KPD
/ ML - Sektion DDR
1975/76 – 2005/06
Es lebe der 30. Jahrestag der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML !
Festschrift
Wolfgang Eggers
Vorsitzender der KPD/ML
Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Freunde der KPD/ML,
hier spricht nicht irgendjemand über die Sektion DDR der KPD/ML, sondern wir von der KPD/ML selbst ! Es ist längst überfällig und höchste Zeit, das ehrenvolle Banner der Sektion DDR unserer Partei höher zu halten, es zu ehren und nicht aus unserer Hand zu geben.
Zum 30. Jahrestag der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML möchte ich euch alle herzlich grüßen. Vor allem grüße ich die Genossen und Freunde der ehemaligen DDR-Sektion unserer Partei !
Wir gedenken aller Genossinnen und Genossen, die in der DDR für den wahren Kommunismus, für eine wirklich marxistisch-leninistische, bolschewistische Partei, für die sozialistische Revolution, für die Diktatur des Proletariats gekämpft haben, dabei ihr Leben gelassen haben, dafür bestraft, verfolgt, eingekerkert, gefoltert und unterdrückt worden sind. Wir gedenken auch der Angehörigen und Freunde dieser tapferen Genossinnen und Genossen und werden niemals vergessen, was für Sorgen und Leid sie haben durchmachen müssen, was man ihnen und unseren Genossen alles angetan hat. Ja, wir sind auch nach 30 Jahren noch sehr stolz auf euch, auch auf diejenigen, die nicht mehr unter uns weilen ! Wir sind dankbar für eure großen Anstrengungen und wissen eure Entbehrungen zu würdigen, die ihr persönlich für die Sache der Arbeiterklasse und des deutschen Volkes auf euch genommen habt. Wir werden niemals vergessen und werden die nachfolgenden Generationen darüber aufklären, wozu der Sozialfaschismus fähig war – wie die Arbeiterklasse und alle Werktätigen der DDR jahrzehntelang mit konterrevolutionärer Gewalt brutal ausgebeutet und unterdrückt worden sind – damit dies nie wieder passiert ! Wir haben Siege über den Faschismus, Siege über den Sozialfaschismus errungen, aber auch Niederlagen hinnehmen müssen. Wir Kommunisten haben in Deutschland einen beschwerlichen und opferreichen Weg zurückgelegt und bis zum endgültigen Sieg des Sozialismus in Deutschland werden uns noch große Opfer abverlangt werden, aber wir sind bereit dazu, und werden immer dazu bereit sein, den einmal eingeschlagenen Weg der sozialistischen Revolution niemals aufzugeben.
Wir vergessen nicht die solidarische Unterstützung der westdeutschen und westberliner Klassenbrüder, der KPD/ML Genossen und Sympathisanten aus dem Westen. Wir erinnern uns in Dankbarkeit an die Hilfe im Geiste des proletarischen Internationalismus aller Bruderparteien in der ganzen Welt, allen voran die Partei der Arbeit Albaniens mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze ! Wir sind stolz auf alle Genossen und Genossinnen, auf alle Freunde, die das Ehrenbanner der Sektion DDR unserer Partei bis auf den heutigen Tag trotz aller Niederlagen und Rückschläge hochgehalten haben und sich nicht haben entmutigen lassen, ihren begonnenen Kampf konsequent und kompromisslos fortzusetzen und dabei keine Opfer zu scheuen ! Unser aller gemeinsamer Kampf für den Kommunismus bleibt unvergessen und soll nicht umsonst gewesen sein ! Wir geloben, im Sinne der Genossen der ehemaligen DDR den Kampf für das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland unbeirrbar fortzusetzen und in Deutschland weiter für die sozialistische Revolution zu kämpfen. Wir Genossinnen und Genossen der KPD/ML wissen: Die Revolution in Deutschland ist eine sehr ernste Angelegenheit, und wenn die KPD/ML sie einmal in Angriff genommen hat, muss sie sie auch zu Ende führen. Was eure Generation fortgesetzt hat, werden nachfolgende Generationen zu Ende führen - der Sozialismus in Deutschland wird siegen !
Wir grüßen alle Genossinnen und Genossen, alle Freunde, die mit der KPD/ML für die sozialistische Revolution in Ost und West gekämpft haben !
Wir vergessen auch nicht unsere Klassenfeinde ! Wir sind noch lange nicht fertig mit euch Sozialfaschisten der DDR !! Noch lauft ihr frei herum, also ohne jemals für eure Verbrechen am Volk, an der Arbeiterklasse und an unserer KPD/ML zur Rechenschaft gezogen und bestraft worden zu sein. Deswegen werden wir euch nicht auf die Nasen binden, was wir über euch wissen und was nicht. Wir versichern euch: wir werden uns niemals mit dem geschehenen Unrecht an unseren DDR-Genossen, mit euren Verbrechen gegen sie, abfinden. Wir werden den von unseren KPD/ML Genossen der DDR begonnenen Weg unbeirrbar fortsetzen und so lange kämpfen, bis auch der letzte Überrest des Sozialfaschismus, bis der letzte Sozialfaschist für immer von deutschem Boden hinweggefegt ist. Die Verbrechen gegen den Versuch, den ersten Sozialismus auf deutschem Boden aufzubauen, werden wir niemals vergessen – auch nicht 30 Jahre nach der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML !!! Diejenigen, die unsere DDR-Sektion zu zerschlagen versucht haben, die Spitzel und Agenten des Stasi – sie werden dafür noch büßen ! Wir sind euch auf den Fersen, wir finden euch, wir demaskieren euch, wir zerren euch und jedes eurer Verbrechen an unseren Genossen und an unserer Partei ans Tageslicht. Ihr werdet unserer gerechten Strafe nicht entgehen ! Ihr habt vergeblich versucht, uns Angst einzujagen, doch in Wirklichkeit haben WIR EUCH erschreckt !
Nichts hat die Bourgeoisie in Ostdeutschland mehr gefürchtet – und zu Recht ! - als die Genossen der Sektion DDR der KPD/ML ! Die KPD/ML galt in der DDR als Staatsfeind Nr. 1 !!! Und das ist das Ergebnis der heldenmütigen Arbeit der DDR-Genossen und ihrer stählernen Parteidisziplin gewesen. Sie hat den SED-Bonzen das Fürchten gelehrt, aber auch so manchen spießigen Kleinbürger aufgeschreckt. Einige von ihnen fürchteten sich vor der straffen Disziplin unserer DDR-Genossen mehr als vor den Sozialfaschisten: „An der Sektion DDR der KPD/ML gemessen ist der Stasi ein liberaler Hühnerhaufen!“
Wir wissen, dass Faschismus und Sozialfaschismus erst endgültig von der Welt und damit auch vom deutschen Boden verschwunden sein wird, wenn die proletarische Weltrevolution gesiegt hat. Das wussten auch die Genossen der Sektion DDR der KPD/ML, denn sie kämpften nicht nur vor allem gegen die ostdeutsche Bourgeoisie und ihre sozialfaschistische Diktatur, sondern auch gegen die sowjetischen Sozialimperialisten, die ihr Land unter ihrer Knute hielten. Die Genossen der Sektion DDR unterstützten uns brüderlich im Kampf gegen den BRD-Imperialismus und gegen die ganze westliche kapitalistische Welt. Sie unterstützten ihre Klassenbrüder in den anderen revisionistischen Ostblockländern im Kampf gegen die neuen Kreml-Zaren und ihre Lakaien. Sie verstanden sich als Teil der marxistisch-leninistischen Weltbewegung unter der Führung des sozialistischen Albanien mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze. Sie führten ihren revolutionären Kampf als Teil der KPD/ML des Genossen Ernst Aust für den Kommunismus in Deutschland und in der ganzen Welt.
Der Kampf der Sektion DDR der KPD/ML hat uns im Westen begeistert und angespornt, hat uns Mut gemacht, hat unsere Kräfte beflügelt. Alles wofür wir kämpften, dafür kämpften auch unsere Genossen in der DDR. Wir kämpften in der gleichen Partei. Wir teilten Freud und Leid. Die Partei war wie eine Familie, über Stacheldraht und Mauer hinweg unzertrennlich, eine Partei, die mit großem Elan von beiden Seiten Tag und Nacht daran arbeitete, die Arbeiterklasse und die Werktätigen zur Revolution gegen die Spaltung Deutschlands, sie aus dem Dunkel ins Licht der Freiheit zu führen. Wir waren Genossinnen und Genossen, die sich nie zu Gesicht bekommen haben, aber wir wussten, dass es uns gab, dass jeder in seinem Teil Deutschlands aktiv war und sich darüber bewusst war, dass zur gleichen Zeit die Genossinnen und Genossen im anderen Teil Deutschlands aktiv waren. Das waren für uns alle unvergessliche, die revolutionären brüderlichen Gefühle tief bewegende Zeiten, die junge Genossen von heute schwerlich nachempfinden können. Ja, und dieses Solidaritätsgefühl war im Grunde genommen ein wichtiger Motor für die solidarischen Gefühle, die wir gegenüber den Klassenbrüdern in der ganzen Welt empfanden, gegenüber den marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die alle anti-revisionistischen Kräfte immer einheitlicher verband. Durch die Existenz unserer DDR-Genossen wuchsen auch unsere revolutionären brüderlichen Gefühle gegenüber allen anderen marxistisch-leninistischen Genossen, die unter den schwierigen Bedingungen des Revisionismus an der Macht kämpften und litten. Es war für uns damals leichter, mal schnell unsere dänischen Genossen in Kopenhagen zu treffen oder sogar die albanischen Genossen zu besuchen, als mit unseren eigenen Genossen in der DDR in Kontakt zu treten. Das konnten sich die ausländischen Genossen gar nicht so richtig vorstellen, was das für uns konkret bedeutete, aber sie waren sich darüber durchaus bewusst, wie wertvoll die Zusammenarbeit mit den Genossinnen und Genossen aus den revisionistischen Ländern damals war. Besonders schmerzvoll muss das auch für die alten albanischen Genossen gewesen sein, die noch Kontakt zu den Sowjetmenschen hatten, als Stalin noch lebte. Nach dem Machtantritt der Revisionisten war dieser Kontakt fast unmöglich geworden, konnte die begonnene Solidarität der Arbeiterklasse zweier sozialistischer Länder nicht mehr wie einst gedeihen. Das war auch ein großes Problem für die Entfaltung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung in den revisionistischen Ländern, aber das Abgeschirmt - Sein war am allerschwersten für die Genossinnen und Genossen in den revisionistischen Ländern.
Wir wollen den 30. Jahrestag zum Anlass nehmen, um uns an die große historische und stets aktuelle Bedeutung der Sektion DDR zu erinnern und insbesondere ihre
Bedeutung für den anti-revisionistischen Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung
hervorheben.
Die Sektion DDR der KPD/ML hat in einem revisionistischen Land den organisierten Kampf für die Eroberung der Diktatur des Proletariats aufgenommen, hat den revisionistischen Verrat am mühsam begonnenen Versuch, den Sozialismus aufzubauen, entlarvt und aufgedeckt und in der Arbeiterklasse für den gewaltsamen Sturz des Revisionismus an der Macht durch die sozialistische Revolution agitiert, hat die Waffe des Marxismus-Leninismus, den wissenschaftlichen Sozialismus gegen den Revisionismus an der Macht ins Feld geführt und auf revolutionärer Grundlage den Klassenkampf von innen heraus und mit Hilfe von außen gegen das sozialfaschistische Honecker-Regime illegal organisiert. Die Sektion DDR der KPD/ML verteidigte das ruhmreiche Erbe der Thälmannschen KPD in der DDR. Sie war die entscheidende Kraft, die den Marxismus-Leninismus in der DDR in die Arbeiterklasse und unter die Massen trug und den ideologischen Kampf gegen den modernen Revisionismus in der DDR auf prinzipienfester Grundlage anführte. Die Sektion DDR der KPD/ML war ein Dorn im Fleisch – wie es die DDR-Genossen selber ausdrückten. Diese albanientreue deutsche Speerspitze des Weltsozialismus fügte dem verräterischen Honecker-Regime Wunden zu, von denen es sich nicht mehr erholen sollte. An der Entwicklung der anti-sozialfaschistischen Revolution in der DDR 1989/90 hatte der Kampf der Sektion DDR der KPD/ML entscheidenden Anteil. Der Arbeiterklasse in der DDR den Weg zur sozialistischen Revolution zu weisen, das ist ihr historisches Verdienst, das ihr keiner jemals wieder wegnehmen oder streitig machen kann. Sie hat alles getan, die sozialistische Revolution in der DDR vorzubereiten, das heißt, das Eindringen des westdeutschen Imperialismus zu verhindern, den Einfluss des sowjetischen Sozialimperialismus zu kappen und den Weg frei zu machen für die Diktatur des Proletariats in der DDR, für den proletarischen und gegen den bürgerlichen Sozialismus in der DDR, für das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland. Das hätte auch die sozialistische Revolution in Westdeutschland beschleunigen können, hätte einen Anstoß für die Weltrevolution abgegeben. Damit wäre außerdem der historische Beweis erbracht worden, dass der Sozialismus in der Lage ist, sich unmittelbar und direkt auf den Trümmern des Sozialfaschismus aufzubauen ( ... so wie die albanischen Genossen als einzige in der ganzen Welt den Beweis erbracht hatten, dass der Sozialismus auf den Trümmern der faschistischen Besatzungsmacht aufgebaut werden und siegen konnte, jedenfalls solange der Genosse Enver Hoxha noch lebte). Obwohl dieses große Ziel nicht erreicht wurde, so ebnete sie doch den Weg, um dieses Ziel so bald wie möglich zu erreichen. Die KPD/ML hat 1989/90 auf die Weiterführung der Revolution zum Sozialismus hingewirkt, während die Bourgeoisie sich rühmte, die Rückkehr zum Sozialismus verhindert zu haben. Nur wird ihr das nichts nützen, denn die Arbeiterklasse, das Volk, wird den Verrat der Bourgeoisie immer klarer erkennen und dem sozialistischen Weg der KPD/ML folgen, wenn nicht heute, aber morgen sicherlich. Daran haben wir nie einen Zweifel gelassen. Niemals haben die Werktätigen der DDR für ihre Befreiung vom Sozialfaschismus, für ihre Freiheit gekämpft, um sie dem westlichen Kapitalismus in den Rachen zu werfen. Anti-Revisionismus heißt für die Konterrevolution Kapitalismus, für die Revolution aber Sozialismus. Und so bleibt uns vorerst hervorzuheben, dass die Sektion DDR der KPD/ML die erste und einzige marxistisch-leninistische Partei war, die in einem revisionistischen Land unter den illegalen Bedingungen des Sozialfaschismus an der Macht aufgebaut wurde. Allein diese Tatsache beweist, welche große Bedeutung die Sektion DDR der KPD/ML für den weltrevolutionären, anti-revisionistischen Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und insbesondere in den revisionistischen Ländern hatte und für immer haben wird. Wenn eines Tages die Fahne der KPD/ML über Deutschland weht, dann haben wir dies nicht zuletzt unseren Genossen der Sektion DDR zu verdanken. In der Geschichte des Kommunismus in Deutschland hat die Sektion DDR unserer Partei ihren festen Ehrenplatz. Und die KPD/ML ist heute mehr denn je stolz darauf, diesen Ehrenplatz für immer hoch zu halten und zu verteidigen.
Die Sektion DDR der KPD/ML gehörte der ruhmreichen Streitmacht der Weltrevolution an, „jener großen und unbesiegbaren Armee der wahren Kommunisten, die das Proletariat und alle Unterdrückten führt, um die Welt umzugestalten, um den Kapitalismus zu zerstören und um die neue Welt, die sozialistische Welt, aufzubauen“ (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, dt. Ausgabe, Seite 534).
Die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML vollzog sich erst zwei Jahrzehnte nach Gründung der DDR:
Das war zu einem Zeitpunkt, als man die Gründung der DDR zum ersten Mal als „Nationalfeiertag“ beging und alles Gesamtdeutsche zu den Akten legte.
Das war zu einem Zeitpunkt, als Breschnew seinen Vasallenstaat DDR durch neue Verträge noch fester an den sowjetischen Sozialimperialismus kettete und mit Herrn Brandt in Moskau den 5. Jahrestag des auf Kosten der DDR geschlossenen Vertrags mit der BRD begoss.
Das war zu einem Zeitpunkt, als die Sowjet-Revisionisten erkennen mussten, dass sich ihre europäischen Schafe mit der Konferenz in Berlin nicht mehr im russischen Stall zusammenpferchen lassen.
Das war zu einem Zeitpunkt, als der Euro“kommunismus“ auf kam, westliche revisionistische Parteien nicht mehr ihre Uhren nach dem Kreml, sondern nach dem Westen stellten, und Tito sich mit der lukrativen „Blockfreiheit“ seine Dollars verdiente, der Einfluss des Sowjetrevisionismus auf das eigene Lager also rapide in den Keller ging.
Das war zu einem Zeitpunkt, als 2 500 DDR - Soldaten in Angola zur Wahrnehmung sozialimperialistischer Interessen im Einsatz waren.
Das war zu einem Zeitpunkt, als Südvietnam befreit wurde und die größte imperialistische Weltmacht ihre schmachvollste Niederlage gegen das kleine, tapfere vietnamesische Volk einstecken musste,
Das war zu einem Zeitpunkt, als die chinesischen Revisionisten mit ihrer 3-Welten-Theorie versuchten, die europäischen Völker zu einem Krieg gegen die Sowjetunion aufzuwiegeln, um selber zu einer Supermacht zu werden.
Das war zu einem Zeitpunkt, als die Honecker-Clique zum 25. Parteitag der KPdSU nach Moskau pilgerte, um Lobeshymnen auf die Kloake der sowjetischen Revisionisten zu singen.
Das war zu einem Zeitpunkt, als die revisionistischen osteuropäischen Staatsoberhäupter begannen, in die BRD zu reisen, um den Imperialisten dort für eine Koffer voll DM die Stiefel zu lecken.
Das war zu einem Zeitpunkt als mit der Geheimdiplomatie der Revisionisten bereits große Zugeständnisse an den westlichen Imperialismus vollzogen worden waren, die den vollkommenen Verrat an den sozialen und nationalen Interessen der Arbeiterklasse der DDR besiegelten,
Das war zu einem Zeitpunkt also, als der alte imperialistische Westen auf dem Vormarsch und der neue sozialimperialistische Osten auf dem Rückmarsch war.
Das war zu einem Zeitpunkt,als der Entartungsprozess mit dem 9. Parteitag der SED in der DDR, mit ihrem neuen Programm und Statut sowie mit dem neuen Volkswirtschaftsplan schon weit voran geschritten war, als die Restauration des Kapitalismus (z.B. von 1963) bereits im Wesentlichen umgesetzt worden war, als die damit unweigerlich verbundenen Krisenerscheinungen des Kapitalismus nur noch sehr schwer zu unterdrücken waren, sich an der Basis Unmut breit machte, wo bereits vereinzelte spontane Widerstandsbewegungen nicht nur in der Jugend sichtbar wurden, wo es überall in der DDR dicht unter der Oberfläche an zu brodeln anfing – nicht zuletzt in den Betrieben unter den Arbeitern. Die Bedeutung der aufkommenden Krise der DDR bestand für die DDR Genossen in der Erkenntnis, dass der Revisionismus dadurch seinen wahren kapitalistischen Charakter bloßlegte, dass die DDR-Krise alles demagogische Gerede über die angeblich „sozialistische“ DDR selber beiseite geschoben hatte, dass die Krise die Fäulnis des DDR-Systems schonungslos offenbarte und die wahren Triebfedern des wirklich vor sich gehenden Klassenkampfes in der DDR aufdeckte. Diese Gunst der Stunde nutzten die DDR-Genossen mit dem Aufbau der Sektion DDR der KPD/ML
Die Sektion DDR der KPD/ML ist also nicht am Schreibtisch entstanden, sondern sie konnte sich auf die Veränderungen in der Welt, deren Einfluss auf die DDR, aber vor allem auf die wachsende Unzufriedenheit im eigenen Land stützen, wo mehr und mehr Bewegungen, insbesondere in einzelnen Betrieben und in der Jugend, entstanden. Die Arbeiterbewegung wuchs mit der Sektion DDR heran und umgekehrt wuchs die Sektion DDR mit der Arbeiterbewegung heran. Sie war eine kleine Vorhut des Proletariats, aber unter den gegebenen Umständen eine hervorragend revolutionäre Vorhut. Was die Partei dort Mitte der 70er Jahre aussäte, davon begann Ende der 80er Jahre einiges aufzugehen, wenn auch nicht in letzter Konsequenz, was die ausgebliebene sozialistischen Revolution anbelangte.
Außerdem blieb den damaligen revolutionären Kräften der DDR nicht verborgen, was sich im Westen abspielte, insbesondere in West-Berlin. Die 7 Jahre lange Existenz und Aktivität der KPD/ML im Westen spielte für den Aufbau der Partei in der DDR eine Schlüsselrolle. Es handelte sich ja auch nicht um irgendeine kommunistische Opposition, sondern um eine marxistisch-leninistische Partei, um die KPD/ML, was manche Genossen später nicht mehr zu unterscheiden wussten und auch gar nicht mehr unterscheiden wollten, denn: kommunistische Opposition schön und gut, aber eine kommunistische Partei hat ja wohl einen ganz anderen Stellenwert, eine ganz andere Bedeutung. Schließlich ging es ja nicht um die Aufgabe eines oppositionellen Opportunismus, lediglich radikal-reformerische Kurskorrekturen durchzuführen und die revisionistische Führung in einer ansonsten „recht und schlecht funktionierenden sozialistischen“ DDR auszutauschen. Es ging nicht darum, den Revisionismus durch Neo-Revisionismus zu ersetzen (Neo-Revisionismus = Anti-Revisionismus in Worten und Revisionismus in Taten), also die Entartung aufzuhalten, um den „Sozialismus“ (sprich: Revisionismus) noch zu retten ( der bürgerliche „Sozialismus“ der Revisionisten kann niemals gerettet oder in einen proletarischen Sozialismus auf friedlichem Wege übergeleitet werden, sondern immer nur zerschlagen werden durch die sozialistische Revolution! Den proletarischen Sozialismus kann man nur auf den Trümmern des bürgerlichen Sozialismus aufbauen. ), es ging also einzig und allein darum, die ganze staatskapitalistische Gesellschaftsordnung, die Macht der ostdeutschen Bourgeoisie zu zertrümmern und die Diktatur des Proletariats mit revolutionärer Waffengewalt zu erobern, den Revisionismus an der Macht zu stürzen und stattdessen den Marxismus-Leninismus an die Macht zu bringen, den Sozialfaschismus der Bourgeoisie direkt und unmittelbar durch eine neue von der Arbeiterklasse geführten anti-revisionistischen, sozialistischen Gesellschaftsordnung in der DDR abzulösen. Man hätte zu den Waffen greifen müssen !
Die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML erfolgte erst fast 20 Jahre nach dem XX. Parteitag der KPdSU und dem danach entbrannten Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen den revisionistischen Verrat der modernen Revisionisten, den Genosse Enver Hoxha Ende 1960 auf der Beratung der 81 kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt eröffnet hatte, einige Jahre nach den Ereignissen in der Tschechoslowakei und in Polen. Albanien war längst aus dem Warschauer Pakt ausgetreten, hatte den offenen Bruch erst mit den Titoisten und dann mit den Chruschtschowianern längst abgeschlossen und erfolgreich den anti-revisionistischen Klassenkampf im eigenen Land und in der ganzen Welt geführt. 1975/76 wurde nach 30 Jahren die Verfassung der SVR Albanien revolutioniert, mit der DDR Verfassung hingegen der Weg des Kapitalismus zementiert. Albanien entwickelte als einziges Land der Welt den Sozialismus weiter, während alle anderen den Kapitalismus restaurierten. Die revolutionäre Entwicklung der PAA spielte also zum damaligen Zeitpunkt eine wichtige Vorbild- ja Schlüsselrolle für die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML und blieb für die DDR-Genossen die wichtigste Stütze im Kampf für den Sturz der Diktatur der revisionistischen Bourgeoisie in der DDR. Die Partei der Arbeit Albaniens hatte die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML flammend in ihrem Zentralorgan begrüßt:
„Die Partei der Arbeit Albaniens“, hat Genosse Enver Hoxha betont, „wird die marxistisch-leninistische Bewegung, alle, die gegen Imperialismus und Revisionismus für den Sieg der Revolution und des Sozialismus kämpfen, mit all ihren Kräften und Möglichkeiten unterstützen.“ Das sozialistische Albanien entbietet den deutschen Marxisten-Leninisten und allen deutschen Revolutionären zur Gründung der Sektion DDR der KPD/ML revolutionäre Grüße und wünscht ihnen neue Siege in der sozialistischen Revolution.
Die äußeren Anstöße für die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML kamen zweifellos aus einer bereits starken marxistisch-leninistischen Weltbewegung, wobei diese nur deswegen auf fruchtbaren Boden stoßen konnten, weil dafür die inneren revolutionären Bedingungen in der DDR herangereift waren. Der Fäulnisprozess des Revisionismus selbst hat die revolutionäre Bewegung in der DDR hervorgebracht, hat die Notwendigkeit der Schaffung einer bolschewistischen Partei auf die Tagesordnung gestellt. Die Genossinnen und Genossen aller Sektionen der KPD/ML bestätigten mit ihrem Kampf die Grundthese der Partei, dass weder durch Gewalt noch durch Demagogie die deutsche Arbeiterklasse und ihr revolutionärer Kampf in der BRD und in der DDR unterdrückt werden können. Im Gegenteil: Gerade durch den Druck, die Demagogie und eine äußerst betrügerische und diversionistische, antikommunistische Propaganda der deutschen Bourgeoisie in Ost und West wurde in der Arbeiterklasse die Tendenz wach, sich von opportunistischen, revisionistischen und sozialdemokratischen Einflüssen freizumachen, die leider immer noch einen großen Teil der deutschen Arbeiterklasse gängelten. Diese verstärkte Druck auf die Arbeiterklasse ließ die KPD/ML hüben wie drüben wachsen und erstarken. Die Sektion DDR der KPD/ML hatte sich von Anfang an mit vielerlei volksfeindlichen, arbeiterfeindlichen, anti-marxistisch-leninistischen Einflüssen auseinanderzusetzen:
Der Kampf der Sektion DDR der KPD/ML gegen den Revisionismus mit unverminderter Härte fortsetzen !
Genossinnen und Genossen, der größte Fehler, den wir heute im Kampf gegen den Revisionismus machen könnten, den größten Dienst, den wir den Ulbricht/Honecker-Verrätern erweisen würden, wäre, den Revisionismus in der DDR für „erledigt“, für abgeschlossen zu halten. Diese Ideologie hat sich in 40 Jahren entwickelt und darf niemals unterschätzt werden. Wer glaubt, dass der heutige DDR-Bürger nach über 15 Jahren alles in seinem Gedächtnis ausgelöscht hat, wer glaubt, dass der ideologische Einfluss des Revisionismus heute nur noch 0, 0 % beträgt, befindet sich in einem naiven und gefährlichen Irrglauben. Der revisionistische Einfluss ist lebendig so wie auch die sozialistische Ideologie noch lebendig ist. Das ist eine Tatsache, die wir nicht ignorieren dürfen. Wir werden es immer wieder mit Revisionisten zu tun haben ( und haben es doch offensichtlich schon lange mit verschiedensten neuen revisionistischen Gruppierungen auf dem ehemaligen Territorium der DDR zu tun !!!) , die den DDR-Revisionismus in Worten kritisieren, aber nur um mit dieser Tarnung sein Wiederaufleben zu beschleunigen. Wir spüren mit unserem revolutionären Instinkt, dass die Wurzeln des DDR-Revisionismus in diesen Organisationen noch lebendig sind, dass sie für uns Marxisten-Leninisten immer noch eine große Gefahr darstellen können, wenn wir es an der nötigen Wachsamkeit und Entschlossenheit mangeln lassen, wenn wir uns auf solche Gruppierungen einlassen, mit ihnen obendrein noch zusammenarbeiten und sie dadurch nur noch stärken. Wir müssen ihnen auf die Finger klopfen und ihnen deutlich machen, dass die Kommunistische Partei Deutschlands / Marxisten-Leninisten hier in Deutschland wachsam und entschlossen gegen jeden Revisionisten unbarmherzig vorgeht. Wir befinden uns im Klassenkampf, wer- wen? Die Revisionisten oder wir ? Kann man denn diese Frage noch klarer stellen ? Ich glaube nicht, dass man noch deutlicher werden muss, damit wir auch tun, was wir zu tun haben ! Dabei werden wir jeden ehrlichen Kommunisten aus diesen Organisationen kameradschaftlich davon zu überzeugen versuchen, Partei für uns - Partei gegen sie, zu ergreifen ! Gerade in diesem Augenblick sind die revisionistischen Wurzeln unter deutschem Boden dabei, sich wieder ein paar Zentimeter weiter auszubreiten, um dem nachwachsenden Revisionismus diesmal mehr Halt zu geben. Die Arbeiterklasse hat die Regierung Honeckers besiegt, aber dabei noch lange nicht die Demarkationslinie zwischen Marxismus-Leninisms und Revisionismus, die ideologische Trennungslinie zwischen der SED und der Sektion DDR der KPD/ML gezogen, und eben das heißt, einen morsch gewordenen Baum fällen, ohne seine ideologischen Wurzeln auszureißen. Daraus ziehen die neuen Revisionisten natürlich ihren Vorteil. Sie wären schön dumm, wenn sie unsere Schwäche nicht ausnutzen würden. Nur ist doch die Frage, ob wir dies zulassen oder nicht. Ebenso wäre es unverantwortlich, wenn wir darauf verzichten würden, das noch immer vorhandene sozialistische Bewusstsein wach zu halten und zu stärken.
Die Revisionisten wollen nur eins: die Trennungslinie zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus verwischen, um weiter im Trüben fischen zu können. Wir wollen das Gegenteil, nämlich endlich in den Köpfen der Arbeiter das marxistisch-leninistische Bewusstsein für den Kampf gegen den Revisionismus stärken, denn ohne eine anti-revisionistisch eingestellte und gefestigte Arbeiterklasse wird uns die Geschichte schnell wieder eingeholt haben, werden die Wurmfortsätze von Ulbricht und Honecker da weitermachen, wo der Stasi aufgehört hat. Die Arbeiterklasse darf dem Revisionismus keine Gelegenheit geben, sich auf deutschem Boden wieder zu beleben. Wenn wir das auf die leichte Schulter nehmen, haben wir von der Sektion DDR der KPD/ML nicht viel gelernt. So wie sich damals die alten Revisionisten jahrelang auf die Machtergreifung des Revisionismus vorbereiteten, genauso bereiten sich heute die Neo-Revisionisten auf die Zurückeroberung ihrer Macht vor – aus keinem anderen Grund tarnen sie sich heute als Kommunisten ! Reißen wir ihnen die neo-revisionistische Maske herunter, bekämpfen wir ihren Einfluss, bevor sie unseren Einfluss bekämpfen !
Die altmodischen Revisionisten in der DDR hatten den Aufbau des Sozialismus systematisch vereitelt, jede marxistisch-leninistische Bewegung, ja jede antifaschistische, jede fortschrittliche und demokratische (geschweige denn sozialistische) Bewegung der Arbeiterklasse liquidiert und den Kapitalismus Schritt für Schritt wieder hergestellt, mussten dabei manche Kurskorrekturen vornehmen (und durch die Ereignisse des 17. Juni 1953 auch hinnehmen), um nicht Verdacht bei der Arbeiterklasse und den Werktätigen zu erregen, denn vor einer Wiederholung des 17. Juni, und schließlich vor revolutionären Massenerhebungen gegen die Revisionisten an der Macht war die Angst groß. Alle ihre politischen, ökonomischen und administrativen Handlungen, die in Wirklichkeit allesamt der Restauration des Kapitalismus dienten, versuchten sie auf die eine oder andere Weise „marxistisch-leninistisch“ darzustellen, zu begründen und zu interpretieren. Waren sie über Tempo, Umfang, Formen und Methoden der Restauration des Kapitalismus untereinander zerstritten ( einigen ging es zu schnell, anderen zu langsam), führten sie untereinander ihre Machtkämpfe darüber aus ( die neuen Revisionisten liquidieren stets die alten zur Beschleunigung des zu langsamen Prozesses; die alten Revisionisten liquidieren die neuen, zur Verlangsamung eines zu heiß gelaufenen Prozesses), so waren sie sich doch stets einig, ihre Macht, die sie über der Arbeiterklasse errichtet hatten, mit Zuckerbrot und Peitsche zu behaupten. Die Revisionisten setzten die von ihnen korrumpierte Klasse der Bürokraten in Bewegung, um den werktätigen Massen der DDR die Macht ihres Regimes aufzuzwingen. Dabei stützten sie sich auch auf Intellektuelle, auf verbürgerlichte Schriftsteller und revisionistische Künstler usw. usf.. Die revisionistische Entartung vollzog sich allumfassend in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens der DDR, auf der Basis des Bündnisses zwischen Arbeiteraristokratie und intellektuellen Kleinbürgern, aus der sich die neue ostdeutsche Bourgeoisie rekrutierte. Sie begann in der Partei.
Hier wurde einiges getan, muss aber noch viel mehr getan werden, um die noch aus der alten Partei übernommenen ideologischen Mängel und Fehler aufzudecken, die die Entstehung des Revisionismus und später die Ergreifung der Macht durch die Verräter Ulbricht und Konsorten in der DDR begünstigten. Da ist zunächst die schwierige Lage der ruhmreichen bolschewistischen Thälmann-KPD zu nennen, die durch Krieg und Faschismus ( und durch solche Verräter wie Ulbricht!) schwer gelitten hatte, und die wieder mühsam aufgebaut werden musste. Die besten Kommunisten gaben ihr Leben im Kampf gegen Krieg und Faschismus. Da waren die revolutionären „Illegalen“ und die aalglatten Revisionisten (Ulbricht, Pieck usw.) aus Moskau, die die Sowjetunion hintergangen und über die tatsächlichen Verhältnisse in der KPD - Ernst Thälmanns desinformierten und die Komintern für ihre liquidatorischen Zwecke schon vor dem Krieg missbraucht hatten, und mit der Weichenstellung für die Entartung schon längst begonnen hatten. Aber aus dem Entartungsprozess vor dem Kriege konnte nicht anderes als Entartung nach dem Kriege hervorgehen. Die Revisionisten hatten seit langem versucht, die Führung in der KPD zu übernehmen und die bolschewistischen Genossen in die „sektiererische Ecke“ zu drängen oder als „Dogmatiker“ aus der Partei hinauszusäubern. Und die Revisionisten wurden bei ihrer Machtübernahme der KPD ja auch von Dimitroff tatkräftig unterstützt, und so setzte sich dieser revisionistische Kurs in harten Kämpfen gegen den alten bolschewistischen Kaderstamm des Genossen Ernst Thälmann durch. Die Bedeutung des revisionistischen Einflusses des VII. Weltkongresses auf die Entwicklung ALLER ihr damals angeschlossenen Parteien ist uns heute inzwischen sehr wohl bewusst geworden. Er leitete die Abkehr vom Marxismus-Leninismus und die damit verbundene Isolierung und Schwächung der Sowjetunion Lenins und Stalins ein, sowie die Verwandlung der einst kommunistischen Sektionen in entartete, revisionistische Parteien. Dass heute vom Sozialismus Lenins und Stalins nichts mehr übrig geblieben ist, das ist das Werk dieser revisionistischen Verräter. Es wäre spätestens nach Krieg und Faschismus die zentrale Aufgabe der Genossen gewesen, die Rebolschewisierung der KPD vorzunehmen, das heißt die proletarischen Genossen an die Spitze der Partei zu stellen, die Normen der Bolschewistischen Partei wieder herzustellen, die versprengten marxistisch-leninistischen Genossinnen und Genossen der KPD wieder zu sammeln, zusammenzuschließen, ideologisch-politisch zu schulen, zu erziehen, neue Kader aus der Arbeiterklasse zu rekrutieren und die Vorhutabteilung der Arbeiterklasse zu reorganisieren. Vor allem wäre es dabei unbedingt notwendig gewesen, die Cliquen-Bildung der Revisionisten zu zerschlagen, mit den Verrätern in den eigenen Reihen abzurechnen und solche Verräter wie Ulbricht/Pieck aus der Partei hinauszusäubern mit Hilfe und Unterstützung, durch Mobilisierung der fortschrittlichsten Arbeiter, also: Sicherung der Führung der Arbeiterklasse, Sicherung ihrer marxistisch-leninistischen Führung in der Partei. Wir wissen wie schwer das während des Krieges und besonders nach dem Krieg war. Trotzdem gab es aufrechte Marxisten-Leninisten, die der Thälmann-KPD treu geblieben waren und die revolutionäre Linie Stalins gegen die Revisionisten verteidigten. Und ihr revolutionäres, anti-revisionistisches Banner hatten unsere DDR Genossen der KPD/ML wieder erhoben, bildeten sie ein wichtiges historisches Kettenglied einer deutschen Geschichte des Kommunismus, angefangen mit Marx und Engels, über Rosa, Luxemburg und Karl Liebknecht, über Ernst Thälmann und Ernst Aust bis hin zur heutigen KPD/ML.
Stalin lebte damals und wusste genau darüber Bescheid, was da hinter seinem Rücken schon seit etwa 15 Jahren vorbereitet wurde. Das wussten natürlich auch die Revisionisten und so hüteten sie sich, ihm gegenüber mit ihrem Revisionismus offen aufzutreten, mussten sie ihre verbrecherischen Pläne verheimlichen und so flüchteten die Revisionisten nach vorn, um auf diese Weise einer tatsächlich auf festen Füßen stehenden sozialistischen Entwicklung Deutschlands - wie es der Genosse Stalin vorgeschlagen hatte -, vorzugreifen und einem zukünftigen, proletarischen, sozialistischen Deutschland den Wind aus den Segeln zu nehmen, also von vornherein zum Scheitern zu verurteilen, indem sie die Fäden vorher rechtzeitig in die Hände bekamen, um den sozialistischen Bestrebungen die Spitze zu nehmen. Der Sozialismus der DDR war – milde gesagt - ein „Sozialismus auf wackeligen Beinen“, aber in Wirklichkeit ein Sozialismus in Worten, aber ein bürgerlicher Sozialismus in Taten, also „ein tot geborenes Kind“, bei dem bürgerliche Elemente Paten standen und als solche von Anfang an jenen festen Platz zugewiesen bekamen, von dem aus sie die Herrschaft über die Arbeiterklasse von innen heraus übernehmen und sie ihn als Bollwerk gegen den proletarischen Sozialismus aufbauen konnten . Es gibt keinen wirklichen Sozialismus, der nicht unter der Herrschaft der Arbeiterklasse und unter der Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei aufgebaut wird. Nur der Marxismus-Leninismus führt die Arbeiterklasse zum Sozialismus. Eine bürgerliche Partei kann nur einen bürgerlichen Sozialismus (=Kapitalismus) aufbauen, niemals einen proletarischen Sozialismus. Einen proletarischen Sozialismus aufbauen, das kann die Arbeiterklasse nur wenn sie im heftigen Klassenkampf die bürgerlichen Elemente besiegt und sich nicht etwa mit ihnen vereinigt – und die SPD war ja wohl zweifellos die bürgerliche Arbeiterpartei. Die Vereinigung des Marxismus-Leninismus mit dem Sozialdemokratismus ist die Kapitulation gegenüber der bürgerlichen Ideologie. Die Methode der Vereinigung der Revisionisten mit den Sozialdemokraten gegen die Marxisten-Leninisten im Namen des „Marxismus-Leninismus“ ist ein ungeheuerlicher Verrat an der Arbeiterklasse, der dann tatsächlich den SED-Faschismus über die Arbeiterklasse nach sich zog. Eine Arbeiterklasse, die sich nicht mehr unter die Herrschaft der alten Bourgeoisie zwingen lassen will, darf nicht der neuen Bourgeoisie auf den Leim gehen, nur weil diese ihr verspricht, beim Aufbau des Sozialismus zu „helfen“. Die Bourgeoisie, selbst wenn Krieg und Faschismus sie geschwächt hat, versöhnt sich niemals mit dem Sozialismus und wenn sie noch so sehr das Gegenteil beteuert. Dies dient ihr nur dazu, die Arbeiterklasse zu betrügen und auf ihre Kosten zu einem späteren Zeitpunkt die Macht zurückzuerobern. Die Bourgeoisie ist und bleibt der Feind der Arbeiterklasse und des Sozialismus, und deswegen darf sich die Arbeiterklasse nicht von den anti-faschistischen Phrasen der Revisionisten irreführen lassen, sich mit dem „fortschrittlichen Teil“ der Bourgeoisie zu verbünden, um sich etwa deren „reaktionärsten, faschistischen Teil“ vom Halse zu schaffen. Die Klassenversöhnung, die alte Ideologie der Sozialdemokratie ist mit der revolutionären Klassenkampfideologie des Kommunismus unvereinbar, sowohl was die Beseitigung des Kapitalismus als auch den Aufbau des Sozialismus und die vor uns liegende Periode der Zurückeroberung des Sozialismus anbelangt. Das ist die Lehre, die sich die Sektion DDR der KPD/ML zu Herzen genommen hatte. Es gibt keine Einheit der Marxisten-Leninisten mit den Revisionisten und es wird sie niemals gegen, denn Einheit mit den Revisionisten heißt Versöhnung mit der Bourgeoisie. Die Revisionisten verfolgten das Ziel, sowohl den rechten bürgerlichen als auch den linken kommunistischen Flügel der Arbeiterklasse unter ihre Fittiche zu bekommen und darauf ihre revisionistische „Einheitsfrontpolitik“ aufzubauen. Wer das nicht mitmachen wollte, wurde vor die Tür gesetzt, entweder als „Sektierer“ oder „Dogmatiker“ oder als „rechter Opportunist“, später dann entweder als „Mitglied einer terroristischen Vereinigung“, „Maoist“ oder „Linksextremist“ ins sozialfaschistische Gefängnis gesteckt. Und so oder ähnlich lief es ja auch bei Mao Tsetung und in vielen anderen „Volksdemokratien“ jener Zeit: Die Revisionisten an der Macht gaben sich als die „Marxisten-Leninisten“ aus, die vorgaben, sowohl einen Kampf gegen den „Linksopportunismus“ (den sie in Wirklichkeit als Deckmantel für ihren Kampf gegen die wahren Marxisten-Leninisten benutzten, wobei sie geschickt die Marxisten-Leninisten mit den „linken“ Opportunisten in einen Sack zu stecken versuchten, um draufzuschlagen, ohne dass jemand Verdacht schöpft.) als auch einen Kampf gegen die „rechten“ Opportunisten zu führen. Diese rechten Kräfte, das waren natürlich die Revisionisten selber, sie setzten diese Linie ja schließlich praktisch um. Sie heißen aber ja gerade deshalb Revisionisten, weil sie dies der Arbeiterklasse hinter einer „sozialistischen“ Maske verbergen müssen – also führen die Revisionisten einen inszenierten Scheinkampf gegen die „Rechten, die den kapitalistischen Weg gehen“, damit die Arbeiterklasse glauben soll, dass die Revisionisten an der Macht wirklich für die „Verteidigung der korrekten sozialistischen Linie“ kämpft. So wurde das korrekte bolschewistische Prinzip der Marxisten-Leninisten, nämlich gleichzeitig gegen „linke“ und rechte Abweichungen zu kämpfen, von den Revisionisten dazu missbraucht, die wahren Marxisten-Leninisten auszuschalten, um ungehindert den Kapitalismus zu restaurieren und dies der Arbeiterklasse als „Fortsetzung des sozialistischen Aufbaus“ zu verkaufen. Wie gesagt, das war die Methode der Revisionisten, um im Kampf gegen die Marxisten-Leninisten an die Macht zu kommen und diese gegenüber den Marxisten-Leninisten zu behaupten. Dass zum Sozialfaschismus auch die physische Vernichtung der Marxisten-Leninisten, ja die physische Vernichtung der revolutionären Arbeiterbewegung innerhalb der revisionistischen Länder gehörte, das beweisen 100 000 e von Opfern. Die Sozialfaschisten haben nicht weniger Kommunisten umgebracht und eingesperrt als die Faschisten, nur dass die Ersteren ihre Verbrechen im Namen des „Marxismus-Leninismus“ verübten !
Die Einheit mit dem Sozialdemokratismus, das war erklärtes Ziel des Dimitroffschen Volksfrontgedankens, was auf nichts anderes hinauslief, als die Arbeiterklasse von der alten Bourgeoisie „zu befreien“, um sie einer neuen Bourgeoisie, bestehend aus Arbeiteraristokratie und Intelligenz, ans Messer zu liefern. Die neue Bourgeoisie unterscheidet sich von der alten Bourgeoisie nur dadurch, dass sie auf anderem Wege an die Macht kommt, bzw. sich diese zurückerobert, nämlich auf einer anderen, auf einer neuen sozialen und ökonomischen Basis. Die neue Bourgeoisie versucht sich aus der sozialistischen Gesellschaftsordnung heraus zu entwickeln, nährt sich vom sozialistischen Eigentum bis sie kräftig genug geworden ist, um das sozialistische Eigentum in Privateigentum zurückzuverwandeln. Erst einmal dick und fett geworden, schlüpft diese Larve heraus und streift die leer gesogene Hülle des Sozialismus ab, begibt sich auf die Suche nach einem neuen sozialistischen Wirt, um sich so weiter fortzupflanzen oder findet einen neuen Futterplatz im alten Kapitalismus. Die Sektion DDR der KPD/ML war die Kraft, die sich herausbildete, damit sich die Arbeiterklasse von diesen Parasiten befreien konnte.
Kein anderer hat vor der Annäherung des rechten Flügels der Kommunisten an den „linken“ Flügel der Sozialdemokraten mehr gewarnt und konsequenter gegen das Eindringen des Sozialdemokratismus in die Kommunistischen Parteien und die Komintern gekämpft als Genosse Stalin und der Genosse Ernst Thälmann und keiner hat diese korrekte marxistisch-leninistische Linie des Genossen Stalin und des Genossen Ernst Thälmann so sehr verraten und in den Schmutz getreten wie Ulbricht und Pieck, die nicht nur den Segen, sondern die volle Unterstützung von Dimitroff dafür hatten ! Die Einheit hätte auf marxistisch-leninistischen Grundlagen vorangetrieben werden müssen und nicht auf der Grundlage einer X-beliebigen Einheit. Die KPD hätte eine Einheit gebraucht, in der kommunistisches Denken und Handeln übereinstimmen, eine revolutionäre Einheit, die Basis und Führung zusammenschweißt, eine stählerne Einheit zwischen der Partei und der Arbeiterklasse, eine Einheitsfront zwischen Partei-Arbeiterklasse und werktätigem Volk auf der Basis bolschewistischer Normen gegen die Bourgeoisie und nicht mit der Bourgeoisie. Die Vereinigung der KPD mit der SPD zur SED war Verrat an der Arbeiterklasse, Verrat am Kommunismus, Verrat an Stalin und Ernst Thälmann. Wir haben uns diesbezüglich von letzten Zweifeln befreit, denn die Geschichte hat ihr Urteil über die DDR gesprochen, die auf der Grundlage eben dieser verräterischen Vereinigung aufgebaut war und daran zu Grunde gehen musste. Wir Marxisten-Leninisten haben daraus für immer unsere Lehren gezogen und werden zu verhindern wissen, dass die Arbeiterklasse durch einen revisionistischen Verrat noch einmal soviel Leid und Enttäuschung ertragen muss. Die Arbeiterklasse hat heldenhaft für den Sozialismus gekämpft, aber um ihre Früchte wurden sie von den Revisionisten betrogen. Die Arbeiterklasse wird ihre Selbstkritik üben und ihren Kampf für den Sozialismus diesmal auf marxistisch-leninistischen Grundlagen wieder aufnehmen, aus ihren Fehlern lernen und neuen Siegen entgegengehen. Dabei wird ihr die KPD/ML vorangehen. Die Vereinigung von KPD und SPD zur SED war also aus heutiger Sicht und unter den damaligen Bedingungen nicht etwa eine mit einkalkulierten Mängeln und Risiken behaftete, an sich gut gemeinte – Idee der Einheitsfront , sondern ein ganz durchtriebener, spalterischer konterrevolutionärer Akt der Revisionisten, weil dadurch der sozialdemokratische Wurm nicht draußen blieb, sondern mitten in der noch ungefestigten und einer durch Krieg und Faschismus geschwächten Partei eingepflanzt wurde und sich somit ungehindert ausbreiten und fett werden konnte, wodurch die Revisionisten noch mehr gestärkt und der anti-revisionistische Kampf der Marxisten-Leninisten, ihre anti-revisionistische Einheit um so mehr geschwächt wurde. Man kann weder die Partei, noch den Sozialismus mit einer revisionistischen Politik aufbauen, sondern nur gegen sie, nur ganz allein und ausschließlich mit der revolutionären Arbeiterpolitik. Die SED war zu keinem Zeitpunkt die Fortsetzerin der Thälmann-KPD gewesen, sondern wurde im Gegenteil nur deshalb gegründet, um die Thälmann-KPD nach dem Krieg endgültig zu liquidieren. Mit der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML wurde der SED vor Augen geführt, dass sie die alte Thälmann-KPD nicht liquidieren konnte. Und auch die Sektion DDR der KPD/ML konnte die SED nicht endgültig liquidieren. Die bolschewistische Partei ist stärker als alle Liquidatoren. Die SED missbrauchte die revolutionäre Tradition der Thälmann-KPD, um damit ihre bürgerlich-revisionistische Linie zu überdecken. Nur eine bolschewistische Partei hätte verhindern können, dass sich aus dem Faschismus später der Sozialfaschismus entwickelte. Die SED war ein Kind, das mit den Beschlüssen des VII. Weltkongresses der Komintern gezeugt wurde, gezeugt, um die antifaschistische Einheitsfront der Kommunisten zu missbrauchen zur Schaffung einer neuen Bourgeoisie in einer revisionistischen Volksfront. Mit der revisionistischen Volksfrontpolitik wurde die Arbeiterklasse schließlich gezwungen, auf ihre Macht zu verzichten, um sich der Macht einer neuen Bourgeoisie unterzuordnen, einer Bourgeoisie, die sich aus der Arbeiteraristokratie verbunden mit einer neuen Schicht des bürokratisch-technokratischen Partei-und Staatsapparates zusammensetzte und die jene soziale Basis war, auf der sich der Sozialfaschismus stützte. Revisionismus an der Macht führt gesetzmäßig zum Sozialfaschismus – zum konterrevolutionäre Bollwerk gegen die Revolution zur Befreiung der Arbeiterklasse:
„Der Wein wurde verwässert und jetzt wird er zu Essig. Diese sozialdemokratischen Parteien eines ... Otto Grotewohl ... bleiben still, solange Stalin lebte, aber sie arbeiteten, wühlten, korrumpierten weiter und besetzten wichtige Posten im Innern, wo sie nur konnten“ (Enver Hoxha, „Der Kampf der Arbeiterklasse in den revisionistischen Ländern“).
Eine Einheit, die auf sozialdemokratischem Wege erreicht wurde, eine Einheit von „Genossen“ außerhalb der marxistisch-leninistischen Prinzipien und Normen der Partei, eine „Einheit, um dem einen oder dem anderen nicht im Wege zu stehen, mögen dabei auch die Normen und Grundsätze verletzt werden“ - das war nie unsere marxistisch-leninistische Auffassung von Einheit und dagegen kämpften damals die aufrechten Genossinnen und Genossen der Thälmannschen KPD vor und nach der SED-Gründung, kämpfte die Sektion DDR der KPD/ML. In Wirklichkeit wurde die einstige marxistisch-leninistische Einheit der Thälmannschen KPD geschwächt, machten sich Bürokratismus, Technokratismus und Intellektualismus breit, entfernte man sich von der Arbeiterklasse und den Werktätigen, ja stellte sich über sie, bevormundete und gängelte sie vom kleinbürgerlichen Standpunkt der Überlegenheit aus, beutete sie rücksichtlos aus und unterdrückte sie mit faschistischer Gewalt, schuf sie das deutsche Arbeiter- und Bauerngefängnis. Neuen Auftrieb erhielten die Revisionisten nach dem Tod des Genossen Stalin. So wie sie über Stalin herfielen, fielen sie auch über den Marxismus-Leninismus, über die Marxisten-Leninisten her, auf die sie noch gewisse Rücksicht nehmen mussten und bauten ihre Machtpositionen dadurch aus, dass sie die Marxisten-Leninisten Schritt für Schritt ausschalteten. Die Arbeiterklasse in der DDR wurde durch Verleumdungen, Demagogie, leere Versprechungen und hohle „sozialistische“ Phrasen um die Früchte ihrer Anstrengungen betrogen. Es war also nur eine Frage der Zeit, des Ausbruchs der revisionistisch-kapitalistischen Krise, dass die Arbeiterklasse ihren alten revolutionären Kampfgeist, für den die ostdeutsche Arbeiterklasse traditionell bekannt war, wieder entdecken würde. Als die Sektion der KPD/ML in der DDR gegründet wurde, war die Arbeiterklasse noch nicht bereit, die Waffen in die Hand zu nehmen und damit auf die Straße zu gehen. Auch 1989/90 als sie gegen den Sozialfaschismus auf die Straße ging, war sie für den bewaffneten Kampf noch nicht bereit, aber die Zeit arbeitet für die Arbeiterklasse und die proletarische Revolution. Deswegen war und ist es das Hauptziel der KPD/ML, die Arbeiterklasse für die sozialistische Revolution zu gewinnen, sie an die sozialistische Revolution heran zu führen, einen Waffengang nach dem anderen gegen die kapitalistische Herrschaft vorzubereiten und zu organisieren. Es galt grundsätzlich für 1989/90, was Genosse Enver Hoxha bereits am 6. Januar 1968 vorausgesagt hatte, und was die drei Sektionen der KPD/ML auf dem gesamten deutschen Boden in die Tat umgesetzen versuchten:
„Die Sowjetvölker und die Völker in den Ländern der einstigen Volksdemokratien Europas, wie auch die Völker und Revolutionäre in aller Welt müssen sich in diesen für die Kapitalisten und die Revisionisten so schwierigen Augenblicken erheben, sich organisieren und mit fest geschlossenen Reihen kämpfen. Die Revisionisten müssen gründlich entlarvt und bekämpft werden, weil auf diese Weise auch der Imperialismus besser bekämpft werden kann, dem in der gegenwärtigen Krise seine Lakaien, die Revisionisten, nach Kräften zu Hilfe kommen werden“ ( Enver Hoxha, Die Supermächte, Seite 250/251).
Genossinnen und Genossen, worauf kam es dem Genossen Enver Hoxha hier an, wenn er betont: „Die Revisionisten müssen gründlich entlarvt und bekämpft werden“? Man sollte meinen, alle Genossinnen und Genossen wussten und wissen ganz selbstverständlich, was Enver Hoxha darunter verstand? Ich bin mir beim genaueren Hinsehen darüber aber gar nicht so sicher. Zunächst werden alle Genossinnen und Genossen zustimmen, dass Genosse Enver Hoxha auf keinen Fall damit gemeint haben konnte: „Je wortradikaler man auf die Revisionisten eindrischt, und je lauter man „Nieder mit dem Revisionismus!“ schreit, desto „revolutionärer“ ? ( wobei man heute eher seine Lauscher ziemlich hoch aufrichten muss, um überhaupt „Nieder mit dem Revisionismus!“ zu hören !) und auch nicht: „Je umfassender wir die Berge von allen möglichen Kritiken aus allen möglichen politischen Lagern ( nicht zuletzt aus dem revisionistischen Lager selbst!!!) gegen die Revisionisten auftürmen, um so „wirkungsvoller“ die Entlarvung ? Sich auf das Herunterleiern von Gemeinplätzen über den damaligen Kampf gegen den modernen Revisionismus zurückziehen und diesen in ein sektiererisches Dogma zu konservieren und als demagogische Phrase verkommen zu lassen ? Den anti-revisionistischen Kampf saft- und kraftlos bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln, mit den Revisionisten über ihn feilschen, ihn zu verhöhnen und die reaktionäre Einheitsfront mit den Revisionisten wieder aufzutischen ? Hinter das Niveau des Anti-Revisionismus unseres Genossen Enver Hoxhas zurückfallen ?
Genosse Enver Hoxha hat wohl kaum der Vulgarisierung des anti-revisionistischen Kampfes das Wort geredet, sondern im Gegenteil stets gegen die Vulgarisierung unserer anti-revisionistischen Losungen gekämpft. Worauf es hier ankommt, ist das Wörtchen „gründlich“ und zwar nicht im quantitativen, sondern im qualitativen Sinne des Wortes, das heißt, gründliche Herausarbeitung des Marxismus-Leninismus in sorgfältigster Trennung, Aussonderung und Abgrenzung von allen anderen ideologischen Einflüssen, keinerlei Kompromisse gegenüber halbherzigen Anti-Revisionismus, kein inkonsequenter Anti-Revisionismus, der auf halber Strecke abgebrochen und in sein Gegenteil verwandelt werden kann, sondern ein Anti-Revisionismus, der die Unvermeidbarkeit des Revisionismus im Kapitalismus beseitigt, der den internationalen Sieg über den Revisionismus, den endgültigen und garantierten Sieg über den Revisionismus durch Zerschlagung des Weltimperialismus vermittels sozialistische Weltrevolution zum Ziel hat. Wovon Genosse Enver Hoxha ausgeht, ist also nicht, dass man überhaupt den Revisionismus entlarvt und bekämpft, sondern entscheidend dabei ist „das Wie?“, eben ausschließlich vom Marxismus-Leninismus aus ... und nicht etwa vom Marxismus-Leninismus + irgendwelchen anderen politisch-ideologischen Standpunkten aus, die man bewusst oder unbewusst fälschlicherweise dem Marxismus-Leninismus zuordnet, die aber bei genauerer Betrachtungsweise nichts anderes sind als bürgerliche oder kleinbürgerliche Verwässerungen. Und es ist diese Frage ganz konkret auf unsere historische Situation in Deutschland bezogen zu stellen: Hat die KPD/ML „die Revisionisten“ Ulbricht/Honecker-& Co wirklich „gründlich entlarvt und bekämpft und „auf diese Weise auch“ die Einverleibung der DDR durch den westdeutschen “Imperialismus besser bekämpft“? Haben wir diejenigen „Lakaien, Revisionisten“ wirklich im Sinne des Genossen Enver Hoxha „gründlich entlarvt und bekämpft“, die „dem“ westdeutschen „Imperialismus“ bei der Einverleibung der DDR „nach Kräften zur Hilfe“ gekommen waren ? Wurden die „Revisionisten“ 1989/90 von der Arbeiterklasse in der DDR „gründlich entlarvt und bekämpft“ ? Waren die Massen vom Marxismus-Leninismus durchdrungen als sie sich 1989/90 erhoben ? Haben sie die SED-Herrschaft gestürzt, um die Diktatur des Proletariats zu errichten ? Leider nicht ! Warum kommen wir um diese Frage – immerhin 30 Jahre nach Gründung der Sektion DDR der KPD/ML – nicht herum? Weil wir tatsächlich immer noch an den Folgen eines Fehlers zu knacken haben, den wir schon von Anfang an mit uns herum geschleppt haben, ohne ihn gründlich auszumerzen - ja manche Genossinnen und Genossen scheinen sich heute immer noch nicht darüber im Klaren - oder zumindest nicht klar genug darüber geworden - zu sein, worum es hier eigentlich geht ?
Wir Marxisten-Leninisten sind bekanntlich nicht die Einzigen, die den Begriff „anti-revisionistischer Kampf“ benutzen. Die Revisionisten selber haben diesen Begriff auch schon immer benutzt, und zwar um ihren Kampf gegen uns Marxisten-Leninisten vor der Arbeiterklasse zu tarnen, um die Arbeiterklasse zu betrügen und vor unserem Einfluss fern zu halten. Die heutigen Revisionisten geben sich ganz dreist „wissenschaftlich“ , so als hätten sie den Anti-Revisionismus neu entdeckt, und als ob wir Marxisten-Leninisten bei ihnen die Schulbank zu drücken hätten, so als hätte es vor ihnen noch gar keine anti-revisionistische Weltbewegung gegeben oder als hätten wir nur stümperhafte Arbeit geleistet. Sich als „Helden des Antirevisionismus“ herauszuputzen - so gefallen sich die neuen Revisionisten am besten ! Solchen Leuten muss man das Maul stopfen, muss der Arbeiterklasse den alten revisionistischen Sumpf zeigen, aus dem diese neuen Ratten ihren Kopf herausstrecken. Hier geht es, wie wir sehr wohl wissen, nicht um irgendwelche für die Arbeiterklasse abgehobene spitzfindige Streitereien um des Kaisers Bart, den die Chef-Ideologen unter den sich beharkenden „linken“ Parteien nur wegen ihrer persönlichen Macht führen, von denen sich der Arbeiter dann - allein gelassen mit seinen täglichen Sorgen - angeekelt abwendet. Diese platte Sichtweise entspricht der abgedroschenen anti-kommunistischen Gebetsmühle der Bourgeoisie, dass die Arbeiter angeblich nichts vom Anti-Revisionismus verstehen und auch nichts zu verstehen bräuchten, weil der ohnehin nur ein Hirngespinst linker intellektueller Spinner sei. Dabei sind es die Arbeiter, die schon schwierigere Dinge verstanden haben, und den bürgerlichen und kleinbürgerlichen vulgären Spukmärchen mit einem Handstreich ein jähes Ende bereitet haben sobald sie den Lügnern auf die Schliche gekommen sind. Und so wird die Arbeiterklasse auch mit den neuen Revisionisten verfahren, die es als Mode betrachten, sich mit einer verwässerten Lösung von Anti-Revisionismus vor ihr groß zu tun. Wenn die Revisionisten das nötig haben, müssen sie schon arg in der Klemme sitzen und das tun sie denn ja auch: Der moderne Revisionismus konnte nur als Neo-Revisionismus wieder auferstehen – als Neo-Chruschtschowismus, als Neo-Breschnewismus, als Neo-Maoismus usw. usf - also als vorgetäuschte Kritik am modernen Revisionismus in Worten, um seine beabsichtigte Wiederauferstehung in Taten zu maskieren ! Wie tausend Blumen sind heute tausend „Anti-Revisionismen“ auf dem Markt der revisionistischen Händler. Aber es kann heute nur einen wirklichen Anti-Revisionismus geben – den Anti-Neo-Revisionismus ! Und seht euch um in der Welt. Seht ihr irgendwo eine marxistisch-leninistische Weltbewegung, die heute dieser Herausforderung gewachsen ist ? Ja, ihr könnt sie sehen, wenn ihr euch die Mühe macht, genauer hinzugucken, wenn ihr nicht über sie hinwegguckt. Es ist die marxistisch-leninistische Weltbewegung, die sich um die junge Komintern / ML herauszubilden beginnt. Noch wird sie „kluger Weise“ weitestgehend totgeschwiegen, aber sobald der revolutionäre Arbeiter ihren Wert für sich erkennt, wird es genug Neo-Revisionisten geben, die dann los schreien und über sie herfallen werden.
Was wir versuchen ist, dem fortschrittlichen Arbeiter Antwort auf seine Frage zu geben, warum die Arbeiterklasse auch nach dem Niedergang des Revisionismus an der Macht heute gar keine andere Wahl hat, als den Kampf gegen den Revisionismus mit unverminderter Härte fortzusetzen, und welche List die Bourgeoisie anwendet , um diesen Kampf erneut ins Leere laufen zu lassen oder ihn wieder unschädlich zu machen. Natürlich kann es nur einen wirklichen anti-revisionistischen Kampf geben, nämlich den marxistisch-leninistischen. Aber die Bourgeoisie nimmt es nun einmal nicht Gott gegeben hin, wenn wir den Arbeitern die Wahrheit über sie sagen und ihre Lügen entlarven. Die Bourgeoisie hat 150 Jahre Erfahrungen gesammelt, wie sie uns Kommunisten am besten als die „Lügner“ hinstellt und wie sie uns mit unserer eigenen Waffe auf unterschiedlichster und effektivster Weise schlagen kann , und wir sprechen hier ja von unserer anti-revisionistischen Waffe. Wie stellt unser Klassengegner das an ? Während die Bourgeoisie von außen ihre anti-kommunistische Keule schwingt, die Revisionisten dabei als „Kommunisten“ benutzt und uns Kommunisten als „Chaoten“, „Linksextremisten“ und „Sektierer“ diffamiert, wobei sie auch tatsächliche Chaoten, Linksextremisten und Sektierer auf uns Kommunisten ansetzt, schleust sie einige ihrer Leute bei uns als „Interessierte“ , als „Sympathisanten“ ein. Die Revisionisten sitzen also nicht nur in dieser oder jener revisionistischen Partei. Eine anti-revisionistische Partei würde niemals ihren anti-revisionistischen Kampf auf den Kampf gegen revisionistische Organisationen beschränken. Viel gefährlicher werden uns die Revisionisten doch besonders dann, wenn es ihnen gelingt, in unsere marxistisch-leninistische Partei einzudringen, um sie zu entarten und zu liquidieren. Unsere Parteigeschichte ist prall gefüllt mit solchen Beispielen. Nun, es hat `zig Revisionisten in unserer Partei gegeben und wird es auch weiterhin geben, denn es wird uns trotz größter Wachsamkeit nicht gelingen, keinen einzigen von ihnen reinzulassen oder alle restlos rauszuschmeißen. Jeder von uns weiß, dass der effektivste und gefährlichste Revisionist ein Revisionist innerhalb der marxistisch-leninistischen Partei ist. Jeder kennt aus der griechischen Mythologie das „Trojanische Pferd“. Einmal eingedrungen, lassen sie sich schließlich von uns „überzeugen“ und lernen, unseren Parteistandpunkt „zu vertreten“. In Worten erkennt der Revisionist unseren anti-revisionistischen Kampf erst mal an, kämpft sogar als „überzeugter Marxist-Leninist“ gegen den Revisionismus eine Weile in unseren Reihen mit, um möglichst in die höchsten Parteigremien vorzudringen, um seinen Einflussradius so weit wie möglich auszudehnen. Dann geht er Schritt für Schritt dazu über, uns bürgerliche und kleinbürgerliche Vorstellungen vom Anti-Revisionismus schmackhaft zu machen, natürlich in marxistisch-leninistischer Verpackung und ohne unseren Anti-Revisionismus zunächst offen in Frage zu stellen, damit keiner Verdacht schöpft. Auf die vielfältigste und unterschiedlichste Weise versucht er nun seine „Treue zur Parteilinie unter Beweis zu stellen“, indem er den revisionistischen Standpunkt als „proletarischen Standpunkt“ an den Mann zu bringen versucht, wobei er bemüht ist, die marxistisch-leninistischen Positionen unseres anti-revisionistischen Kampfes als „rechte Abweichung“, als „linke Abweichung“ oder als „zentristische Abweichung“ anzugreifen, je nachdem wie es in bestimmten Augenblicken und Situationen am besten passt. Er vertuscht dabei den prinzipiellen Unterschied zwischen dem proletarischen und dem bürgerlichen anti-revisionistischen Kampf, wobei er den marxistisch-leninistischen Standpunkt unmerklich durch den revisionistischen Standpunkt ersetzt. Wenn die Zeit dazu reif geworden ist, wird der Revisionist seinen parteifeindlichen Standpunkt immer offener vertreten, macht er sogar „Selbstkritik“, wenn er sich zu weit au dem Fenster gelehnt hat und macht einen neuen, diesmal geschickteren Anlauf, bis er genügend Genossen um sich geschart hat, um die marxistisch-leninistische Linie offen anzugreifen, Fraktionen zu bilden, die Mehrheit zu erobern und die revolutionäre Führung auszubooten, zu isolieren, zu verleumden usw. usf. Worum es hier also geht, ist die zentristische, versöhnlerische Auffassung vom anti-revisionistischen Kampf. Eben diesen gefährlichen zentristischen Standpunkt vertraten Genossinnen und Genossen auch in unserer Partei und vertreten ihn teilweise heute noch, nämlich: Sie vermischen den opportunistischen Standpunkt mit dem marxistisch-leninistischen Standpunkt gegenüber dem modernen Revisionismus. Genossinnen und Genossen, es haben sich schon viele daran die Finger verbrannt, zwei unvereinbare Dinge vereinigen zu wollen und trotzdem werden uns immer wieder neue „Theorien“ aufgetischt, den Marxismus-Leninismus mit dem Revisionismus zu versöhnen. Das ist anscheinend ein hartnäckiger Virus, eine gefährliche Unterart des Virus, den wir Klassenversöhnung der ausgebeuteten und unterdrückten Klassen mit den ausbeutenden und unterdrückenden Klassen im Kapitalismus nennen. Ein Anti-Revisionist, der sich – aus welchen Gründen auch immer - nicht konsequent von versöhnlerischen Auffassungen gegenüber Marxismus-Leninismus und Revisionismus los sagt, ist früher oder später dazu verurteilt, sich genau in denjenigen zu verwandeln, den er vorgibt zu bekämpfen - in einen Revisionisten! Und genau das hat sich zwischen dem IV. und V. Parteitag in unserer Partei zugetragen. Um es auf den Punkt zu bringen: opportunistische Standpunkte zum modernen Revisionismus wurden in der Partei (wohlgemerkt in ausnahmslos ALLEN Sektionen der Partei, also auch in der Sektion DDR der KPD/ML !) nicht konsequent genug bekämpft. Diese opportunistischen Standpunkte gegenüber dem modernen Revisionismus wurden vom ZK insbesondere bis ins Jahr 1985 mehr und mehr geduldet und schließlich als offizielle Linie der Partei auszugeben versucht- und davon blieben eben auch manche DDR-Genossen nicht verschont. Diese parteifeindliche, liquidatorische Linie breitete sich in der Partei zu diesem Zeitpunkt nicht etwa „rein zufällig“ aus, sondern wurde von der gesamtdeutschen Bourgeoisie ganz gezielt vorbereitet und systematisch ausgebaut, steht also auch unmittelbar und direkt im Zusammenhang mit den Operationen des Stasi gegen unsere Sektion DDR, wobei die einzelnen Verfolgungen unser DDR-Genossen aufgenommen wurden, um sie zu zwingen, ihren anti-revisionistischen Kampf gegen das Honecker-Regime aufzugeben, sie zum Rückzug zu zwingen und dazu zu bewegen, ihre revolutionären Ziele aufzugeben und ihren revolutionären Klassenkampf gegen die neue Bourgeoisie einzustellen. Es ging der Bourgeoisie um das Ziel, die Gesamtpartei nicht nur von außen unter Druck zu setzen, sondern gleichzeitig ihre revolutionäre Linie von innen heraus zu zersetzen. Das ging nicht im Handumdrehen, das ging nicht mit Verhaftungen, sondern dazu war jahrelange verdeckte Arbeit innerhalb der KPD/ML notwendig. Dazu brauchte man Verbindungsleute zur und in der Partei, dazu brauchte man (ehemalige) Genossen, die bereits von der Partei geschult worden waren, die sich innerhalb und im Umfeld der Partei sicher bewegen konnten, ohne aufzufallen und Verdacht zu erwecken. Und dafür brauchte man geschulte Leute, die man nur aus der Partei selber für ihre Spitzeldienste rekrutieren konnte, insbesondere zur Ausschaltung der revolutionären Führung der Partei, um die Schaffung einer opportunistischen Führung, die ihr Gift bis in die Zellen ausstreut. Zu diesem Zweck wurden erstens die Verbindungsfäden zwischen den Sektionen gekappt, bzw. von Stasi-Leuten übernommen. Zweitens wurden die Sektionen gegeneinander ausgespielt, gegeneinander aufgebracht, um dann drittens die Zersetzung in jeder einzelnen Sektion betrieben, angefangen im ZK, dann über die Landesleitungen in die Ortsleitungen bis in die Zellen. Um den Wiederaufbau der Partei zu verhindern, wurden die Maßnahmen jahrzehntelang fortgesetzt mit Fraktionismus und Spaltung, bis auf den heutigen Tag. Wir sind immer noch nicht wieder auf dem Niveau auf dem wir einmal waren – eben weil wir den Kampf gegen den Revisionismus nicht so konsequent fortgesetzt haben, wie ihn einst unser Genosse Ernst Aust geführt hat.
Verdeutlichen wir die Haltung zum anti-revisionistischen Kampf an einem Beispiel. Ich verweise auf unser TO Nr. 6/1983: „17. Juni 1953“, wobei ich es nicht für unwesentlich halte, euch erstens daran zu erinnern, dass zu diesem Zeitpunkt in der Partei bereits immer offener anti-marxistisch-leninistische Standpunkte vertreten worden waren, an der der Stasi im Zusammenhang mit der Offensive gegen die Sektion DDR erklärtermaßen aktiv beteiligt war [Zitat aus dem Handbuch des MfS: “diese feindlichen Kräfte an ihrer Ausgangsbasis (BRD/Westberlin) durch geeignete Maßnahmen zu zersetzen, gegeneinander auszuspielen...“], und zweitens darüber mal nachzudenken, a) wer die Autorin dieses TO-Artikels war und warum ausgerechnet dieser Artikel im TO just zu jenem Zeitpunkt erschien, nachdem der Stasi bereits zugeschlagen hatte und b) wer diesen Artikel 20 Jahre später wieder in die Öffentlichkeit brachte, und in welcher Absicht dies geschah. Ich bitte die Genossinnen und Genossen, soweit sie es nicht längst getan haben, einmal den besagten TO-Artikel kritisch zu studieren und ihn noch einmal sorgfältig zu vergleichen mit dem von mir verfassten Roten Morgen- Artikel der KPD/ML aus dem Jahre 2003 „50 Jahre – 17. Juni 1953“. Mit diesem Hinweis kann ich es uns ersparen, hier inhaltlich darauf einzugehen. Das Einzige also , was beide Artikel gemeinsam haben, ist a) die Sektion DDR auszuklammern und b) das Zitat von Brecht am Schluss. Das war Absicht. Über den ideologischen Graben, den beide Artikel voneinander trennen, ist entweder keiner gestolpert, wollte keiner stolpern oder (wal)traute sich keiner zu stolpern. Beide Artikel nebeneinander stillschweigend ko-existieren zu lassen, sagt bereits einiges über den damit eingenommenen politisch-ideologischen Standpunkt aus, und um eben das herauszufinden, war der Artikel „50 Jahre – 17. Juni 1953“ so und nicht anders geschrieben worden. Es war eine längst fällige Kritik an einer falschen und gefährlichen Linie, die im TO Artikel Nr. 6/1983 offener als zuvor zum Ausdruck gebracht wurde. Der schwere Stein, den ich damit zum ersten Mal von der „Bordsteinkante“ (Zitat Seite 117 unten) ins Rollen zu bringen versuchte, wird sich nun vielleicht von der Stelle bewegen. Nur eine vom Sozialdemokratismus und Revisionismus geleitete bürgerliche Partei wie die SED konnte einen 17. Juni 1953 provozieren und nur eine vom Marxismus-Leninismus geleitete Sektion DDR der KPD/ML hätte die Arbeiterklasse in der DDR zur sozialistischen Revolution führen können, um die sozialfaschistische Diktatur der SED-Bourgeoisie zu zerschlagen. Die Straße gehört der revolutionären Arbeiterklasse und niemandem sonst, aber sie muss sich die Straße selber im Klassenkampf erobern bzw. zurückerobern, darf sie weder der Konterrevolution überlassen noch sie an die Konterrevolution verlieren ! Wo ist der Platz der KPD/ML ? Sie marschiert als Vorhut an der Spitze der revolutionären Arbeiterklasse sowohl gegen die konterrevolutionären Provokationen der Revisionisten an der Macht als auch gegen die konterrevolutionen Provokationen des westlichen Kapitalismus an der Macht ! Eine revolutionäre Arbeiterklasse marschiert nur für ihre eigenen und die Interessen aller anderen ausgebeuteten und unterdrückten Klassen, und sonst für keine andere Klasse ! Und die Normenerhöhungen dienten der verschärften Ausbeutung, die russischen Panzer dienten der blutigen Unterdrückung, ob das nun von der westlichen, anti-kommunistischen Propaganda ausgenutzt wurde oder nicht, ändert nichts an dieser Wahrheit ! Und wir Kommunisten verteidigen diese Wahrheit, ob das nun den Revisionisten passt oder nicht ! Als Kommunisten haben wir es stets als unsere Pflicht angesehen, unsere Meinung zu vertreten, dass man sich niemals vor den Karren des einen Klassengegners stellen lassen darf, der in Rivalität gegen einen anderen Klassengegner kämpft. Auf diese Weise würde die Arbeiterklasse nur von der einen Lohnsklaverei in eine andere geraten, ohne sich von ihr wirklich zu befreien. Wir Kommunisten haben es ferner stets als unsere Pflicht angesehen, unsere Meinung zu vertreten, dass man niemals revisionistische Lohnsklaverei durch Reformen und auf friedlichem Wege beseitigen, sondern nur mit revolutionärer Gewalt abschütteln kann. Und schließlich sind wir Kommunisten nicht nur diejenigen, die sich von niemandem verbieten lassen, ihre Meinung zu vertreten, sondern auch diejenigen, die dafür in der ersten Reihe marschieren und bereit sind, jedes Opfer zu bringen. Und solche Kommunisten, das waren die Genossinnen und Genossen der Sektion DDR unserer Partei !
Genossinnen und Genossen ! Wir haben vom Kampf gegen den Einfluss der revisionistischen Organisationen gesprochen. Der war und ist nicht leicht. Wir haben auch davon gesprochen, wie die Revisionisten auf verschiedenste Art und Weise , also auch auf maskierte „anti-revisionistische“ , in unsere Partei einzudringen versuchen, dagegen zu kämpfen ist eine viel schwierigere und kompliziertere Aufgabe. Aber am schwierigsten und am wichtigsten ist eine dritte Front des anti-revisionistischen Kampfes – Selbstkritik eines Bolschewiks, Selbstkritik der revolutionären Arbeiterklasse ! Wir sind keine unfehlbaren Engel, die aus den himmlischen kommunistischen Wolken auf die Erde hernieder fliegen, um den Arbeitern unser Evangelium des Anti-Revisionismus zu verkünden, sondern wir sind in dieser kapitalistischen Gesellschaft geboren und wachsen in ihr auf, kämpfen gegen sie und machen dabei Fehler, weil wir von revisionistischen Einflüssen nicht verschont sind, genauso wie die Arbeiterklasse insgesamt davon nicht verschont ist – weder im Kapitalismus noch im Sozialismus. Wenn Stalin Recht hat, dass die Arbeiterklasse zum Sozialismus hin neigt, aber dass ihr auch eine Hinneigung zur bürgerlichen Ideologie gegenübersteht, und wenn er ebenso Recht hat, dass wir Marxisten-Leninisten ein Teil der Arbeiterklasse sind, dann wäre es selbst für den allerbesten Marxisten-Leninisten unmöglich, gegenüber der bürgerlich-revisionistischen Ideologie vollkommen immun zu sein. Wer trägt denn die größte Verantwortung dafür, dass die Revisionisten in Deutschland, in der Sowjetunion in Albanien usw., ja auch in der Komintern an die Macht gelangen konnten ? Das lag doch vor allem daran, dass wir Marxisten-Leninisten sie an die Macht haben kommen lassen, weil wir nicht wachsam genug waren, weil wir nicht konsequent genug gegen sie gekämpft haben, weil wir nicht konsequent genug den Marxismus-Leninismus beherzigt haben, weil wir nicht konsequent genug das Prinzip von Kritik und Selbstkritik angewandt und weil wir nicht gründlich genug aus unseren Fehlern gelernt haben. Der Kampf gegen den Revisionismus ist von vornherein verloren, wenn wir mit diesem Kampf nicht bei uns selbst anfangen, diesen Kampf nicht in unserer Partei fortführen, diesen Kampf nicht in die Arbeiterklasse und nicht unter die Massen tragen. Ohne Kritik und Selbstkritik der Genossen, der Partei, der Arbeiterklasse und der Massen kann man keinen ernsthaften Sieg über den Revisionismus erringen, ist es unmöglich, die Unvermeidbarkeit des Revisionismus zu beseitigen. Wenn wir also den anti-revisionistischen Kampf der Sektion DDR im Besonderen und der KPD/ML im Allgemeinen aus Anlass des 30. Jahrestages hervorheben und verteidigen, dann heißt das nicht, die dabei gemachten Fehler zu verteidigen oder zu verheimlichen, sondern offen zu legen und aufzuzeigen, wie sie überwunden wurden, bzw., wenn sie noch nicht beseitigt wurden, mit ernsthafter Kritik und Selbstkritik zu Werke zu gehen. Dass 1989/90 nicht zur sozialistischen Revolution, sondern zur imperialistischen Einverleibung führte, daran sind wir Genossen von der KPD/ML nicht unschuldig, dafür tragen wir Verantwortung. Ich denke, da gibt es noch viel versäumte Selbstkritik nachzuholen ! Ich behaupte sogar, dass wir erst anfangen zu begreifen, in welchem Umfang die Revisionisten auf die KPD/ML Einfluss zu nehmen versucht hatten und welchen sie heute noch auszuüben versuchen und von wie viel revisionistischen Einflüssen wir uns frei zu machen haben. Ich bin da keine Ausnahme, habe mit an der Spitze des anti-revisionistischen Kampfes gegen den Verrat an unserem Genossen Ernst Aust gestanden und trotzdem nicht gleich durchschaut, dass von einer solchen Genossin Fehler im anti-revisionistischen Kampf gemacht wurden, die bis zu seinem Tod an seiner Seite gelebt hatte. Ich habe nicht erkannt, dass zwischen dieser Genossin und dem parteifeindlichen Koch ZK eine Zusammenarbeit bestand. Dafür übe ich Selbstkritik, denn für Selbstkritik ist es niemals zu spät. Ein Marxist-Leninist fürchtet sich genauso wenig vor Selbstkritik wie vor Revisionisten, aber wir dürfen sie deswegen keineswegs unterschätzen. Sie bilden nach wie vor die Hauptgefahr innerhalb der revolutionären Arbeiterbewegung, innerhalb der marxistisch-leninistischen Bewegung, innerhalb unserer Partei, in jedem Marxisten-Leninisten selbst. Wie die Erfahrung zeigt, lässt sich die revisionistische Maske nicht immer gleich im Handumdrehen herunterreißen. Manchmal kann das Jahre und Jahrzehnte dauern, bis wir mühselig jene Stufe des Marxismus-Leninismus erklommen haben, von der aus wir die Verbrechen der Revisionisten erst richtig erkennen können und ihnen auf die Schliche kommen. Wenn wir den Marxismus-Leninismus also nicht auf eine immer höhere Stufe weiter entwickeln, wenn wir den anti-revisionistischen Kampf nicht auf einer immer höheren Stufe permanent vorantreiben, werden wir niemals praktisch beweisen können, dass wir über den Revisionismus für immer gesiegt haben. Bis dahin ist noch ein langer, beschwerlicher Weg, der uns weiterhin größte Opfer abverlangt. Der Kampf gegen den Revisionismus ist ein hartnäckiger, blutiger und unblutiger, gewaltsamer und friedlicher, militärischer und wirtschaftlicher, pädagogischer und administrativer Kampf gegen die Mächte und Traditionen der revisionistischen Gesellschaft, um einmal Worte vom Genossen Lenin zu verwenden.
Der Kampf gegen die revisionistische Zusammenarbeit der DDR mit dem Westen und insbesondere gegen die revisionistische Kapitulation vor dem westdeutschen Revanchismus
Die Sektion DDR der KPD/ML hatte große Anstrengungen unternommen, um den revisionistischen Einfluss der SED auf die Arbeiterklasse und die übrigen Werktätigen der DDR zu entlarven und zu bekämpfen. Dabei darf man nicht die Tatsache außer Acht lassen, dass die revisionistischen Verräter der DDR noch demagogisch auf die „USA-Imperialisten und ihre Speerspitze, die Revanchisten in Bonn“ schimpften, während bereits alle anderen revisionistischen Länder diese als „Freunde“ begrüßten, also während die dort herrschenden Revisionisten für einen Kredit-Koffer voll DM die Interessen der osteuropäischen Völker an Bonn verkauft hatten. Ferner darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass der hauptsächliche Widerstand während des Schacherns um die deutsche Frage zunächst von den ostdeutschen Revisionisten kam, weil es um ihren Geldbeutel, um ihre Macht ging. Tatsächlich waren die Ostverträge Bonns auf dem Rücken und zum Schaden der Bevölkerung der DDR abgeschlossen worden.
„Unter diesen Bedingungen hat die Deutsche Demokratische Republik weder im Warschauer Vertrag noch als souveräner Staat die gleiche rechtliche Stellung wie ihre anderen Bündnispartner. Die deutschen Revisionisten sind unzufrieden, doch entspringt diese Unzufriedenheit nicht revolutionären, sondern revisionistischen Positionen. Sie haben in der Frage der Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit den beiden deutschen Staaten bzw. für den Fall, dass Bonn nicht will, allein mit der Deutschen Demokratischen Republik nachgegeben, und das zweite und dritte fatale Zugeständnis besteht darin, dass sie die Verträge zwischen Moskau und Bonn bzw. zwischen Warschau und Bonn akzeptiert haben. Diese beiden Verträge setzen die gesamte Autorität der Deutschen Demokratischen Republik in der internationalen Arena herab und fesseln sie an ihren gegenwärtigen Statuts als Schachfigur in der Politik der sowjetischen Revisionisten in Europa und in deren Schachereien mit dem amerikanischen Imperialismus und mit Bonn“ (Enver Hoxha, Die Supermächte, 12. Januar 1971, Seite 342/342).
Unter dieser ungerechten Behandlung der DDR sowohl gegenüber den osteuropäischen Staaten als auch gegenüber den westlichen Staaten – die Einteilung des deutschen Volkes in einen westlichen Teil „Erster Klasse“ und einen östlichen Teil „Zweiter Klasse“ - darunter hatte logischerweise ganz besonders die breite Masse zu leiden, konnten nationalistische Einflüsse auf fruchtbaren Boden stoßen, was die gerechte Forderung nach der Beseitigung der benachteiligten Stellung der DDR- Bevölkerung in der Welt anging – insbesondere gegenüber der Bundesrepublik Westdeutschlands. Die so genannte „gleichberechtigte und partnerschaftliche“, „sachlich-ideologiefreie“, „humanistisch-pragmatische“ Annäherungs -Taktik der Bonner Sozialdemokratie gegenüber der DDR nach der Adenauer-Ära (Adenauer 1954: „Wir sind auf dem Wege, die Sowjetzone zurückzuholen, wenn die westliche Welt eine entsprechende Stärke erreicht haben wird.“ Oder Minister Seebohm 1953: „Der deutsche Osten schließt nicht nur die Elbe und die Oder ein, sondern auch alle Gebiete, in denen Deutsche einst siedelten.“) hatte von Anfang an revanchistischen Hintergedanken wie man das an der „friedlichen“ Annexion der DDR 1989/90 unschwer erkennen kann. Die zahlreichen Kompromisse und prinzipienlosen Zugeständnisse der Honecker-Clique haben den westdeutschen Imperialismus weder zahmer noch umgänglicher gemacht, im Gegenteil, sie haben seine Gier, die DDR zu schlucken, nur noch mehr gesteigert.
Überhaupt das künstliche Schüren von Konkurrenz, Neid, Missgunst und Vorurteilen gegenüber der deutschen Bevölkerung jenseits der deutsch-deutschen Grenze, war nicht nur unwürdig und erniedrigend für das gespaltete deutsche Volk, sondern schadete seinem Wunsch nach - und Hoffnung auf - Einheit, war daher konterrevolutionär, hatte Klassencharakter. Die nicht-antagonistischen Widersprüche im deutschen Volk versuchte die (Welt)Bourgeoisie auf der Basis der Spaltung Deutschlands in antagonistische Widersprüche zu verwandeln, um daraus auf die eine oder andere Weise Profit zu schlagen, und um das deutsche Volk durch die Vertiefung seiner Spaltung besser unter der Knute zu halten und ausbeuten zu können. Das sagte die Bourgeoisie natürlich nicht offen, sondern verbarg es hinter Phrasen, dass es ihr bei der „Wiedervereinigung“ (=Annexion der DDR) ganz allein um das „Wohlergehen“ des gesamtdeutschen Volkes, um die „Befreiung“ der DDR-Bevölkerung gehe. Und gegen diese Demagogie kämpfte die Arbeiterklasse und die Sektion DDR der KPD/ML vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus. Die Arbeiterklasse schuf sich trotz ihrer nationalen Spaltung eine gemeinsame deutsche Partei, um das Joch der Spaltung abzuschütteln. Seit ihrer Gründung haben die DDR-Genossen gegen Vorurteile gegenüber den westlichen und östlichen Klassenbrüdern gekämpft, aber alte Vorurteile sind nicht so schnell zu beseitigen wie man heute immer leider noch feststellen muss. Hier müssen wir stets von der vorbildlichen Haltung der DDR-Genossen der KPD/ML lernen. Natürlich war unter den DDR Genossen auch nicht alles nur eitel Sonnenschein – das Gift der Stasi-Infiltration zeigte logischerweise Wirkung bei dem einen oder anderen Genossen – doch dazu kommen wir ebenfalls später noch zu sprechen. Vorurteile gegenüber den Genossen im jeweils anderen Teil Deutschland hat es gegeben, und die Auseinandersetzung damit ist Teil der Aufarbeitung der Geschichte der KPD/ML sowohl im Osten als auch gleichermaßen im Westen. Wir wollen an dieser Stelle daran erinnern, dass die Genossen der KPD/ML von Anfang an ununterbrochen für die staatliche Anerkennung, für die uneingeschränkte Souveränität der DDR eingetreten sind. Das war auch die marxistisch-leninistische Politik der albanischen Genossen. Vom Genossen Ernst stammt die Idee von der deutschen Neutralitätspolitik, die die DDR Genossen in der DDR umsetzten, um die akute Kriegsgefahr für die DDR abzuwenden, die zu jener Zeit von den beiden Supermächten ausging. Auch die DDR durfte nicht zum Schlachtfeld werden. Unter dieser Friedens-Losung versuchte die gesamte Partei die Arbeiterklasse in ganz Deutschland zu vereinigen. Genosse Ernst hat diese Politik stets als Teil der revolutionären Linie der Partei angewandt und nicht zugelassen, dass man die sozialistische Revolution davon abkoppelt, was die rechten Abweichler versucht hatten. Wir haben also niemals unseren revolutionären Standpunkt im Friedenskampf aufgegeben. Uns war von Anfang an klar, dass der vorherrschende Widerspruch in der DDR-Gesellschaft der Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital war, dass die Probleme der DDR deswegen nur durch die sozialistische Revolution unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei gelöst werden können. Wir haben den Kampf gegen den Revisionismus nie ausschließlich als Teil des anti-imperialistischen Kampfes gegen die beiden Supermächte betrachtet und uns dabei schon gar nicht einseitig auf den Kampf gegen die sowjetischen Sozialimperialismus beschränkt, wenn auch die KPD/ML zum Zeitpunkt der Gründung der Sektion DDR noch teilweise von Mao Tsetung beeinflusst war, der bekanntlich mit seiner „anti-sowjetrevisionistischen Kritik“ nur die Supermachts-Stellung des sowjetischen Sozialimperialismus streitig machen wollte. Wir haben die Widersprüche zwischen der ostdeutschen und der sowjetischen Bourgeoisie versucht auszunutzen, uns aber dabei niemals unter die Schirmherrschaft irgendeiner Bourgeoisie gestellt, sondern stets die Interessen der Arbeiterklasse der DDR als Teil der gesamten deutschen Arbeiterklasse verteidigt:
„Die Bindung Westdeutschlands an die NATO und EG und Ostdeutschlands an den Warschauer Pakt und den RGW, die Stationierung sowjetischer, amerikanischer, britischer und französischer Truppen auf deutschem Boden ist eine Einschränkung der Souveränität beider deutscher Staaten und Westberlins. Sie vergrößert in hohem Maße die Gefahr, dass im Falle eines Krieges zwischen den Supermächten die Regierungen, die herrschenden kapitalistischen Klassen beider deutscher Staaten zum Bruderkrieg aufrufen würden, dass Deutschland in die Auseinandersetzungen hineingezogen und damit zum zentralen Schlachtfeld eines Weltkrieges würde. Deshalb fordert die KPD/ML, Sektion Deutsche Bundesrepublik, Deutsche Demokratische Republik und Westberlin:
den unverzüglichen Abzug aller fremder Truppen aus ganz Deutschland !
Den Austritt Westdeutschlands aus der NATO und EG und Ostdeutschlands aus dem Warschauer Pakt und dem RGW !
Neutralitäts – und Nichtangriffserklärung beider deutscher Staaten und ihre gegenseitige volle staatliche Anerkennung.“ (Genosse Ernst Aust, Für`s Vaterland?, Seite 218, Dortmund, März 1983).
Für diese demokratischen Friedens-Forderungen wurden die DDR Genossen „verhaftet und in der Folge zu Freiheitsstrafen bis zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Nichts kann deutlicher die abgrundtiefe Heuchelei und Lügen dieses Staates, der sich als einen Hort des Friedens bezeichnet, kennzeichnen als diese Terrorurteile gegen Menschen, die sich für die Ziele einsetzen, die dieser Staat einmal selbst vertrat“ (ebenda Seite 270).
Die Sektion DDR der KPD/ML nahm sich das Recht, ihre eigene Meinung zu sagen, einzig und allein vom Marxismus-Leninismus, und dieses Recht konnte ihr kein Stasi nehmen, weder durch Verhaftungen und Gefängnisstrafen, noch durch politischen oder materiellen Druck, weder durch Drohungen noch durch Abstempeln als „kriminelle“ oder „terroristische Vereinigung“. Die ostdeutsche Bourgeoisie richtete ihren Sozialfaschismus insbesondere auf die Sektion DDR der KPD/ML. Keine andere Partei wurde in der ganzen Geschichte der DDR so systematisch vom Sozialfaschismus verfolgt und zersetzt wie die Sektion DDR der KPD/ML.
Es wurde der Arbeiterklasse zwar mit vielerlei Manövern erschwert, den revisionistischen Verrat zu durchschauen, aber zum Zeitpunkt der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML brauchte man nicht erst die Klassiker studieren und diese mit der bürgerlichen DDR-Ideologie zu vergleichen, man brauchte sich also nicht sonderlich anzustrengen, um die antagonistischen Widersprüche in der DDR-Gesellschaft zu erkennen, dass dort eine ausbeutende und unterdrückende Bourgeoisie herrschte und es eine ausgebeutete und unterdrückte Arbeiterklasse gab. Das erleichterte den DDR-Genossen die Agitation und Propaganda. Die Realität des „realen Sozialismus“ war ein mit roter Farbe übertünchtes faschistisches Ausbeuter- und Unterdrückungssystem geworden. 1975/76 klafften Wort und Tat schon so weit auseinander, dass die DDR bereits auf ihr Ende zusteuerte, und das spürte die Arbeiterklasse. Dieses Regime war damals schon reif, gestürzt und beseitigt zu werden. Und den Genossinnen und Genossen wurde klar, dass das ohne Aufbau, ohne Führung einer revolutionären, marxistische-leninistischen Partei nicht hätte bewerkstelligt werden können . Diese revolutionäre Erkenntnis, das DDR-System zu beseitigen und nicht „in Richtung Sozialismus“ reformieren zu wollen, war neu in der DDR. Bislang hatten die Marxisten-Leninisten eine oppositionelle Haltung eingenommen und sie versuchten, den Kampf innerhalb der revisionistischen Partei gegen die Verräter-Clique zu führen, ohne sich selber als eigenständige Partei zu organisieren. Dem Revisionismus an der Macht mit einer eigenen marxistisch-leninistischen Partei zu Leibe zu rücken, das war der richtige Weg, welcher der Arbeiterklasse in den revisionistischen Ländern vor allem der Genosse Enver Hoxha vorgeschlagen worden war. In den Augen der Sozialfaschisten war die Sektion DDR der KPD/ML so etwas wie eine „5. Kolonne des westdeutschen Revanchismus“ zur inneren Zersetzung der DDR, um diese dadurch leichter schlucken zu können. Die Geschichte des Revisionismus der DDR ist in Wahrheit aber die Geschichte der Zerschlagung der kommunistischen Kräfte, die den Sozialismus aufzubauen versuchten und deren Widerstand gegen die Restauration des Kapitalismus, ist die Geschichte eines Widerstandes, der in den organisierten Kampf zur Zerschlagung des revisionistischen Verrats überging. Sie endete mit der Zerschlagung des Sozialfaschismus an der Macht, aber auch mit Niederlagen der Sektion DDR der KPD/ML. Die kapitulierende ostdeutsche Bourgeoisie konnte nicht vernichtet werden. Sie rettete sich mit dem Segen Moskaus in den Westen. Die Arbeiterklasse hatte es historisch nicht geschafft, zum Sozialismus überzugehen, hatte nicht zu den Waffen gegriffen, hatte die sozialistische Revolution nicht klar genug vor Augen, hatte die Notwendigkeit der Machtübernahme und unverzichtbare Errichtung der Diktatur des Proletariats nicht erkannt. Der heruntergewirtschaftete, von Parasiten zerfressene, einst restaurierte Kapitalismus fiel wie eine faulige Frucht in den alten revanchistischen Schoß des in Europa vorherrschenden westdeutschen Imperialismus, den der USA-Imperialismus nach dem 2. Weltkrieg mit enormen Mitteln als sein wichtigstes Bollwerk gegen den Kommunismus und als Sprungbrett für seine imperialistischen Kriege aufgebaut hatte:
„Bonns Politik gegenüber dem Osten: Das oberste Ziel Bonns ist es, die Deutsche Demokratische Republik zu schlucken, das heißt die Vereinigung Deutschlands unter uneingeschränkter Herrschaft Bonns... Der Verrat der Sowjetrevisionisten hat der auf die Einverleibung der Deutschen Demokratischen Republik zielenden Politik Bonns Perspektiven eröffnet. Bonns Taktiken in dieser Richtung sind zahlreich und mit den Taktiken der polnischen, rumänischen, jugoslawischen und anderer Revisionisten koordiniert und abgestimmt. Eine Taktik in diesem Zusammenhang – auf die verschiedenartigsten, direkten und indirekten Versuche zur Vereinigung der BRD mit der DDR wird dabei keineswegs verzichtet – hängt mit den Bonner Bemühungen zusammen, der DDR in die Flanken zu fallen und tief in die von den Revisionisten beherrschten Länder Europas einzudringen... Mit Ausnahme Albaniens verraten jetzt alle die Deutsche Demokratische Republik. Sie wird allmählich isoliert und verkommt zu einer Schachfigur in der sowjet-revisionistischen Politik des Verrats. Diese Taktik Bonns und der Amerikaner läuft nicht allein auf Revanche hinaus, bereitet nicht allein eine deutsch-amerikanische Hegemonie in Europa vor, sondern schwächt auch die Stellung des sowjet-revisionistischen Staates, dem seine Satelliten, seine „Verbündeten“, abspenstig gemacht und dem die Absatzmärkte in Europa und auf der ganzen Welt eingeengt werden“ (Enver Hoxha, Die Supermächte, Seite 247/248).
Den russischen Militärstiefel sollten nur die Militärstiefel des Westens nachfolgen, und so ist es ja auch gekommen. Das hatten die Genossen der DDR-Sektion schon damals durchschaut. Sie wussten über den Kampf der KPD/ML in Westdeutschland Bescheid, die die demokratischen Maske des faschistoiden Bonns herunterriss und die expansionistische und hegemonistische Fratze dieses imperialistischen Ausbeuter-und Unterdrückerstaates täglich entlarvte und mutig bekämpfte. Die DDR Genossen warnten die Arbeiterklasse der DDR eindringlich davor, sich nicht unter den westlichen Schutzschirm zu stellen im Glauben, einen Honecker und seine Oberherren in Moskau mit Hilfe des Westens leichter loswerden zu können. Gegen den antikommunistischen Westwind hatten die Revisionisten stets nur demagogisch gekämpft, um ihren Unrechtsstaat zu schützen. Tatsächlich gegen den kapitalistischen Westwind und revisionistischen Ostwind haben nur die ehrlichen Kommunisten, die aufrechten Marxisten-Leninisten gekämpft. Dieser Tradition sind die Genossen der Sektion DDR der KPD/ML stets treu geblieben. Es waren schließlich die amerikanischen Faschisten und die sowjetischen Sozialfaschisten, die aus ihren eigennützigen Hegemonie-Interessen die Hitlerfaschisten retteten, wieder aufrichteten und schützten, die Amis im Westen und die neuen Kreml-Zaren im Osten. Die KPD/ML im Allgemeinen als auch die Sektion der DDR im Besonderen hatten in ihrem antifaschistischen Kampf also nicht nur gegen die alten Nazis zu kämpfen, sondern auch gegen deren faschistischen Sponsoren, die in Washington und Moskau saßen und die Welthebel der Macht in ihren Händen hielten, konkret in Deutschland: die erprobten antikommunistischen Nazis gegen die sozialistische Revolution der Arbeiterklasse zu stärken. Albanien war mit Enver Hoxha an der Spitze, das einzige Land der Welt, das jahrzehntelang das deutsche Volk vor der Einverleibung der DDR durch die BRD gewarnt hat und den deutschen Revanchismus als lebendige, reale Bedrohung für die Sicherheit und den Frieden der Völker des Ostens und der ganzen Welt erkannte ( zum Beispiel in Enver Hoxha`s Bericht über die Tätigkeit des ZK der PAA – erstattet auf dem 5. Parteitag am 1. November 1966, dt. Ausgabe Seite 16). Albanien hat die KPD/ML bis zum Schluss im Kampf gegen den westdeutschen Revanchismus tatkräftig unterstützt.
Umgekehrt war die KPD/ML die einzige Partei in Ost und West, die Bundesdeutschland anprangerte, weil es die Zahlung von Kriegsreparationen an Albanien verweigerte. Das albanische Volk gehörte zu den ersten Opfern der faschistischen Aggression und war einer der antifaschistischen Kämpfer der ersten Stunde gegen die nazifaschistische Armee bis zum Letzten. Für die KPD/ML gibt es daher bis auf den heutigen Tag keinen Grund, diese berechtigte albanische Forderung auch nach der Wiedervereinigung des imperialistischen Deutschlands unter den Tisch fallen zu lassen, im Gegenteil. Mit dem Potsdamer Abkommen wurde Deutschland verpflichtet, die Schäden und Leiden wieder gut zu machen, die es den Nationen zugefügt hatte und wir halten am Potsdamer Abkommen fest. Im Dezember 1945 wurde auf der Pariser Konferenz Albanien das Recht auf Reparationen zugesprochen. Die heutige imperialistische BRD ist ein militaristischer Unrechtsstaat, der sich nicht nur mit Unterstützung der beiden Supermächte die DDR einverleibt hat, sondern das nazifaschistische, hegemonistische Zielstreben auf Kosten aller Völker immer intensiver vorantreibt und somit mehr als je zuvor eine Gefahr für Frieden und Sicherheit in der Welt darstellt. Ausgerechnet Verräter in unseren eigenen Reihen, ausgerechnet Leute aus der Deutsch-Albanischen Freundschafts-Gesellschaft (DAFG), verdingten sich als Lakaien der deutschen Imperialisten und halfen ihnen, das sozialistische Albanien von innen her zu zerschlagen und es den Imperialisten in um so abscheulicherer Kriecherei auf dem Judas-Tablett zu servieren.
Der Kampf gegen den sowjetischen Sozialimperialismus
Die Sektion DDR der KPD/ML war nicht nur ein Stachel im Fleisch der DDR-Revisionisten, sondern auch die Speerspitze in einem Vasallenstaat des sowjetischen Sozialimperialismus, und zwar wohlgemerkt an der empfindlichsten Nahtstelle des Herrschaftsbereiches beider Supermächte. Das machte nicht nur die Honecker-Clique, sondern auch die Chruschtschow-Revisionisten rasend, wurde zu einer wunden Stelle der konterrevolutionären, hegemonistischen Eroberungs- und Raubpolitik der modernen Revisionisten. In jener Zeit, da die schwere Wirtschafts-, Energie- und Finanzkrise auch die revisionistische Welt erfasste, da die Rivalität mit dem USA-Imperialismus um Einflussbereiche, Absatzmärkte und Militärstützpunkte sich intensivierte, hatten es die Sowjet-Revisionisten sehr nötig, auch in der DDR Ordnung und Disziplin zu schaffen, die dort ins Wanken geratene Vorherrrschaft zu verstärken und sie zu zwingen, den großrussischen Chauvinismus Moskaus zu akzeptieren und in seinem Kielwasser zu segeln – was ihnen natürlich nicht gelingen konnte. Die sowjetischen Sozialimperialisten hatten damals auch gleichzeitig verstärkt die DKP unter Druck gesetzt, ihren Kampf gegen die KPD/ML und die sozialistische Revolution in der BRD in ihrem Sinne zu vertiefen, was ihnen durch die Hörigkeit und finanzielle Abhängigkeit zur SED viel besser gelang als beispielsweise bei allen anderen revisionistischen Parteien Westeuropas, die sich von den neuen Kreml-Zaren losgelöst hatten, um der Bourgeoisie ihres eigenen Landes im Kampf gegen die sozialistische Revolution zu helfen – nicht ohne Eigennutz. Bedeutungsvoll war die Tatsache, dass die Sektion DDR der KPD/ML gegen den sowjetischen Sozialimperialismus in Aktion trat, als dessen sowjet-revisionistische Reich bereits von innen her auseinander zu bröckeln begann, dass die Sektion DDR der KPD/ML diesen inneren revisionistischen Zerfallsprozess auf revolutionäre Weise beschleunigte. Sie kämpfte gegen den bürgerlichen Nationalismus und Sozialchauvinismus, indem sie den proletarischen Internationalismus stärkte, insbesondere durch ihre Solidarität mit den kämpfenden Klassenbrüdern in Polen. Die Sektion der DDR der KPD/ML gab der Arbeiterklasse der DDR damit die Möglichkeit, noch besser zu sehen und zu erkennen, dass der moderne Revisionismus die größte Gefahr für die Sache des Kommunismus darstellt. Sie war ein Ansporn für alle Revolutionäre in der DDR, die für den Sozialismus und die Völkerfreiheit kämpften, ein Ansporn, um die Ideologie und die Komplotte der Revisionisten, mit den sowjetischen an der Spitze, noch entschlossener zu entlarven, um unermüdlich für ihre Zerschlagung zu arbeiten und zu kämpfen.
Die Sektion DDR der KPD/ML vertrat den Standpunkt der Arbeiterklasse in der DDR, die es satt hatte, für die sowjetischen Sozialimperialisten die Kastanien aus dem Feuer zu holen und unter der Peitsche zu kuschen, die die sowjetischen Sozialimperialisten ihren ostdeutschen Sklavenwächtern in die Hand gegeben hatten.
Die Sektion DDR der KPD/ML kämpfte gegen die Mitgliedschaft der DDR in der RGW, die im Dienste der aggressiven Politik der Ausbeutung und Unterdrückung durch die sowjetischen Sozialimperialisten stand. Die DDR-Genossen entlarvten die RGW als eine sowjet-revisionistische Organisation, die die DDR versklavte und mit der die Sowjetunion ihre neo-kolonialistische Politik in der DDR durchführte. Mit ihrer Hilfe wurden die Reichtümer der DDR ausgeraubt, wurde die DDR ins wirtschaftliche Elend gestürzt. Durch den RGW wurden der DDR Hände und Füße gebunden, zwang man ihr nach Gutdünken Preise auf, die weit unter dem Weltmarkt lagen, gab man der DDR die benötigten Rohstoffe nur in dem Umfang, um die Ausbeutung aufrecht zu erhalten, aber nicht um der DDR wirtschaftliche Fortschritte zu gestatten. Mit ihren Krediten versklavte die Sowjetunion die DDR. Die Sektion DDR der KPD/ML forderte die Arbeiterklasse in der DDR auf, ihre Fäuste gegen den RGW zu erheben ohne sich dabei auf das Gleis des Westens zu begeben, wo man die Krise des RGW, die Widersprüche zwischen der DDR und der Sowjetunion mit Dollar- und DM- Kredit“hilfen“ auszunutzen versuchte, um die DDR zur Lostrennung von der Sowjetunion zu bewegen und sie so um so leichter in ihre Krallen zu bekommen. Die DDR Genossen verurteilten die Honecker-Clique, auf Kosten der Werktätigen der DDR aus dem Machtpoker der Supermächte Kapital zu schlagen und den Preis für den Ausverkauf der DDR in die Höhe zu treiben. Sie folgten dem Marxismus-Leninismus, den allseitigen Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus, den sowjetischen Sozialimperialismus und die kapitalistisch-revisionistische deutsche Bourgeoisie, den Kampf für die Vertiefung der zwischen den Feinden des ganzen deutschen Volkes bestehenden Widersprüche und Meinungsverschiedenheiten zu verstärken. Die KPD/ML wandte sich an alle Verbündete des deutschen Proletariats, die durch die Imperialisten, die Bourgeoisie unterdrückt wurden, die die Freiheit, die Unabhängigkeit und die Vereinigung des deutschen Volkes wollten, alle, die sich dem Imperialismus und Sozialimperialismus und ihren Hegemonieplänen auf deutschem Boden widersetzten. Die Sektion DDR der KPD/ML widersetzte sich gleich bei ihrer Gründung der Theorie , dass die DDR „im Interesse des Friedens“ dazu beitragen müsse, das „Gleichgewicht zwischen den beiden Supermächten“ aufrecht zu erhalten wie es etwa zwei Jahre vor der Sektionsgründung auf der KSZE in Helsinki gefordert und beschlossen wurde. Diese Theorie des „Kräftegleichgewichts“ war für uns alle in Wirklichkeit eine bloße Waffe zur Aufrechterhaltung des Unterdrückungssystems der herrschenden Ausbeuterklassen, und deswegen bekämpften wir sie. Ohne die westlichen Imperialisten zu bekämpfen, konnte man auch nicht die Sozialimperialisten bekämpfen und umgekehrt. Das konnte nur die KPD/ML, denn sie kämpfte dafür sowohl im Osten wie auch im Westen Deutschlands. Die KPD/ML trat daher dafür ein, sämtliche militärischen Basen zu zerstören, die die Supermächte in Deutschland errichtet und geschaffen hatten, denn nur so konnte sie zur marxistisch-leninistischen Generallinie beitragen, den Einfluss und die Stärke der Supermächte im Weltmaßstab zu schwächen und zu zerstören.
Der Kampf gegen den Revisionismus in den osteuropäischen Ländern
Erinnern wir stellvertretend für alle anderen osteuropäischen Länder an unsere solidarische Unterstützung des Kampfes der polnischen Klassenbrüder gegen die revisionistische Herrschaft ihrer Bourgeoisie. Polen wurde wie alle anderen osteuropäischen Länder ebenfalls militärisch besetzt, ökonomisch ausgebeutet und politisch abhängig von der Sowjetunion.
Hier haben Arbeiter aus verschiedenen revisionistischen Ländern an einer Front gegen den modernen Revisionismus im Allgemeinen und gegen revisionistischen Führer im eigenen Land sowie dadurch auch indirekt gegen den sowjetischen Sozialimperialismus zu kämpfen versucht. So hatte die Honecker-Clique den Stasi gerade aus Anlass unserer breit entfalteten Aktivitäten zur Unterstützung der polnischen Klassenbrüder angewiesen, die Stillhalte-Taktik gegenüber der Sektion DDR der KPD/ML aufzugeben, und die Hetzjagd auf unsere Genossen zu beginnen und sie damit einzuschüchtern. Das war natürlich nicht Ausdruck ihrer Stärke, sondern genau umgekehrt ein Zeichen ihrer Schwäche, denn eine zu befürchtende Vereinigung der osteuropäischen Arbeiterklasse gegen ihren Feind im eigenen Land und gegen die russischen Oberherren bedeutete eine Bedrohung für ihrer aller Macht. Der Verlust Polens würde für die Kreml-Zaren auch den Verlust der DDR bedeuten und das wäre nicht nur das Ende des Zarenreiches, sondern auch das Ende ihrer Lakaien in der DDR. Und so ist es denn ja auch gekommen. Die Führer der osteuropäischen Revisionisten standen untereinander in Rivalität, aber in ihrer Konterrevolution gegen das eigene Volk mussten sie sich gezwungener Maßen gegenseitig Beistand leisten – so eben auch in Polen. Nun durften wir uns aber nicht von unserer Euphorie blenden lassen, mussten wir die Signale aus Polen nicht nach unserem Wunschdenken deuten, nämlich die revisionistische Herrschaft durch Volkserhebungen zu stürzen und damit auch die Volkserhebung in der DDR einzuleiten, sondern die Lage vom Klassenstandpunkt des Marxismus-Leninismus aus nüchtern und sachlich analysieren und nur danach beurteilen, was sich tatsächlich ereignete, was der Arbeiterklasse nützte und was ihr schadete. Um den Volksaufstand in der DDR richtig einzuschätzen, muss man Vergleiche zu den polnischen Streiks anstellen.
Der Fäulnisprozess des Revisionismus war in Polen damals schon viel weiter fortgeschritten als vergleichsweise in der DDR. In Polen blühte das Privateigentum und demgemäß brachte der Kapitalismus seine Eiterbeulen des maroden Systems auch auf politischer Ebene offen zum Platzen, wurden die Personen an der Führungsspitze karussellartig ausgewechselt. Der kapitalistische Westen und insbesondere die katholische Kirche hatte auf die polnische Arbeiterklasse und ihr Klassenbewusstsein schon seit langer Zeit starken negativen Einfluss genommen anknüpfend an die vorhandenen nationalistischen Widersprüche Polens gegenüber der Sowjetunion Lenins und Stalins. Insofern ging es nicht allein um die Lebensmittelversorgung, um Aufhebung der Preiserhöhungen usw. Es entzündeten sich zwar wirtschaftliche Kämpfe, aber sie wurden politisch initiiert... leider jedoch nicht von einer marxistisch-leninistischen Partei, von der KP Polens, (wie wir zunächst dachten), sondern von feindlichen Agenten innerhalb der Arbeiterklasse. Wie die streikenden polnischen Arbeiter und auch wir von der KPD/ML in Ost und West erst hinterher erfuhren, entstanden die Streiks nicht spontan aus den Massen selbst heraus. Das sollte nur so aussehen. Es kamen dann ja auch jene Initiatoren ans Tageslicht, die hier planmäßig und gezielt die handfesten politischen Absichten eines bunt schillernden Spektrums der Reaktion in Szene gesetzt hatten: Von außen beteiligt waren kapitalistisch-imperialistische Länder ( Polen hatte über 20 Mrd Dollar Kreditschulden, also kein Pappenstiel, sondern ein gezieltes Mittel der westlichen Imperialisten, um politischen Druck auszuüben, und zwar stark genug, um die Sowjetrevisionisten in Schwierigkeiten zu bringen, aber nicht all zu stark, um erstens nicht einen militärischen sowjetischen Einsatz in Polen zu provozieren (eine Wiederholung eines tschechischen 1968 sollte vermieden werden) und zweitens nicht die polnische Bourgeoisie zu stark gegenüber der Arbeiterklasse zu schwächen!! Der „Kniefall von Willi Brandt“ in Warschau war die Fortsetzung der räuberischen Nazistrategie der Osteroberung nur mit perfideren Mitteln usw. usf.) und von innen die polnische Reaktion, vor allem die Kirche in Polen ( wobei die konterrevolutionäre katholischen Kirche der evangelischen Kirche in der DDR 1989/90 mit Sicherheit Pate stand und ihren Segen dazu gab. Die evengelische Kirche zeigte sich wieder einmal um keinen Deut weniger reaktionär als die katholische !) und in abscheulich hinterhältiger Weise die Gierek-Clique selbst ! Um die Widersprüche gegen die Sowjetunion zu schüren, waren zudem polnische Agenten der chinesischen Revisionisten am Werk, die wir bis zum damaligen Zeitpunkt irrtümlich und fataler Weise immer noch als unsere Bruderpartei betrachtet hatten ( wir hatten uns selber gerade erst vom Einfluss des chinesischen Revisionismus befreit, und die Augen haben uns vor allem die albanischen Genossen geöffnet). Die so genannten „freien“ und „unabhängigen“ Gewerkschaften wollte der Weltimperialismus für eine zu schaffende pro-westliche politisch-oppositonelle Partei instrumentalisieren, um Polen schneller dem Westen einzuverleiben. Alles in allem wurden die polnischen streikenden Arbeiter also betrogen, wurden die Streiks von der Reaktion geschickt kontrolliert: Zugeständnisse ja, aber Unterordnung unter das Ausbeutersystem der Herrschenden, keine Befreiung. In diese Richtung sollte es in der DDR nicht laufen. Die Arbeiterklasse sollte aus den Fehlern lernen und diese vermeiden, denn sie verfügte im Gegensatz zu Polen über eine marxistisch-leninistische Partei, die Sektion DDR der KPD/ML. Der Volksaufstand 1989/90 führte zwar zum Sturz des Regimes, aber zur Einverleibung durch den westdeutschen Imperialismus. Nach den polnischen Streiks einigte man sich noch auf einen faulen Kompromiss und beließ das alte Regime an der Macht. Enver Hoxha schrieb hierzu in seinem politischen Tagebuch am 1. September 1980 die mahnenden Worte:
„Die polnische Arbeiterklasse selbst muss das verstehen. Sie muss begreifen, dass es der Weg wirklicher Rettung erfordert, dass die polnische Arbeiterklasse unter Führung einer wirklich marxistisch-leninistischen Partei das polnische Volk zur Erhebung bringt und auf das Schlachtfeld führt, um die inneren kapitalistische-revisionistischen Cliquen zu stürzen, um das Joch der revisionistischen Sowjetunion abzuwerfen, um auch das Joch des Weltkapitalismus abzuschütteln und den verheerenden Einfluss der katholischen Kirche zunichte zu machen. Die polnische Arbeiterklasse und das polnische Volk müssen verstehen, dass ihr gegenwärtiger Antisowjetismus nicht auf der marxistisch-leninistischen Ideologie beruht, sondern von den chauvinistischen Ideen der polnischen Bourgeoisie durchdrungen ist“ (Enver Hoxha, „Die Supermächte“, Seite 688/689, deutsche Ausgabe).
Bei der Sektion DDR ist es zwar nicht zu diesem entscheidenen Fehler gekommen, obwohl Schwankungen nicht von der Hand zu weisen waren. Trotzdem gelang es ihr nicht, die Lehren des Genossen Enver Hoxha siegreich umzusetzen, gelang es der DDR-Arbeiterklasse nicht, diese marxistisch-leninistische Lehre des Genossen Enver Hoxha über die Ereignisse in Polen für ihre revolutionäre Befreiung von der Honecker-Clique UND der Bedrohung durch den westdeutschen Imperialismus zu nutzen. Insgesamt aber erarbeiteten wir einen korrekten marxistisch-leninistischen Standpunkt, gingen wir den Weg der proletarischen Revolution und nicht den Weg des bürgerlichen Reformismus. Die Sektion DDR der KPD/ML war gegen die Honecker-Clique, nicht um sie abzusetzen und sie gegen eine andere Clique auszutauschen, sondern um das ganze sozialfaschistische System zu zerschlagen, um nochmal anzufangen, den Sozialismus diesmal ohne in eine revisionistische Sackgasse zu geraten, tatsächlich aufzuba