Fabrik arbeiten, einen Monat im Jahr körperlich
arbeiten. Dort genießt die kommunistische Partei wirkliches
Ansehen im Volk. Das alles zeigt, dass die revisionistische
Entartung keine Gesetzmäßigkeit ist, wie es die
bürgerlichen Ideologen behaupten.
-
„Aber
all das sind doch Randerscheinungen, vorübergehende Mängel
beim Aufbau des Sozialismus“, behaupten die modernen
Revisionisten, „das Entscheidende ist doch, dass in der DDR
das Privateigentum an den Produktionsmitteln aufgehoben und in
gesellschaftliches, kollektives, in sozialistisches Eigentum
überführt worden ist, dass es keine Privatkapitalisten
mehr gibt, die die Menschen ausbeuten können. Deshalb kann man
auch bezüglich der DDR nicht von einer Rückkehr zu
kapitalistischen Verhältnissen sprechen.“
-
Abgesehen
davon, dass in Privatbetrieben der DDR immer noch 400 000 Arbeiter
und Angestellte beschäftigt sind, handelt es sich hier durchaus
nicht nur um Randerscheinungen. Es ist richtig, dass in der DDR seit
langem die wichtigsten Wirtschaftszweige, Großbetriebe,
Banken, Handel, Verkehr usw. verstaatlicht worden sind. Doch die
Verstaatlichung der Produktionsmittel allein schafft noch keinen
Sozialismus -, sie ist die unabdingbare Voraussetzung dafür
-, wenn sie nicht verbunden ist mit der Errichtung der Herrschaft
der Arbeiterklasse, der Diktatur des Proletariats. Aber gerade
da liegt der Hase im Pfeffer.
-
Wo
ist denn in der DDR die Diktatur des Proletariats? Wer aber
entscheidet darüber, wie das, was die Arbeiterklasse
produziert, verteilt wird ? Wo in aller Welt hat denn der
„Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“ -
wie es so schön in der DDR-Verfassung heißt - „das
Recht, das politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben
der sozialistischen Gemeinschaft und des sozialistischen Staates
umfassend mitzugestalten“ ? Wo gilt denn „der
Grundsatz: Arbeite mit, plane mit, regiere mit!“ ?
-
Arbeiten
ja – doch die Planung und Regierung liegen ausschließlich
in den Händen der neuen Bourgeoisie, der oberen 200, die von
sich behaupten, sie seien die Vorhut des Proletariats und daraus das
Recht ihrer uneingeschränkten Herrschaft ableiten. Die Arbeiter
selbst aber haben weder über die Gewerkschaften noch über
die Volksvertretungen konkreten Einfluss auf Planung, die
Verteilung, auf die Regierung. Sie haben ja nicht einmal das Recht,
bei der Einsetzung der Direktoren ihrer Betriebe mit zu bestimmen,
geschweige denn, dass sie das Recht hätten, sie bei Versagen
abzusetzen, oder gar das Recht zum Streik gegen Ausbeutung und
Unterdrückung.
-
Der
Unterschied zum Kapitalismus des Westens besteht darin, dass sich
die wesentlichen Produktionsmittel nicht im individuellen Besitz
einzelner Mitglieder der neuen Bourgeoisie befinden, sondern sie
besitzen sie als Klasse. Sie eignet sich den Mehrwert der Arbeit der
Arbeiterklasse kollektiv an. Mit der Restauration des
Kapitalismus in der DDR wurde die Jagd der Bourgeoisie nach Profit
wieder zum ausschlaggebenden Faktor. Besonders nach der Einführung
des Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung (NÖSPL)
im Jahre 1963, die man als eine „schöpferische
Weiterentwicklung des Marxismus“ ausgab.
-
Dieses
System war gekennzeichnet von der Abkehr der zentralen
Wirtschaftsplanung zu Gunsten der „Steigerung der
wirtschaftlichen Eigenverantwortlichkeit der Betriebe“ und
damit verbunden, der Rückzug des Staates aus der Produktions-
bzw. Investitionsplanung. Dadurch wurde das Gewinnstreben der
Betriebe beträchtlich erhöht. Sie konnten jetzt
untereinander Lieferverträge abschließen und ihre
Investitionen selbst – dort wo es für sie am rentabelsten
war – vornehmen. Die Folge war, dass ganze Produktionszweige
eingestellt wurden, die nicht so rentabel waren wie andere. Man
verdient an der Produktion von Werkzeugmaschinen nun eben mehr, als
an der Herstellung von Zahnbürsten. Das führte dazu,
dass bei der Versorgung der Bevölkerung mit notwendigen Dingen
des täglichen Bedarfs immer wieder Engpässe entstanden.
-
Die
Betriebsdirektoren erhielten neue, größere Vollmachten,
Befugnisse, um die Ausbeutung der Arbeiter zu verschärfen und
alle anderen Maßnahmen zu treffen, damit die neue Bourgeoisie
höchsten Profit erzielt. Die Betriebsleitungen erhalten in Form
von Prämien und Gehältern einen Profitanteil, dessen Höhe
von der Höhe des von ihnen durch die Ausbeutung der Arbeiter
insgesamt erzielten Profits abhängt. Sie bestimmen die Höhe
der Prämien, natürlich zu ihrem eigenen Vorteil. Während
beispielsweise die Arbeiter Jahresendprämien von 100 bis 150
Mark erhielten, bewilligten sich die Direktoren 1 000 Mark und mehr.
Sie erhielten das recht, durch Rationalisierung die Ausbeutung der
Arbeiter zu verschärfen und zu Gunsten der Senkung des
Lohnfonds Entlassungen vorzunehmen. Dadurch wurde wieder der
klassische Weg der kapitalistischen Rationalisierung beschritten.
-
Der
hohe Grad der staatsmonopolistischen Entwicklung bewirkte nicht,
dass es keine Konkurrenz zwischen den neuen Kapitalisten mehr gibt.
Innerhalb der neuen Monopolbourgeoisie findet ein ständiger
Kampf um Ämter und Machtpositionen und damit um den größten
Anteil am Profit und die meiste Verfügungsgewalt über die
Produktionsmittel statt. Zwischen den Leitungen der verschiedenen
Betriebe kommt es zunehmend zu scharfen Konkurrenzkämpfen. Auch
wenn die DDR Anfang der 70er Jahre eine teilweise Rezentralisierung
durchführte, änderte dies nichts mehr an der
Wiederherstellung kapitalistischer Verhältnisse, die durch
die Wiedereingliederung der revisionistischen Länder in den
kapitalistischen Weltmarkt noch vertieft wurden.
-
Wenn
wir heute erleben, dass die revisionistischen Länder genauso
von der weltweiten Wirtschaftskrise des Kapitalismus erfasst werden
wie die Länder des Westens, so zeigt das nur um so deutlicher
ihre Rückkehr zum Kapitalismus, zum staatsmonopolistischen
Kapitalismus, in dem sich eine kleine Schicht von höchsten
Partei – und Staatsfunktionären, die neue
Monopolbourgeoisie, den Staatsapparat untergeordnet hat und ihn zur
Sicherung ihrer und der Profite, der von ihnen abhängigen
mittleren Bourgeoisie nutzt.
-
Eine
Wirtschaftskrise darf und kann es – sieht man einmal von
Naturkatastrophen, Missernten usw. ab – im Sozialismus gar
nicht geben ! Bekanntlich produziert man im Kapitalismus nicht,
um die Bedürfnisse der Menschen zu decken, sondern um Profit zu
machen. Die Folgen sind bekannt: ständig wiederkehrende Krisen,
Konkurse, infolge der kapitalistischen Konkurrenz, Arbeitslosigkeit,
Inflation, sinnlose Vernichtung von überschüssigen
Produkten, Kriege usw. usf. Die Krisen und imperialistischen
Kriege gehören zum Kapitalismus wie der Deckel zum Topf.
-
Ganz
anders im Sozialismus. Hier produziert man nach Plan, um die
Bedürfnisse der Menschen zu decken. Man weiß, kann es
errechnen, was die Menschen zum täglichen Leben, sei es an
Nahrungsmitteln, Gebrauchsgegenständen, Dienstleistungen, was
die Fabriken an neuen Maschinen, die Landwirtschaft an Traktoren
usw. gebrauchen. Nicht um des Profites willen wird produziert,
sondern „Der Mensch steht im Mittelpunkt aller Bemühungen
der sozialistischen Gesellschaft und ihres Staates“,
wie es in der DDR-Verfassung so schön und leider
wahrheitswidrig heißt. Die zentrale Wirtschaftsplanung aber
schließt automatisch Überproduktionskrisen und die damit
verbundenen Folgen wie Arbeitslosigkeit, sinkende Löhne etc.
aus.
-
Jede
Abweichung vom Prinzip der zentralen Wirtschaftsplanung führt
zwangsläufig zur Restauration kapitalistischer Verhältnisse.
Auch der so oft dagegen beschworenen Gefahr der
Verbürokratisierung kann man begegnen. Begegnen, indem man
einen Kampf gegen den Bürokratismus führt und den
Planungsapparat so klein wie möglich hält. Dies ist heute
im Zeitalter der Computer noch viel leichter geworden, als es früher
war. Dass dies möglich ist, zeigt wiederum das sozialistische
Albanien.
-
„Aber
so schlecht, was ihren Lebensstandard betrifft, geht es der
DDR-Bevölkerung doch gar nicht. Außerdem gibt es dort
Dinge, `sozialistische Errungenschaften`, die besser sind als bei
uns“, wird uns so mancher, der ohne „antikommunistische“
Vorurteile die DDR besuchte, sagen. - Sicher, was den Lebensstandard
der DDR-Bevölkerung betrifft, so ist er heute noch der höchste
von allen revisionistischen Ländern. Und auch was die
westlichen kapitalistischen Länder betrifft, so hält er,
berücksichtigt man die billigen Grundnahrungsmittel, die
niedrigen Preise für Kohle, Gas, Energie, Verkehr, Wohnen, die
– im Gegensatz zu anderen revisionistischen Ländern kaum
vorhandene Arbeitslosigkeit, den Vergleich mit vielen entwickelten
kapitalistischen Staaten stand. Niemand hungert in der DDR, und es
wäre ganz falsch, wollte man mit einer Mangel- und
Elendspropaganda, Bildern von offenen Baugruben und schlechten
Straßen, tristen Neubausilos und zu Datschen von Bonzen hoch
stilisierten Arbeiterhäusern die kapitalistische Entartung der
DDR beweisen.
-
Nein,
die Arbeiterklasse, die Werktätigen der DDR haben unter den
schwierigsten Anfangsbedingungen nach dem Krieg – es gab
keinen Marshall-Plan und keine große Hilfe durch die
Sowjetunion, die selbst durch den Krieg schwer zerstört war –
ihr Land aus Schutt und Trümmern wieder aufgebaut. Haben mit
beispiellosem Enthusiasmus versucht, den ersten sozialistischen
Staat auf deutschem Boden zu errichten. Erst die revisionistische
Entartung, die Ausplünderung durch die sozialimperialistische
Sowjetunion brachte sie um die Früchte ihrer Bemühungen.
-
Natürlich
gibt es heute noch Überbleibsel aus dieser Zeit, das was man
drüben noch „sozialistische Errungenschaften“
nennt. Zum Beispiel billige Urlaubsmöglichkeiten über den
Betrieb oder FDGB, polytechnischer Unterricht, Ganztagsschulen,
Kindergärten und – krippen in allen größeren
Betrieben, niedrige Mieten, gute Feierabende, das heißt
Altenheime usw. Doch abgesehen davon, dass man heute versucht, diese
Dinge so nach und nach abzubauen bzw. einzuschränken, was haben
sie noch mit dem Sozialismus zu tun ?
-
Ähnliches
gab und gibt es auch in anderen kapitalistischen Ländern, wie
Schweden, Dänemark, oder gar in faschistischen Staaten. Zum
Beispiel konnten während der Zeit der Hitler-Herrschaft die
Werktätigen ebenfalls für wenige Mark in Urlaub nach
Madeira oder in die norwegischen Fjorde fahren und die Hitler-Jugend
reiste für wenige Mark in Sommerlager, um dort im Geiste des
Faschismus – in der DDR im Geiste des Sozialfaschismus –
erzogen zu werden.
-
Heute
gibt es in der DDR eine neue Art von „sozialistischen
Errungenschaften“, die Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre
noch undenkbar waren.
-
Die
Errungenschaften wie Intershops, Exquisit-, Deli – und
andere Läden, in denen man für harte Westmark oder zu
stark überhöhten Preisen ( eine Flasche Whisky 65 Mark,
ein Karton Pralinen 42 Mark, ein Pfund Kaffee 43 Mark, ein Pfund
Erdbeeren 10 Mark) alles kaufen kann, was das Herz begehrt, vom
französischen Käse und Cognac bis zum Waschmittel Dash.
Irgendwo müssen die Reichen ihre aus den Knochen der
Werktätigen erpressten Gelder ja ausgeben können. Dabei
ist die Westmark zur zweiten Währung geworden. Wer Westmark
hat, kann sich all die Dinge, die sonst nicht oder nur schwer zu
haben sind wie Farbe, Nägel, Zement usw. kaufen. Wer eine
reiche Tante im Westen hat oder hoher Funktionär ist, dem
stehen auch Waren des Westens bis hin zum Auto zur Verfügung.
-
Korruption,
Bestechung, Schiebereien blühen wie auch in anderen
revisionistischen Ländern. Wer in Städten wie Ostberlin
oder Leipzig (zur Messe) wohnt, hat es besser als auf dem Land, wo
das Warenangebot nur knapp ist. Die Unterschiede zwischen Stadt
und Land, zwischen körperlicher und geistiger Arbeit werden
nicht, wie es Ziel im Sozialismus ist, verringert, sondern eher noch
erweitert. Und es geht ein geflügeltes Wort: „Was
heißt Sozialismus? - Jedem nach seinem Wohnort, jedem nach
seiner Tante.“ Kein Wunder, dass es in der DDR wie auch in
anderen revisionistischen Ländern wieder neue Millionäre
gibt, dass wie in allen kapitalistischen Ländern der
Unterschied zwischen Arm und Reich wieder wächst, die relative
wie auch die absolute Verelendung der Arbeiterklasse wieder
voranschreitet. Zwar noch nicht so stark und offen wie in den
anderen Ländern des Warschauer Pakts, doch immerhin.
-
So
hält denn die Arbeiterklasse der DDR zur Zeit auch noch still.
Doch ihre Unzufriedenheit wächst. Preisstabilität gibt es
zur Zeit nur noch für die unteren Warenklassen, während
die Preise für Waren des so genannten „gehobenen Bedarfs“
entweder direkt oder in verschleierter Form, durch
Qualitätsminderung, andere Verpackung oder Bezeichnung etc.
steigen. Während der Export hochwertiger Güter zum
Beispiel in die Sowjetunion, in den Westen Vorrang hat, bleibt der
Bevölkerung oft nur der Ramsch, die zweite Wahl. Bei
Auslandsreisen in die befreundeten „sozialistischen
Bruderländer“ nach Ungarn, zur Krim, an die
bulgarische Schwarzmeerküste, in die Karpaten usw., die sowieso
nur bevorzugten DDR-Bürgern zustehen, werden diese gegenüber
Touristen aus dem Westen als Menschen zweiter Klasse behandelt.
D-Mark und Dollar sind Trumpf. DDR-Bürger werden kurzfristig
aus ihren Hotelzimmern ausquartiert, wenn westdeutsche
Pauschalreisende nahen. Selbst die Moskauer Prostituierten fragen:
„Bist du ein Bundes oder ein Fritz?“
-
Die
Entartung der DDR zu einem kapitalistischen Staat beschränkt
sich natürlich nicht nur auf den politischen und
wirtschaftlichen Bereich, auch andere Bereiche des
gesellschaftlichen Lebens wurden erfasst. Da sind die 200 000
Alkohol kranken DDR Bürger, die steigende Selbstmordrate,
wachsende Kriminalität wie vorsätzliche Tötung,
Körperverletzung, Vergewaltigung, Raub, Erpressung,
Bandenbildung, Wirtschaftsverbrechen usw. Funktionäre feiern
Sex-Partys. Und um an die begehrten Devisen zu kommen, lässt
man minderjährige Lehrlinge in einem Ausbildungszentrum des
grafischen Gewerbes im thüringischen Poessneck knall harte
Pornos für den Export nach Frankreich und Schweden herstellen.
Auch im Handel mit dem faschistischen Chile legt sich die DDR keine
Hemmungen auf.
-
Doch
auch umgekehrt. Um den Westen nachzuäffen, führt man zum
Beispiel Kaugummi aus einer Pinneberger Kaugummifabrik ein und das
DDR-Fernsehen versucht, die seichten Unterhaltungssendungen des
Westfernsehens durch die unsäglichen Blödeleien ihres
Showstars Quermann noch um einige Grade zu übertreffen. Das
DDR- Fernsehen betreibt Werbung zwecks Bedarfsweckung ganz im
kapitalistischen Sinne und in der „sozialistischen“
Regenbogenpresse wie der „Wochenpost“ kann
man Heiratsanzeigen wie: „Wann fahren wir mit meinem Wagen
ins Glück“ u.ä. lesen. „Haste was,
biste was!“ - diese kapitalistische Lebensweisheit ist dank
der revisionistischen Entartung der DDR zur Maxime großer
bürgerlicher und kleinbürgerlicher Bevölkerungskreise
der DDR geworden.
-
Sozialismus
heißt eben nicht nur die Versorgung der Bevölkerung,
der Werktätigen, mit den notwendigen Dingen des täglichen
Lebens, Sicherung ihres steigenden Bedarfs, kostenlose Ausbildung
und Gesundheitsfürsorge, Sicherung des Alters usw. Es heißt
auch und vor allem ein kulturvolles Leben, Sicherung ihrer
demokratischen Rechte, d.h. die Möglichkeit ihrer aktiven
Teilnahme an der Gestaltung des gesamten gesellschaftlichen Lebens,
die Freiheit der Freisetzung ihrer schöpferischen Kräfte
beim Aufbau des Sozialismus.
-
Aufbau
des Sozialismus heißt aber auch Erziehung der Menschen im
Sinne des Sozialismus, der sozialistischen, der kommunistischen
Moral. Erfolgt im Kapitalismus die Erziehung schon frühzeitig
durch das Elternhaus, die Schule, die Lehre, durch die Massenmedien,
durch die Gesellschaft im Sinne der kapitalistischen Wolfsmoral, des
Egoismus nach dem Motto: Jeder gegen jeden, alle gegen alle,
so heißt im Sozialismus die Losung: Einer für alle,
alle für einen !
-
Auch
hier ist Albanien ein praktisches Beispiel. Als vor rund zweieinhalb
Jahren ein starkes Erdbeben den Norden Albaniens erschütterte
und 30 000 Häuser, ganze Dörfer und Teile von Städten
zerstörte, erhob sich eine Welle der Solidarität. Aus
allen Teilen des Landes strömten die Menschen herbei, um beim
Wiederaufbau zu helfen. Minister, Mitglieder des Politbüros
scheuten sich nicht, nicht nur symbolisch Hand an zu legen.
Innerhalb von nur 5 Monaten waren die Schäden ohne einen
Pfennig Kosten für die Betroffenen beseitigt, und sie
konnten in ihre neuen Häuser einziehen. Einziehen, während
im benachbarten Jugoslawien, das vom gleichen Erdbeben betroffen
wurde, oder in Italien bei ähnlichen Naturkatastrophen die
Betroffenen noch nach Jahren in Notunterkünften hausen.
-
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die Ostberliner Machthaber, ... sie verrieten, sie leugneten auch die
Existenz einer deutschen Nation
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Als
vor sechs Jahren die Genossen der DDR ihre Sektion der KPD (damals
noch KPD/ML) gründeten, gingen sie – wie wir – aus
von der Einheit, der Existenz einer deutschen Nation.
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Das
führte auch zu der Verabschiedung eines gemeinsamen Programms,
das sich auf beide deutschen Staaten bezieht. Denn nicht nur,
dass die Ostberliner Machthaber die sozialen Interessen der
Arbeiter, der Werktätigen der DDR verrieten, sie verrieten,
sie leugneten auch die Existenz einer deutschen Nation.
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Noch
in ihrer im Jahre 1968 verabschiedeten Verfassung der Deutschen
Demokratischen Republik hatte es in Artikel 1 geheißen:
„Die Deutsche Demokratische Republik ist ein
sozialistischer Staat deutscher Nation.“ So weit, so
gut. Sie war zwar schon nicht mehr sozialistisch aber
immerhin ein „Staat deutscher Nation“, wie auch
die Bundesrepublik. Im Artikel 6 dieser Verfassung war auch noch vom
„deutschen Volk“ die Rede und im Artikel 8 wurde „die
Überwindung der vom Imperialismus der deutschen Nation
aufgezwungenen Spaltung Deutschlands“ und „die
schrittweise Annäherung der beiden deutschen Staaten bis zu
ihrer Vereinigung“ in Aussicht gestellt.
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Doch
das sollte sich rasch ändern. Bereits auf dem VII. Parteitag
der SED im Juni 1971 wurde diese Passage der Verfassung von 1968
über Bord geworfen und der Begriff von der „sozialistischen
deutschen Nation“ DDR kreiert. Damit stellten sich
die SED-Machthaber auf die Position der imperialistischen
Unterdrücker und Spalter der deutschen Nation. Dieser
Verrat an den nationalen Interessen des deutschen Volkes führte
zu solch absurden Erscheinungen wie die, dass das Singen des Textes
der Nationalhymne der DDR, in der es u.a. heißt: „Deutschland
einig Vaterland“, unterbunden, dass keine Schallplatte mit
dem Text mehr verlegt wurde..
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Den
Schlussstrich unter diese Entwicklung setzte dann der 1975
zwischen Moskau und Ost-Berlin geschlossene neue „Freundschafts
– und Beistandspakt“, der zwei frühere Verträge
ablöste: den Freundschaftsvertrag vom 20. September 1955, mit
dem die Sowjetunion der DDR die volle Souveränität
garantierte, sowie den zweiten Beistandspakt vom 13. Juni 1964. In
diesem war noch von der „Schaffung eines friedliebenden,
demokratischen, einheitlichen deutschen Staates durch
gleichberechtigte Verhandlungen und eine Verständigung zwischen
beiden souveränen deutschen Staaten“ die Rede
gewesen.
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Damit
war es 1975 endgültig aus. Aus war es aber auch mit der der
DDR 1955 gewährten Souveränität. Der Vertrag von
1955 hatte der DDR die freie Entscheidung „über Fragen
ihrer Innenpolitik und Außenpolitik, einschließlich der
Beziehungen zur Bundesrepublik“, garantiert. Diese
Freiheit der Entscheidung wurde jetzt ersetzt durch die so genannte
„Breschnew-Doktrin“, die der Sowjetunion das Recht
garantiert, willkürlich, selbst mit Waffengewalt, sich in
Fragen der Außen - , aber auch der Innenpolitik der Warschauer
Pakt – Staaten einzuschalten. Die DDR wurde endgültig zu
einem Satelliten der UdSSR.
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muss man die DDR als einen imperialistischen Staat
bezeichnen
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Dennoch
– trotz dieser vollkommenen Abhängigkeit – muss
man die DDR als einen imperialistischen Staat bezeichnen. Als
Juniorpartner der sowjetischen Sozialimperialisten beteiligt sie
sich intensiv an der neo-kolonialistischen Ausplünderung vor
allem der jungen afrikanischen Staaten, versucht sie sie durch
Kapital -, Waren – und Waffenexport etc. in Abhängigkeit
zu bringen. So wurden in den vergangenen sieben Jahren für rund
eine Milliarde Mark Waffen in diese Staaten geliefert und eine
Kapital – bzw. Wirtschaftshilfe von über 500 Millionen
Mark gewährt. Die Arbeiter in den Betrieben der DDR fluchen
über die „Soli“, die rund 100 Millionen Mark
an so genannten „Solidaritätsspenden“, die
man Jahr für Jahr aus ihnen herauspresst.
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Zur
Sicherung ihrer Investitionen stützt sich die DDR auf ihr
„Afrika-Korps“, ein in Äthiopien, Angola, Algerien,
Guinea, Kongo, Mocambique, Sambia, VR Jemen von Zivil – und
Militärberatern (davon 2 000 Soldaten). Sie stellt die
Ausbilder für Polizei – und Sicherheitsdienst und
versucht vor allem Einfluss auf die Massenmedien wie Funk und Presse
zu gewinnen.
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Die
Abgrenzungspolitik der DDR gegenüber der BRD, die Honecker vor
Soldaten der Nationalen Volksarmee, NVA, 1972 so formulierte:
„Unsere Republik und die BRD verhalten sich zueinander wie
jeder von ihnen zu einem dritten Staat. Die BRD ist somit Ausland,
und mehr noch: Sie ist imperialistisches Ausland“, setzte
auch einen Schlussstrich unter die diesbezügliche Politik der
modernen Revisionisten in der Bundesrepublik, der DKP.
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Begonnen
hatte es jedoch schon wesentlich früher. Bekanntlich führte
die Partei, die KPD bis in die zweite Hälfte der 50er Jahre
hinein unter der Losung „Ami go home“
einen entschiedenen Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus und
dem unter seiner Führung stehenden aggressiven Militärpakt,
die NATO. Dies änderte sich nach dem XX. Parteitag der KPdSU,
1956, vor allem aber nach dem Treffen von Chruschtschow und dem
amerikanischen Präsidenten Eisenhower in Camp David im Jahre
1959, auf dem sie ihren gegen die Völker der Welt
gerichteten Kuhhandel, die Abgrenzung ihrer Interessenssphären
begannen. Von da ab war die Losung „Ami go home“
in der KPD tabu.
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Auch
der Kampf gegen die NATO wurde nach und nach eingestellt und durch
den unverbindlichen, pazifistischen „Kampf“ „gegen
die Bombe“ ersetzt. Und heute entblödet sich Herbert
Mies, Vorsitzender der DKP, nicht auf die Frage der „Deutschen
Volkszeitung“, „... Ähnlich wie in den 50er
Jahren ist derzeit wieder die Rede vom Neutralismus und Pazifismus.
Bundeskanzler Schmidt behauptet, wer die amerikanische Raketenkröte
nicht schlucken will, stelle das Bündnis in Frage. Wer aber
möchte das schon?“ zu antworten: „Es geht
keineswegs darum, die Bundesrepublik aus dem Bündnis mit den
USA herauszulösen...“
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Sicher,
ihm und seinem Oberboss Breschnew geht es nicht um den Austritt der
Bundesrepublik aus der NATO. Nichts käme ihm ungelegener,
entfiele dadurch doch das Feindbild des aggressiven westdeutschen
Imperialismus, der als Speerspitze des USA – Imperialismus die
Völker des Ostens bedroht, entfiele doch dadurch der Grund für
Militarisierung und Aufrüstung, den sie brauchen, um die Völker
des Warschauer Paktes bei der Stange zu halten.
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Nicht
auszudenken, es gäbe eine neutrale, abgerüstete
Bundesrepublik, die Werktätigen der Länder des Warschauer
Paktes, der DDR, Polens, könnten nun, da die Gefahr einer
direkten Aggression nicht mehr besteht, auf den Gedanken kommen, aus
dem Warschauer Pakt auszutreten und sich so dem Einfluss des
sowjetischen Sozialimperialismus zu entziehen. Somit ist unser
Kampf für den Austritt der Bundesrepublik aus der NATO, ihr
Abkoppeln von der Kriegspolitik der zwei Supermächte, ihre
Neutralisierung und Abrüstung auch eine praktische Hilfe
unserer Partei für den Kampf unserer deutschen und polnischen
Klassenbrüder um ihre soziale und nationale Befreiung !
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Unsere
Haltung zur DDR ist klar. Auch wir erkennen die Realität der
Existenz zweier deutscher Staaten vorbehaltlos an und fordern,
wie es im Friedensplan der Partei unter Abschnitt II, „Maßnahmen
zum Ausbau der innerdeutschen Beziehungen“ klar und eindeutig
heißt: „1. Die volle, uneingeschränkte
gegenseitige staatliche Anerkennung“ beider deutscher Staaten!
Diese Anerkennung, die bekanntlich seitens der Bundesrepublik
gegenüber der DDR verweigert wird, um den westdeutschen
Imperialisten die Möglichkeit offen zu lassen, eine eventuelle
Intervention als innerdeutsche Angelegenheit zu deklarieren, ist
überhaupt die Grundvoraussetzung für eine Normalisierung
der Beziehungen zwischen beiden deutschen Staaten.
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Aus
dieser Anerkennung der Existenz zweier Staaten auf deutschem Boden
haben wir jedoch niemals abgeleitet, wie dies die Herren Ostberlins
heute tun, dass die deutsche Nation aufgehört hat zu
existieren, dass die DDR für uns Ausland ist, wie England und
Frankreich. So leicht lässt sich eine Nation, wie die
Geschichte Polens beweist, nicht vernichten. Zu stark sind die Bande
der gemeinsamen Geschichte, Kultur, Sprache etc., als dass man sie
von heute auf morgen zerstören könnte, wie das die USA-
und die sowjetischen Imperialisten bezüglich Deutschlands
versuchten und versuchen.
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Daraus
leiten sich auch unsere besonderen Beziehungen zu unseren Genossen
in der DDR ab. Die KPD der DDR ist nicht nur eine Bruderpartei wie
die Portugals, Spaniens, Dänemarks usw., mit denen uns die
gemeinsamen Interessen des Weltproletariats, der proletarische
Internationalismus verbinden, mit ihr verbinden uns darüber
hinaus auch die gemeinsamen Interessen des deutschen Volkes, unser
gemeinsames Programm, unser gemeinsames strategisches Ziel, die
Schaffung eines vereinten, unabhängigen, sozialistischen
Deutschlands.
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Und
es war und ist wohl unsere selbstverständliche Pflicht, dass
wir unsere Genossen in der DDR beim Aufbau ihrer Sektion – die
unter den schwierigen Bedingungen der Illegalität erfolgte –
halfen und helfen, wie es jetzt unsere proletarische und
nationale Pflicht ist, für ihre Freilassung aus den Kerkern des
sozialfaschistischen Honecker-Regimes auf vielfältige Weise zu
kämpfen. Doch nicht nur für die Freilassung unserer
Genossen kämpfen wir, sondern auch für die Freilassung
aller politischen Gefangenen der DDR, die für ihr Recht auf
Kritik, für die demokratischen Rechte der Werktätigen
eintreten. Natürlich nicht für Faschisten, Rassisten
und ähnliches Gelichter.
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Allerdings
erstreckt sich unsere Hilfe für die Genossen der Sektion DDR
der KPD nicht auf die Überweisung von 5 Millionen Mark
monatlich, wie sie die DKP direkt aus der DDR erhält. Unsere
Hilfe besteht hauptsächlich im Druck ihres Zentralorgans, das
die DDR-Genossen eigenverantwortlich schreiben, und im
Hinüberbringen, im Besorgen von Druckmaterialien, Matrizen,
Papier, Kopieren etc. für die Herstellung ihrer eigenen
Propaganda- und Agitationsmaterialien, das die Genossen in der DDR
nicht erhalten können.
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Auch
was das Verhältnis der KPD der Bundesrepublik zu ihren Genossen
der Sektion DDR betrifft, so ist es nicht das Gleiche wie das
Verhältnis zwischen SED und DKP. Ist die DKP nichts weiter als
ein Befehlsempfänger, als ausführendes Organ der SED -
„wes` Brot ich esse, des` Lied ich singe“ - deren
Politik im Politbüro der SED festgelegt und beschlossen wird,
so ist die Sektion der KPD der DDR gegenüber der Sektion der
KPD der BRD absolut gleichberechtigt und unabhängig. Nur in
prinzipiellen Fragen des Marxismus-Leninismus, in der Ausarbeitung
des gemeinsam beschlossenen Programms, in Einschätzung der
internationalen Lage, in Fragen der Nation etc. erfolgen Beratung
und gemeinsame Beschlussfassung.
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Was
jedoch die Fragen der Taktik betrifft, des Herankommens an die
sozialistische Revolution, so müssen die Genossen der DDR auf
der Grundlage der gemeinsam beschlossenen Strategie, des
Marxismus-Leninismus, schon ihre eigenen Entscheidungen treffen. Sie
kennen die Verhältnisse in der DDR besser als wir. So ist klar,
dass sie ihr eigenes Aktionsprogramm haben, ihre eigene
Einheitsfrontpolitik entsprechend den Gegebenheiten der DDR
beschließen, ihre eigenen praktischen Regeln für die
illegale und legale Arbeit erarbeiten müssen. All das schließt
jedoch die gegenseitige Konsultation und Beratung nicht aus, sondern
erfordert sie, um einheitlich auch zu solchen Fragen Stellung nehmen
zu können.
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Heute
kämpfen die Genossen der DDR unter ungleich schwereren
Bedingungen als wir. Das Honecker-Regime hat ein perfektes System
der Überwachung und Bespitzelung eingerichtet. Nicht umsonst
ist die DDR das Industrieland, das die meisten Polizisten im
Verhältnis zur Bevölkerung hat, nämlich 1 Polizist
auf 250 Menschen. Doch es sind nicht nur die erschwerenden
Bedingungen der sozialfaschistischen Diktatur, mit denen unsere
Genossen in der DDR, wie alle Marxisten-Lewninisten in den
revisionistischen Ländern zu tun haben, es ist auch die überaus
komplizierte politische Lage.
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Wir
sehen es heute in Polen. Die herrschende Klasse kann nicht mehr
herrschen wie bisher. Deswegen war sie gezwungen, die offene
Militärdiktatur zu errichten, das Kriegsrecht zu verhängen.
Krieg gegen wen ? Krieg gegen die polnische Arbeiterklasse, die
polnischen Werktätigen, die sich mit vorbildlichen
Streikaktionen, wie in den Bergwerken u.a. zur Wehr setzten. Doch
diese Streiks mussten zusammenbrechen, weil ihnen eine
einheitliche, national organisierte, marxistisch-leninistische
Führung fehlte, die allein in der Lage gewesen wäre,
den Kampf über die Streiks, den Generalstreik bis hin zum
bewaffneten Aufstand zu führen.
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Das
hätte zum Eingreifen sowjetischer Truppen geführt ?
Sicher. Doch kann man auf die Revolution – wenn die
Situation dafür vorhanden ist – verzichten, weil dies
zu einem Eingreifen einer ausländischen Macht führen kann
? Die Bolschewiki hätten auf ihre Oktober-Revolution
verzichten müssen, denn ihnen stand die Intervention nicht nur
einer, sondern mehrerer imperialistischer Mächte ins Haus. Das
hieße doch praktisch nichts anderes, als überhaupt auf
die Revolution zu verzichten, weil dies zum Eingreifen einer der
beiden Supermächte führen könnte. Wir raten doch
auch dem Volk von El Salvador, mit dem bewaffneten Aufstand Schluss
zu machen, weil im Falle ihres Sieges die USA-Imperialisten
bewaffnet intervenieren könnten.
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Doch
auch so wird die polnische Militärkamarilla mit ihren
Schwierigkeiten nicht fertig werden. Schwierigkeiten, in die sie
die revisionistische Herrschaft und nicht etwa die polnische
Arbeiterklasse oder auch die Führer der „Solidarität“
gebracht haben. Der passive Widerstand der polnischen Arbeiter,
der Werktätigen wird weiter gehen. Und das ist nur zu
verständlich. Wofür sollen sie arbeiten, wenn sie für
das Geld, das sie verdienen, doch nichts kaufen können, wenn
die Nahrungsmittel knapp bleiben, die Preise weiter steigen. Ein
wirtschaftlicher Aufschwung könnte nur durch die polnische
Arbeiterklasse selbst herbeigeführt werden. Die aber sagt sich,
wozu, wenn doch bloß die Ausbeuter wechseln: auf den Gomulka
der Gierek, auf den Gierek der Kania, auf den Kania der Jaruzelski
usw. usf.
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Für
viele, für die meisten der polnischen Werktätigen ist das,
was sie als „Sozialismus“, als „Marxismus-Leninismus“,
als „kommunistische Partei“ etc. kennengelernt haben,
zutiefst verabscheuenswürdig. Und niemand ist da, der ihnen
sagt, dass das, was sich hier als „Sozialismus“, als
„Marxismus-Leninismus“, als „kommunistische
Partei“ ausgibt, mit all dem nichts mehr zu tun hat. So
suchen sie nach einem Ausweg und kommen, beeinflusst durch die
Kirche, durch die Revisionisten aller Art, zu dem Schluss, dass eine
Selbstverwaltung jugoslawischer Art, ein sozialdemokratisches Regime
etc. immer noch besser ist als das, was sie haben. Sie sehen nicht,
dass sie dadurch vom Regen in die Traufe oder von der Traufe in den
Regen kommen, was auf das Gleiche, eine kapitalistische Herrschaft,
hinausläuft.
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Dort,
wo es gegen die Arbeiterklasse, die Werktätigen geht, sind sich
die alten wie die neuen Revisionisten, die alte wie die neue
Bourgeoisie einig. Dies zeigte sich anschaulich vor kurzem beim
Treffen Schmidt und Honecker. Als die Sprache auf Polen kam, äußerte
sich Schmidt: „Wir hoffen beide, dass es den Polen gelingt,
die sich im Konflikt meiteinander bewegenden Kräfte des
polnischen Volkes zur Einigung zu führen.“
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Sicher,
das hoffen sie beide, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Honecker hofft, wie seine sowjetischen Herren, dass die
Herrschaft der neuen polnischen Bourgeoisie durch die polnische
Arbeiterklasse nicht angetastet wird, dass die Oberhoheit des
sowjetischen Sozialimperialismus über Polen gesichert bleibt.
Schmidt hofft, dass die rund 50 Milliarden DM – Kredite
des Westens, vor allem der Bundesrepublik, ihre Investitionen in
Polen gesichert bleiben, dass die fälligen Zinsen pünktlich
gezahlt werden.
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Wie
aber soll das geschehen, wenn die polnische Arbeiterklasse nicht
mitmacht, wenn sie nicht mehr bereit ist, sich schrankenlos
ausbeuten zu lassen ? „Die sollen endlich mal wieder
arbeiten, damit wir unseren Schnitt machen können“,
das ist die einhellige Meinung der polnischen und westdeutschen
Bourgeoisie. Das ist die Meinung aller Reaktionäre
einschließlich des katholischen Klerus. Wenn es gegen die
Arbeiterklasse geht, sind sie sich alle einig, einig sind sie
sich aber auch gegen uns, die Marxisten-Leninisten.
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Denn
im Gegensatz zu Schmidt und Honecker hoffen wir nicht,
„dass sich die im
Konflikt miteinander bewegenden Kräfte des polnischen Volkes“
nämlich Arbeiterklasse
und Bourgeoisie einigen. Wir hoffen, dass die Arbeiterklasse die
Bourgeoisie, die neue wie die alte, in der sozialistischen
Revolution zum Teufel jagt, um die Ausbeutung des Menschen durch den
Menschen ein für alle Mal zu beseitigen. Dafür kämpfen
wir, dafür kämpfen unsere Genossen in der DDR.
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Deshalb
werden sie verfolgt, kerkert man sie ein, versucht ihre Aktivität,
ihre Existenz totzuschweigen. Totzuschweigen nicht nur im Osten,
auch im Westen.. Wieviel Mühe hat es uns gekostet, die
Verhaftung der Genossen und Sympathisanten der KPD der Sektion DDR
überhaupt erst bekannt zu machen. Die bürgerliche
Presse, die sich keine noch so kleine Meldung über
Oppositionelle wie Sacharow usw. entgehen lässt, die Leute wie
Lech Walesa, der in US-Präsident Reagan ein Vorbild sieht,
Jacek Kuron, der sich gegen eine marxistisch-leninistische Partei
wendet und das jugoslawische Modell propagiert, als ihre Helden
feiert, schweigt sich über den Widerstand der „kleinen
Leute“ vor allem der Marxisten-Leninisten aus.
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Dieser
Widerstand, die Aktivitäten der Marxisten-Leninisten, der
wahrhaft kommunistischen Partei passen einfach nicht in ihr
Weltbild. Da hatten sie schon gedacht, sie hätten weltweit
gesiegt. Das Bollwerk des Sozialismus, die Festung des
Weltproletariats, die Sowjetunion Lenins und Stalins wurde von innen
genommen. Auch China erwies sich als „marxistisch-leninistischer“
Papiertiger, als eine Macht, der es nicht um die Verbreitung des
Marxismus-Leninismus, die proletarische Weltrevolution ging, sondern
um die Durchsetzung ihrer eigenen imperialistischen Ziele.
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Die
Bourgeoisie kennt sehr wohl ihren konsequentesten Gegner, die
wirklich marxistisch-leninistischen Parteien. Sie weiß,
von woher die Gefahr droht. Nicht von den grünen, den
alternativen, den revisionistischen Parteien, sie ändern nichts
an der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Und die Widersprüche
zwischen der alten Bourgeoisie des Westens und der neuen des Ostens
sind nicht prinzipieller, grundsätzlicher, klassenbedingter,
sondern imperialistischer Art. Deswegen die Taktik des Totschweigens
uns, den Marxisten-Leninisten gegenüber und wo das nicht
reicht, der Verleumdung, der Diffamierung.
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Wenn
die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ im Hinblick
auf das von ihr begrüßte Zirkelstreben schreibt:
„leider gibt es noch K-Gruppen, denen die intellektuelle
Fähigkeit fehlt, sich aufzulösen“, so ist klar,
wer hier gemeint ist. Nur wird sie darauf noch lange warten
können, denn wir stehen nicht am Ende, sondern am Beginn
unseres Kampfes. Was sind historisch gesehen 10 oder 15 Jahre ?
Ein Nichts. Im Gegensatz zu den diversen Zirkeln entstand unsere
Partei nicht aus der kleinbürgerlich-revolutionären
Studentenbewegung Ende der 60er / Anfang der 70er Jahre, auch wenn
diese einen nicht geringen Einfluss auf uns hatte, sie entstand im
Kampf gegen den modernen Revisionismus, gegen die Entartung unserer
alten kommunistischen Partei, auf der grundlage des
Marxismus-Leninismus.
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Von
Anfang an betrachtete sich die Partei als Trupp ihrer Klasse, sah
sie in der Arbeiterklasse das revolutionäre Subjekt und
richtete ihr Hauptaugenmerk – wenn auch nicht immer konsequent
– auf den Kampf in den Betrieben, in den Hauptorganisationen
der Arbeiterklasse, den Gewerkschaften. Auch wenn viele, vor
allem kleinbürgerliche Elemente den Glauben an die
Arbeiterklasse als das revolutionäre Subjekt verloren haben,
wenn sie einen Ausweg aus der Misere des Kapitalismus in allen
möglichen Bewegungen sehen, so gibt es doch keinen anderen Weg.
Das Proletariat, die Arbeiterklasse ist und bleibt die einzige
konsequente, bis zum Ende revolutionäre Klasse. Ohne sie
wird es keine Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse
geben, ohne ihre aktive Mitwirkung werden auch Bewegungen wie die
Friedensbewegung keinen Erfolg haben.
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Sicher
gibt es z.B. zur Zeit der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1933
einen Unterschied zur Krise von heute. Einmal, dass sie noch nicht
das Ausmaß von damals (sieben Millionen Arbeitslose) erreicht
hat, zum anderen sieht der Großteil der Arbeiterklasse heute
nicht mehr den revolutionären Ausweg. Damals gab es das
leuchtende Vorbild der sozialistischen Sowjetunion Lenins und
Stalins, auf das sich die hoffnungsvollen Blicke des
Weltproletariats richteten. Und so gab es in der Arbeiterklasse in
Deutschland mit Verschärfung der Krise auch einen klaren Trend
von der reformistischen SPD hin zur revolutionären KPD. Und es
war abzusehen, wann die KPD stärker sein würde als die
SPD. Die Machtergreifung des Hitler-Faschismus kam dazwischen.
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Auch
heute sehen wir mit sich verschärfender Krise einen Trend der
Arbeiterklasse weg von der SPD, der ein Großteil von ihr bei
den letzten Bundestagswahlen noch als dem „kleineren Übel“
die Stimme gegeben hatte. Doch wo geht sie hin ? Die Sowjetunion von
heute ist – trotz Berufung auf ihre ruhmreiche Vergangenheit –
kein leuchtendes, sondern eher ein abschreckendes Beispiel für
das Weltproletariat, was das Entstehen der verschiedensten
revisionistischen Strömungen begünstigte. Dies wirkt sich
auch auf ihre Agentur in der Bundesrepublik, die DKP aus. Trotz
ihrer Berufung auf den Marxismus-Leninismus, obwohl sich in ihren
Reihen noch alte, subjektiv ehrliche Kommunisten befinden, die
Arbeiterklasse fühlt, dies ist nicht mehr die revolutionäre
Partei einer Rosa Luxemburg, eines Karl Liebknechts und Ernst
Thälmanns.
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Die
Alternativen, die Grünen ? Auch sie k